Schwerpunkte

funkschau Kommentar

Eine einfache Lösung für die Technologie-Vertrauenskrise

02. Dezember 2019, 12:50 Uhr   |  Autor: John Chen / Redaktion: Natalie Lauer

Eine einfache Lösung für die Technologie-Vertrauenskrise
© hxdbzxy/123rf

John Chen, Executive Chariman of the Board and Chief Executive Officer bei Blackberry, über die Technologie-Vertrauenskrise

Während das Internet of Things dabei ist, unsere Lebens- und Arbeitsweise zu revolutionieren, befindet sich die Welt in einer Technologie-Vertrauenskrise. Allzu oft werden böswillige Akteure wie Hacker dafür verantwortlich gemacht, aber in Wahrheit ist dies eine Krise, die von den institutionellen Führungskräften getragen wird.

Betrachten wir zunächst die Bedeutung von Vertrauen im technologischen Kontext. Das Vertrauen in die vernetzte Welt basiert auf zwei Dingen: Sicherheit und Datenschutz. Können wir als Privatpersonen darauf vertrauen, dass das von uns verwendete Gerät – sei es ein Smartphone, ein intelligentes Haushaltsgerät oder ein vernetztes Auto – wirklich sicher ist? Können wir Vertrauen, dass unsere personenbezogenen Daten nicht ohne unsere Zustimmung verwendet oder verkauft werden?

Viele Führungskräfte wie CEOs und Regierungsvertreter beteiligen sich an der Diskussion über Sicherheit und Datenschutz. Das Thema ist aktueller als je zuvor, und es gibt sogar Konferenzen, auf denen das Problem und mögliche Lösungen diskutiert werden. Vertrauen entsteht jedoch nicht nur durch Gespräche, sondern basiert auf Zuverlässigkeit.

John Chen Blackberry
© Blackberry

John Chen, Executive Chariman of the Board and Chief Executive Officer bei Blackberry

Die Antwort auf die Krise ist einfach. Wir müssen Eigentümer unserer personenbezogenen Daten sein und die transparente Wahl haben, diese zu monetarisieren oder anderweitig einzusetzen. Das Problem wird nur dann komplex, wenn Unternehmen Gewinne vor Ethik stellen. Regierungen können hier eine Lösung bieten, da sie Gesetze erlassen können, die das Besitzrecht personenbezogener Daten in die Hände des Einzelnen legen. Um das Problem sinnvoll anzugehen, muss die Gesetzgebung personenbezogene Daten proaktiv schützen und nicht erst Sanktionen gegen Unternehmen verhängen, wenn Daten bereits verloren gegangen sind. Es ist die wirtschaftliche, soziale und ethische Verantwortung von Führungskräften in der Technologiebranche, Sicherheit und Datenschutz in ihre Produkte zu integrieren. Die Anforderungen dafür sind nicht hoch.

Erstens: Sie müssen Produkte entwickeln, in denen Sicherheit in jeder Ebene des Produkts verankert ist und sich verpflichten, keine Hintertüren einzubauen.

Zweitens: Sie müssen respektieren, dass die personenbezogenen Daten dem Einzelnen gehören und sie diese nicht verwenden oder davon profitieren dürfen, ohne die Zustimmung transparent erhoben zu haben. Heutzutage bilden Daten für viele Akteure der Technologiebranche die Gewinngrundlage und ohne diese müssen sie möglicherweise ihre Geschäftsmodelle überdenken. In Wirklichkeit beruht Nachhaltigkeit auf den gegenseitigen Interessen von Industrie und Endverbrauchern und wird durch Vertrauen ermöglicht. Es ist allgemein bekannt, dass zwischen Vertrauen und BIP ein positiver Zusammenhang besteht und es ist davon auszugehen, dass diese Korrelation weiter wachsen wird.

Die Vorteile einer zunehmenden Vernetzung der Welt sind enorm: von der verbesserten Erkennung und Behandlung von Krankheiten über die Wirtschaftswachstumsmöglichkeiten für Entwicklungsländer bis hin zu vielen weiteren Anwendungen, die noch nicht einmal erforscht oder definiert wurden. Führungskräfte haben die Verantwortung, ein glaubwürdiges Vertrauen zwischen den Menschen und der Technologie aufzubauen, damit dieses Potenzial genutzt werden kann. Die Technologiebranche weiß, dass eine große Stärke in der Einfachheit liegt. Lassen Sie uns den gleichen Standard der Einfachheit auf den Schutz von Daten anwenden.

John Chen ist Executive Chariman of the Board and Chief Executive Officer bei Blackberry

Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenAuf Linkedin teilenVia Mail teilen

Das könnte Sie auch interessieren

Wo noch nie ein Hacker zuvor gewesen ist
Per Fingerabdruck Zugriff auf USB-Sticks und externe Festplatten
14,5 Millionen Euro sind erst der Anfang
Mitarbeiter-Information schützt vor Ärger

Verwandte Artikel

Blackberry, funkschau