Schwerpunkte

Gleichstellung der Geschlechter

Förderung von Frauen ist oft keine Priorität

09. März 2021, 12:01 Uhr   |  Lukas Steiglechner | Kommentar(e)

Förderung von Frauen ist oft keine Priorität
© Gstockstudio / 123rf

IBM hat in einer neuen Studie gezeigt, dass die Förderung von Frauen für 70 Prozent der weltweiten Unternehmen keine Priorität hat, trotz des Bewusstseins der zusätzlichen Herausforderungen für Frauen am Arbeitsplatz. Eine Roadmap für tatsächlichen Fortschritt.

Das neue Institute for Business Value (IBV) von IBM hat in seiner neuen Studie "Women, leadership, and missed opportunities" aufgezeigt, dass es für 70 Prozent der weltweiten Unternehmen keine Priorität hat, Frauen zu fördern, um eine Gleichstellung der Geschlechter zu erreichen. Gleichzeitig sind sich Unternehmen aber bewusst, dass Frauen am Arbeitsplatz mehr Herausforderungen gegenüberstehen als Männer, vor allem auch während der Corona-Pandemie. Hierfür hat das IBV mehr als 2.600 leitende und mittlere Führungskräfte sowie ExpertInnen befragt, gleichmäßig aufgeteilt in Männer und Frauen. Die Befragten stammen aus zehn Branchen weltweit.

Die Studie zeigt, dass es seit 2019 nicht mehr Frauen in Führungs- und Vorstandspositionen gibt. Gleichzeitig sinkt auch der Anteil der Frauen in Vorbereitung auf solche Positionen. Zusätzlich scheint der Optimismus gegenüber programmatischen Bemühungen für die Gleichstellung zu schwinden. Nur 62 Prozent der befragten Frauen und 60 Prozent der befragten Männer erwarten, dass ihr Unternehmen die Geschlechtergleichheit in den nächsten fünf Jahren signifikant verbessern wird.

Maßnahmen bedeuten nicht gleich Fortschritt

Im Vergleich zu 2019 haben mehr Unternehmen Maßnahmen ins Leben gerufen, um die Gleichstellung und Inklusion zu verbessern. Darunter fallen auch geschlechterblinde Stellenbesetzung und Elternzeit. Doch die Programme haben nicht ihren gewünschten Effekt erzielt, weil die Mindsets und Unternehmenskultur sich nicht entlang der Maßnahmen mitverändert haben. So geben Befragte an, dass weniger leitende Angestellte voreingenommenes Verhalten und Sprache offen herausfordern im Vergleich zu 2019.

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2. Der Vorteil der "First Movers"

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