Schwerpunkte

Enterprise Mobility Management

EMM als Chance für den Mittelstand

08. Juni 2016, 14:52 Uhr   |  Autor: Karol Bronke / Redaktion: Diana Künstler | Kommentar(e)


Fortsetzung des Artikels von Teil 3 .

Kosten, Datenschutz und Einbindung der Mitarbeiter

Wie können Softwarekosten begrenzt werden?
Sind unterschiedliche Anwendungsfälle im Bereich Enterprise Mobility abzudeck-en, ist oftmals eine integrierte EMM-Lösung (auch EMM Suite genannt) sinnvoll. In solch einer Software werden viele einzelne Szenarien gebündelt. Außerdem muss sich die IT nicht in unterschiedliche Spezialsoftware einarbeiten, die immer nur ein bis zwei Fälle abdeckt. Man sollte beachten, dass sich nicht nur die reinen Lizenzkosten auf die Gesamtkosten auswirken, sondern auch die Wartung, Pflege und Administration von mehreren Softwarelösungen im Vergleich zu einer integrierten Lösung anspruchsvoller sind. Natürlich kann es sinnvoll sein, neben einem MDM-System, welches vielleicht schon implementiert ist und mobile Geräte verwaltet, die Anbindung der App-Entwicklung oder die App-Freigabe und -Distribution über eine MAM-Software zu steuern. Oftmals sind solche Parallelinstallationen kompatibel und behindern sich nicht.

Wie ist die rechtliche Lage und welche Rolle spielt der Datenschutz?
Im Normalfall ist es aus Datenschutzgründen nicht möglich, BYOD-Geräte in ein MDM aufzunehmen. Ein Unternehmen sollte keinen Zugriff auf private Daten der Mitarbeiter haben. Wenn private und geschäftliche Informationen auf ein- und demselben Gerät genutzt werden, ergeben sich Fragen zur Haftung, zu Support-Zuständigkeiten und Compliance-Vorgaben für interne und externe Mitarbeiter. Dies sollte innerhalb des Unternehmens geklärt und die Beschlüsse festgehalten werden, um künftige Probleme zu minimieren. Um Unternehmens-Apps auch auf nicht verwalteten Geräten sicher betreiben zu können, sind Container-Lösungen eine mögliche Wahl. Man sollte sich dabei aber darüber im Klaren sein, dass diese aus Usability-Sicht für die Nutzer oftmals schlecht umgesetzt sind. Beispielsweise kann man einen container-isierten PIM-Client (E-Mail, Kalender, Kontakte) zwar sinnvoll einsetzen, aber es werden bei eingehenden Anrufen keine Namen auf dem Smartphone angezeigt, da das Adressbuch von der Telefon-App des Betriebssystems nicht eingesehen werden kann. Mit dieser Art von Einschränkungen muss man also leben, will man Unternehmensdaten komplett von privaten Daten trennen.

Wie können alle Nutzer von Unternehmenssoftware am besten abgeholt werden, ohne dass sie sich eingeschränkt fühlen?
Die Mitarbeiterzufriedenheit mit mobilen Lösungen ist das A und O bei der Software-Implementierung. Wer sich der Herausforderung „Mobility“ annimmt, will schließlich nicht, dass sich Nutzer eingeschränkt fühlen und deswegen die bereitgestellte Lösung nicht verwenden. Man sollte die Nutzer daher von Anfang an mit einbeziehen, indem man Informationsmaterial und Schulungen anbietet. Im Optimalfall sollten für EMM-Lösungen und Apps bekannte Usage Patterns verwendet werden und somit sowohl für die IT als auch weniger technikaffine Mitarbeiter intuitiv bedienbar sein. Die Einbeziehung des Betriebsrates ist sinnvoll, da er die Nutzer oft gut kennt und entsprechend Bescheid weiß, auf was diese „allergisch“ reagieren.

Karol Bronke ist Product Manager bei M-Way Solutions

Seite 4 von 8

1. EMM als Chance für den Mittelstand
2. Betriebssystem und Apps
3. Software und Implementierung
4. Kosten, Datenschutz und Einbindung der Mitarbeiter
5. Expertenkommentar Catis: EMM nicht zum zahnlosen Papiertiger mutieren lassen
6. Expertenkommentar Matrix42: Mobiles Arbeiten im Unternehmen erfolgreich einführen
7. Expertenkommentar Mobile Iron: BYOD ist kein Buzzword mehr
8. Expertenkommentar Snow Software: Besseres Management mit SAM

Auf Facebook teilen Auf Twitter teilen Auf Linkedin teilen Via Mail teilen

Das könnte Sie auch interessieren

Verwandte Artikel

matrix42, Mobile Iron