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Experten fordern digitale Bildung schon in der Kita

19. September 2022, 17:02 Uhr | Quelle: dpa / Redaktion: Sabine Narloch | Kommentar(e)
Schulklasse, Lehrer, Beamer
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Ein nun vorgestelltes Gutachten fordert, dass digitale Bildung bereits in der Kita beginnen und Informatik ein Pflichtfach in Schulen werden sollte. Die Forderungen im Einzelnen und welche Rolle ein Spieleklassiker wie „Mensch ärgere dich nicht“ dabei spielen könnte.

Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene müssen nach Ansicht von Experten vom deutschen Bildungssystem deutlich besser auf die digitalisierte Welt vorbereitet werden. In einem Gutachten, das am Montag vorgestellt wurde, fordert die „Ständige Wissenschaftliche Kommission“ – ein bei der Kultusministerkonferenz (KMK) angesiedeltes Beratergremium aus 16 Bildungsforschern – digitale Bildung bereits in der Kita und ein Pflichtfach Informatik in den Schulen in ganz Deutschland. Darüber hinaus geben die Experten auch Empfehlungen für Hoch- und Berufsschulen. Die Vermittlung digitaler Kompetenzen und Informatikinhalte muss nach Ansicht der Kommission stärker in den Bildungsplänen verankert werden.

Trotz großer Fortschritte, die die Pandemie gebracht habe, sei die Digitalisierung im Bildungssystem nicht abgeschlossen, sagte der Vorsitzende Olaf Köller. Man sehe weiterhin dringenden Handlungsbedarf. KMK-Präsidentin Karin Prien (CDU) sprach von einem erfreulichen Digitalisierungsschub. Das sei aber in keiner Weise hinreichend. „Wir sind nämlich (...) in unserem Bildungssystem, wie übrigens gesamtgesellschaftlich auch, durch die Digitalisierung, in einer, ja man kann es glaub ich so nennen, Epochenwende.“

Die Direktorin des Leibniz-Instituts für Wissensmedien, Ulrike Cress, die das Gutachten federführend betreut hat, wies auf ein Grundproblem hin: „Sie können Nachrichten nicht verstehen und Twitter nicht verstehen, wenn sie von Algorithmen und Künstlicher Intelligenz nicht Grundverständnisse haben.“

„Unplugged“-Informatik in der Kita

Deshalb soll digitale Bildung schon in der Kita eine stärkere Rolle spielen. Dabei geht es nicht darum, Kindern möglichst früh Tablets zum Spielen in die Hand zu drücken. Im Gegenteil: Ziel sollte es laut den Wissenschaftlern sein, „Kinder zu befähigen, digitale Medien als Werkzeug zum kreativen Arbeiten zu begreifen und nicht als bloße interaktive Unterhaltungsmedien“. Entscheidend sei dabei, die informatischen Konzepte, die hinter digitalen Anwendungen lägen, zu verdeutlichen. „Kinder erfahren so, dass Computer und die darauf ablaufenden Programme von Menschen erdacht und gemacht sind.“

Für die sogenannte Elementarinformatik braucht es auch gar nicht zwingend Geräte. Dies gehe auch „unplugged“ über Spiele. Zum Beispiel mit zweifarbigen Holzwürfeln, die von Kindern auf die Ziffern 0 und 1 – die beiden digitalen Zustände – gelegt werden können. Am Ende wird ein Motiv sichtbar. So lässt sich die Funktionsweise eines Bildschirms erklären.


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