Weiterbildung im Cloud-Umfeld

Freie Kapazitäten für den Aufbau von Know-how nutzen

Team
© Cathy Yeulet - 123RF

Die aktuelle Krise bietet eine gute Gelegenheit, freiwerdende Kapazitäten zur Weiterbildung der Mitarbeiter in Sachen IT und Cloud zu nutzen. Denn solche Kompetenzen sind in Zeiten der Digitalisierung zunehmend gefragt.

Der Fachkräftemangel im IT-Bereich macht Unternehmen zu schaffen. So meldete der Branchenverband Bitkom vergangenen Herbst, dass sich die Zahl der unbesetzten IT-Stellen in Deutschland innerhalb von zwei Jahren mehr als verdoppelt habe. Besonders begehrt sind Softwareentwickler, gefolgt von Anwendungsbetreuern, Data Scientists, IT-Projektmanagern sowie IT-Beratern und IT-Service-Managern.

Doch wie gestaltet sich diese Situation angesichts der aktuellen Krise, in der in den meisten Unternehmen der Betrieb nicht mehr wie gewohnt läuft? Auch wenn vielerorts Mitarbeiter in Kurzarbeit sind und zahlreiche Unternehmen einen Einstellungsstopp verhängt haben, brauchen sie weiterhin hochspezialisierte Fachkräfte, um innovativ und wettbewerbsfähig zu bleiben. Da viele Unternehmen jetzt ihre Digitalisierungsbemühungen verstärken, ist außerdem davon auszugehen, dass der Bedarf an IT-Experten auch in Zeiten der Pandemie weiter steigen wird. Auch das Thema Homeoffice wird noch eine Weile ein Thema bleiben. Hinzu kommt der deutliche Anstieg des Online-Handels, der sich in Zukunft nicht mehr nennenswert abschwächen dürfte.

Umso wichtiger werden entsprechende Qualifikationen. Vor allem wenn Unternehmen auf innovative Technologien wie Cloud-Computing setzen, sind neue Kompetenzen gefragt. Während bei guter Auftragslage meist kaum Zeit für Weiterbildungen bleibt, lässt sich die momentane Situation, in der die Kapazitäten aufgrund fehlender Aufträge teilweise brach liegen, daher auch als Chance nutzen. Gerade jetzt ist ein guter Zeitpunkt, um fehlende Expertise intern aufzubauen. Gleichzeitig können Unternehmen mit Weiterbildungen zeigen, dass sie ihre Mitarbeiter halten und in sie investieren wollen. In der aktuellen Krise ist das ein wichtiges Signal, dass sich  langfristig im Hinblick auf den Fachkräftemangel auszahlen kann.

Aufeinander aufbauende Schulungen
Wer seine Mitarbeiter in Sachen Cloud weiterbilden will, sollte mit technischen Grundkursen beginnen. Hier geht es darum, den Mitarbeitern die Grundlagen der Technologie näherzubringen und ihnen Wege aufzuzeigen, die Cloud effizienter und vielseitiger zu nutzen. Darauf aufbauend sollten die Mitarbeiter Schulungen belegen, die ihr Cloud-Wissen weiter vertiefen. Etwa in den Bereichen Sicherheit, Datenschutz und Cloud-Management. Sinnvoll sind auch DevOps-Engineering-Ansätze, mit denen sich die Zusammenarbeit zwischen den Entwicklungsteams und der operativen IT erleichtern lässt.

Neben dem Ausbau von internen technischen Kenntnissen profitieren auch die Mitarbeiter von solchen Schulungen. Die Heranführung an innovative Technologien und Arbeitsweisen kann zur Motivation beitragen und eröffnet ihnen neue Entwicklungs- und Zukunftsperspektiven. Speziell Cloud Computing zählt heute zu den wichtigsten Themen im IT-Umfeld. Den Angestellten die Möglichkeit zu bieten, in diesem Bereich ein anerkanntes Zertifikat zu erwerben, ist ein Zeichen von Wertschätzung und erhöht die Mitarbeiterbindung.

Experimentieren erlaubt
Neben den Technologie-Schulungen brauchen die Mitarbeiter Raum, um das Gelernte anzuwenden. Sie müssen experimentieren dürfen – etwa beim Aufbau einer Website, beim Hosten einer Kollaborationsanwendung oder auch bei der Umsetzung eigener Ideen. Solche konkreten Erfahrungen können innerhalb von kurzer Zeit zu einfallsreichen Lösungen führen, die nicht nur laufende Projekte voranbringen, sondern auch Innovationen ermöglichen. Der Vorteil der Cloud ist dabei, dass sich Experimentierfelder für die Ideen der Mitarbeiter mit überschaubarem Aufwand und Kosten zur Verfügung stellen und absichern lassen.

Die aktuelle Situation eröffnet Unternehmen wie jede Krise neue Möglichkeiten. Der interne Kompetenzaufbau im Cloud-Umfeld bietet ihnen die Chance, freie Kapazitäten gezielt zu nutzen, um sich und ihre Mitarbeiter für künftige Herausforderungen zu wappnen.

Michael Hanisch ist Head of Technology bei Amazon Web Services in Deutschland

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