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Handy-TV mit DVB-SH

15. Februar 2008, 00:00 Uhr   |  funkschau sammeluser | Kommentar(e)


Fortsetzung des Artikels von Teil 2 .

Unterschied DVB-SH zu DVB-H

Man kennt bereits von GSM, dass es diesen sehr erfolgreichen Dienst mit mehreren Frequenzbändern gibt. In Europa sind es die Frequenzbänder bei 900 und 1.800 MHz. Die Codierungstechnik ist gleich, das heißt beides ist GSM. Eine ähnliche Entwicklung zeichnet sich bei DVB-H ab. Zu dem bisher vorgesehenen UHF-Band bei 470 MHz wird es ein weiteres im S-Band, bei 2.170-2.200 MHz, geben. Man spricht dann von DVB-SH, um den Unterschied in der verwendeten Frequenz zu nennen. Wie bei den GSM-Handys, ist die Integration von zwei Frequenzbändern auch in kleinen Endgeräten kein Problem. Es sei hier erwähnt, dass die Handhelds in der DVB-Anwendung nur empfangen und nicht senden. Gesendet wird höchstens mithilfe des GSM/UMTS-Moduls im Endgerät via Mobilfunknetz, falls es die spezifische Anwendung erfordert, wie etwa zum Bezahlen und Schlüsseltausch für eine TV-Sendung.

Die Notwendigkeit, die Kapazität im GSM-Mobilfunk auf 1.800 MHz auszuweiten, erforderte damals eine hohe Neuinvestition in neue Antennenanlagen, da die Wellenlänge für die Antenneneigenschaften entscheidend ist. Mit der Erweiterung von DVB-H in das gleiche Band wie UMTS, lassen sich diesmal jedoch hohe Investitionen bei eben diesen Antennenanlagen einsparen. Durch die bereits vorhandenen Antennen wird auch der Ausbau (Rollout) erheblich beschleunigt.

Das S-Band ist für die Abstrahlung von einem geostationären Satelliten vorgesehen. Die Verbreitung des 470-MHz-DVBH-Signals ist hingegen mit terrestrischen Sendern geplant. Im Gegensatz zum terrestrisch verbreiteten UHF-Signal, erlauben die möglichen Sendepegel des Satelliten (im S-Band) kaum eine Inhouse-Versorgung. Nach Markterhebungen ist diese jedoch entscheidend für den Erfolg. Der Satellit kann nur im Freien und vielleicht noch in den beiden obersten Stockwerken von relativ leicht gebauten Häusern empfangen werden – also eher auf dem Land als in der Stadt.

Die Wellenlänge beträgt bei 470 MHz etwa 64 cm. Die niedrige Frequenz ist gut geeignet für eine ordentliche Flächenversorgung. Dieser Vorteil ist mit einer Empfangsantenne nutzbar, die in etwa der halben Wellenlänge entspricht. Bei Handys oder bei Geräten dieser Größe muss die Antenne zwangsläufig deutlich vom Ideal nach unten abweichen. Das gute Signal kann deshalb nicht effizient zu einem guten Empfang genutzt werden. Mit der viel kürzeren S-Band- Wellenlänge ist man in der umgekehrten Situation. Das Signal verbreitet sich bei gleicher Leistung weniger weit in die Fläche. Die kleinere Antenne, die in den Handgeräten möglich ist, bringt das schwächere Signal effizienter zum Verstärker. Hieraus ließe sich keine Präferenz für die eine oder andere Frequenz ableiten. Der Vorteil des S-Bandes ist die bereits für UMTS vorhandene Antenneninfrastruktur. Der Plan ist somit eine Hybridlösung, eine Kombination aus der preiswerten großflächigen Verbreitung des Signals via Satellit und eine anschließende Verstärkung auf dem „Boden“ (terrestrisch), und schließlich die Aussendung über die bereits weitgehend vorhandene UMTSAntennen-Infrastruktur.

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1. Handy-TV mit DVB-SH
2. Anforderungen aus Kundensicht
3. Unterschied DVB-SH zu DVB-H
4. DVB kennt nur Empfangsrichtung
5. Repeater und Endgeräte
6. Fazit
7. WO STEHEN REGULIERUNG UND INDUSTRIE?

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