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Roamingdeal

Durchbruch für Drillisch und ein viertes Mobilfunknetz

15. Februar 2021, 15:51 Uhr   |  dpa/Redaktion: Stephanie Jarnig | Kommentar(e)

Durchbruch für Drillisch und ein viertes Mobilfunknetz
© 1&1 Drillisch

Der Weg ist frei für ein viertes deutsches Mobilfunknetz: Der Roamingdeal zwischen 1&1 Drillisch und Telefónica ist nun beschlossene Sache.

Deutschland bekommt bald ein viertes Mobilfunknetz: 1&1 Drillisch hat ein Vertragsangebot seines Wettbewerbers Telefónica für ein nationales Roaming angenommen, wie der Konzern am Montag mitteilte. Bis Mai sollen noch letzte Details geklärt werden, verbindlich ist der Deal aber schon jetzt. Drillisch-Chef Ralph Dommermuth wertete die Vereinbarung als wichtigen Schritt auf dem Weg zum eigenen Netz.

Sein Pendant bei Telefónica Deutschland, Markus Haas, sprach von einer “Win-Win-Partnerschaft”, schließlich laste sein Unternehmen dadurch sein Netz besser aus und erziele damit Einnahmen. Besonders auf dem Land habe man hohe Investitionen für den Netzausbau gestemmt, durch die Drillisch-Vereinbarung gebe es einen “positiven Deckungsbeitrag insbesondere in den unwirtschaftlichen Regionen Deutschlands”.

Durch den Deal bekommt Drillisch auch zukünftig Zugang zum O2-Netz. Die Zusammenarbeit ist die Voraussetzung, dass Drillisch sein eigenes Netz baut. Derzeit gibt es hierzulande Mobilfunknetze von der Deutschen Telekom, von Vodafone und von Telefónica (O2), vermutlich 2022 wird Drillisch die Nummer 4 werden.

2019 hatte die Firma für rund 1,1 Milliarden Euro erstmals Frequenzspektrum ersteigert. Dieses wollte Drillisch aber erst für ein eigenes Netz nutzen, wenn seine Handykunden in der jahrelangen Bauphase abseits erster Standorte nicht im Funkloch sitzen, sondern über ein nationales Roaming versorgt sind, ähnlich wie bei internationalem Roaming im Ausland. Ohne diesen Zugang hätte die Firma im Rennen um die Kundengunst schlechte Karten.

Der Neueinsteiger verhandelte lange mit allen drei alteingesessenen Netzbetreibern. Handelseinig wurde er sich mit dem Münchner Konzern. Die Vereinbarung gilt rückwirkend von Sommer 2020 für fünf Jahre lang, danach gibt es eine Option für eine Vier-Jahres-Verlängerung. 2029 könnte der Vertrag um fünf Jahre verlängert werden.

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2. Zusammenarbeit für beide Firmen eine gute Entscheidung

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