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3D-Druck gegen Corona

Drucker produzieren Kunststoffmasken

13. Mai 2020, 11:19 Uhr   |  Autor: Matthias Arnold, dpa / Redaktion: Stephanie Jarnig

Drucker produzieren Kunststoffmasken
© Makers vs. Virus

Viele Zulieferer haben ihre Produktionen aufgrund von Lieferengpässen heruntergefahren und suchen nach Alternativen für ihre 3D-Drucker. Da kommt die erhöhte Nachfrage nach Schutzmasken gerade recht.

Die Nachfrage nach pneumatischen Ventilen war schon einmal größer. Die Bauteile werden etwa für Motoren und Getriebe großer Lastwagen benötigt. Doch in der Corona-Krise sind Lieferketten unterbrochen, die Autoproduktion ist vielerorts runtergefahren. Deshalb stehen auch beim Berliner Zulieferer Vielmetter, der unter anderem solche Ventile herstellt, Anlagen still. “Wir verzeichnen im Moment einen Produktionsrückgang von 50 bis 60 Prozent”, sagt Geschäftsführer Olaf Jelken.

Das Unternehmen mit rund 50 Beschäftigten beliefert den Weltmarkt und profitiert davon, dass Asien allmählich wieder hochfährt. “Deshalb sind wir noch nicht bei null”, sagt Jelken. “Aber das kann immer noch passieren.” Wie viele andere Industrie-Unternehmer suchte er deshalb nach Alternativen. Für seine 3D-Drucker, mit denen ansonsten Prototypen der Ventile und Getriebeanwendungen gedruckt werden, hat Jelken bereits eine neue Verwendung gefunden: Sein Unternehmen produziert mit den Maschinen nun Gesichtsvisiere aus Kunststoff, die in der Corona-Krise etwa von Zahnärzten oder Friseuren genutzt werden.

“Am Anfang dachte ich, wir können damit jetzt ein bisschen auf der Berliner Ebene helfen”, sagt Jelken. Doch die Nachfrage sei enorm gewachsen. Inzwischen verfüge er mit einem weiteren Partner über rund 50 3D-Drucker und liefert die Masken bundesweit. Weitere Kooperationen sind geplant. “Wir haben schon vor, dass das ein Standbein bleibt”, sagt Jelken. Dafür habe er einen größeren Vertriebspartner gesucht, um Kontakte und ein Netzwerk aufbauen zu können.

Die Nachfrage nach im 3D-Drucker hergestellten Produkten für die Corona-Krise scheint so hoch zu sein, dass selbst Industriekonzerne mitmachen. Spanische Mitarbeiter des Zulieferkonzerns Continental etwa haben nach Angaben des Verbands der Automobilindustrie 3D-Drucker mit ins Homeoffice genommen und stellen dort seither Visiere her.

Auch Siemens hat sein 3D-Druck-Netzwerk geöffnet, um in der Corona-Krise die schnelle Herstellung von Ersatzteilen für Medizinprodukte zu ermöglichen. 120 Drucker stehen zur Verfügung, teilte der Konzern vor wenigen Wochen mit. Dabei gehe es auch um Beatmungsgeräte oder Atemmasken, bei denen spezielle Teile fehlten.

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2. Initiativen und lokale Netzwerke

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