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Software Delivery Management

Einblick in die Software-Pipeline

13. August 2020, 10:30 Uhr   |  Autor: Michael Baldani / Redaktion: Sabine Narloch | Kommentar(e)

Einblick in die Software-Pipeline
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Ein Software Delivery Management (SDM) erfasst alle Prozesse rund um die Softwarebereitstellung und verschafft Abteilungen auch jenseits der IT Einblick in den Release-Status. So können Abteilungen wie Finanz oder Marketing oder die C-Suite ihre Planung entsprechend anpassen.

IT-Systeme wie Enterprise Resource Planning (ERP) oder Customer Relationship Management (CRM) sind heute in den meisten Unternehmen zu finden. Diese Systeme verbinden unterschiedliche Datenquellen sowie Geschäftsprozesse miteinander und bieten den Entscheidungsträgern in den Unternehmen ein vollständiges Bild des Geschehens in allen Fachbereichen und eine Grundlage für ihre Planung. Die Softwarebereitstellung soll in der Zukunft ähnliche Eigenschaften und Vorteile aufweisen. Das Software Delivery Management (SDM) als verbindendes System wird Entwickler und Produktbeteiligten auf allen Ebenen einschließlich der C-Suite und Fachabteilungen wie Vertrieb, Marketing, Kundenbetreuung und Buchhaltung einbeziehen.

Vernetzte Vorgehensweise bei der Softwareentwicklung
Traditionell arbeiteten Teams von Softwareentwicklern innerhalb einer Abteilung relativ unabhängig und machten so ziemlich ihr eigenes Ding. Dies hat sich in den letzten Jahren mit der Einführung der DevOps-Kultur und der Automatisierung kontinuierlicher Bereitstellungsprozesse erheblich geändert. Während in der Vergangenheit jedes Team weitgehend als separate Einheit betrachtet wurde, ist dank der agilen Softwareentwicklung ein integrierter Ansatz zur Norm geworden. Jetzt sind die Akteure enger vernetzt und die Prozesse stärker integriert; die Einführung von DevOps und Automatisierung bietet Organisationen größere Agilität. Weiterführend sollen mit SDM alle Prozesse im Unternehmen vereinheitlicht werden. Die Softwarebereitstellung wird keine Insellage mehr einnehmen, sondern wie ERP oder CRM zu einem Kerngeschäftsprozess werden.

Software Delivery Management als nächster Schritt
SDM verbindet Tools, Teams und Prozesse, um eine einheitliche Sicht auf das Geschehen zu bieten, und zwar ganzheitlich über den gesamten Softwarebereitstellungsprozess hinweg. Die Systeme sowie die entsprechenden Prozesse werden integriert und auch Benutzer-Workflows außerhalb der Softwareentwicklung werden zu einem integralen Bestandteil des SDM. Die Verwendung eines Protokollsystems mit einem gemeinsamen Datenmodell ist notwendig, um all dies zu ermöglichen. Ähnlich wie ERP oder CRM kann SDM unternehmensweit implementiert werden, um für alle Beteiligten zugänglich zu sein. Da SDM alle Softwarebereitstellungsprozesse erfasst, haben andere Abteilungen vollständigen Einblick in den Release-Status und können ihre Planung entsprechend anpassen. Dazu gehören auch Abteilungen, die in der Vergangenheit keinen Einblick in die Softwareentwicklungs-Pipeline hatten, wie z. B. Finanz, Vertrieb und Marketing.

Bis zur Einführung von SDM war es nicht üblich, dass eine dieser Abteilungen überhaupt in den Entwicklungsprozess eingebunden wurde, bevor ein Launch unmittelbar bevorstand. Warum sollten Finanz-, Vertrieb- und Marketingteams jetzt mehr Einsicht bekommen? Es bestehen mehrere gute Gründe:

  • Die detaillierte Einsicht in den Release-Status einer neuen Software ermöglicht der Finanzabteilung eine genauere Prognose der zu erwartenden Einnahmen.
  • Der Vertrieb kann im Voraus planen, welche Kunden-Accounts von neuen Software-Releases profitieren werden. Zudem kann er prognostizieren, wie viele neuen Geschäftsdeals durch den neuen Release geschlossen werden können. Diese Vorhersagen fließen wiederum in die Prognosen ein, die die Finanzabteilung kreiert, um die Gesamteinnahmen des Unternehmens vorauszusagen.
  • Das Marketing kann Aktivitäten zur Unterstützung von Produkteinführungen genauer planen und zusätzlich vorhersehen, wann unterstützende Mittel zur Markteinführung verfügbar sein müssen.
  • Kurz gesagt, jeder hat mehr Einblick in den aktuellen Stand, wodurch jeder Bereich im gesamten Unternehmen effizienter arbeiten und die Freigabeprozesse optimieren kann.
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1. Einblick in die Software-Pipeline
2. Kein starres Schema mehr
3. Die Umsetzung in der Praxis

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