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Smarte Landwirtschaft

Digitales Wirtschaften auf Feldern und in Ställen

18. Mai 2020, 15:30 Uhr   |  Autor: Peter Hanke / Redaktion: Sabine Narloch | Kommentar(e)

Digitales Wirtschaften auf Feldern und in Ställen
© Jamras Lamyai/123rf

Daten nutzen, um gezielt zu säen, zu düngen oder Tiere zu füttern: Auch in der Landwirtschaft machen digitale Prozesse Sinn. Peter Hanke von NetApp gibt Einblick zu den Herausforderungen in diesem Bereich.

Die Landwirtschaft liefert heute die Nahrungsgrundlage für 7,7 Milliarden Menschen. Im Jahr 2050 wird die Weltbevölkerung auf rund 9,7 Milliarden angewachsen sein. Davon geht die UNO in ihrer jüngsten Hochrechnung aus. Landwirte werden deshalb unweigerlich mehr produzieren müssen – und das trotz begrenzter Ressourcen. Denn der Klimawandel erschwert bereits jetzt schon die Bioproduktion, indem er fruchtbare Ackerböden zerstört. Ernteerträge sinken zusehends und machen auch hierzulande den Landwirten zu schaffen. Die dadurch entstehenden Verdienstausfälle bedrohen auch schnell ihre Existenz. Und ihr Spielraum bleibt selbst bei normalen Erträgen gering, was an den sinkenden Einkaufspreisen im Handel liegt.

Experten sind sich deshalb einig: An der digitalisierten Landwirtschaft führt kein Weg mehr vorbei. Denn sie ermöglicht nicht nur die dringend benötigte Effizienz, sondern auch mehr Tier- und Umweltschutz. Das erkennen zunehmend auch Politik und Wirtschaft: So soll die Digitalisierung der Landwirtschaft laut der Studie „Farming 4.0: How precision agriculture might save the world“ des Analystenhauses Roland Berger bis 2021 um jährlich knapp 13 Prozent wachsen.

Vernetzte Traktoren, Drohnen und Melkroboter im Einsatz
Doch damit Landwirte auch einen Mehrwert aus ihren Daten ziehen können, müssen sie zunächst in Software und Hardware investieren. Allerdings hemmen diese Ausgaben das Implementieren von digitalen Technologien, deren Wirtschaftlichkeit nicht alle überzeugt. So betrachtet rund ein Viertel (23 Prozent) der Landwirte die hohen Kosten als den Grund, der die Digitalisierung aufhält. Zu diesem Ergebnis kommt eine Befragung der Rentenbank von 2018. Diese Erhebung zeigt aber auch: Mehr als die Hälfte der landwirtschaftlichen Betriebe setzt bereits digitale Lösungen ein. So halten beispielsweise automatisierte Systeme wie Melkroboter, Spaltenreiniger oder Fütterungsautomaten vermehrt Einzug in die Ställe. Und mancherorts ziehen bereits vernetzte Traktoren und Erntemaschinen autonom ihre Bahnen über die Äcker, während sie dabei Daten an eine Farm-Management-Software senden. Auch kreisen bereits vereinzelt Drohnen über die Felder und messen dabei den Zustand von Böden sowie Pflanzen, bevor Mähdrescher ernten und zugleich die Qualität des Getreides erfassen.

Die webbasierten Technologien setzen dabei jedoch auch eine ausreichende Mobilfunkabdeckung vor Ort voraus, damit sie zur Präzisionslandwirtschaft befähigen. Diese zeichnet sich durch eine effiziente, standortangepasste Art des Wirtschaftens aus. Die Grundlage für das sogenannte Precision Farming oder Smart Farming bilden dabei die Daten vom Boden, von Pflanzen, der Wasserversorgung und den eingesetzten Landmaschinen. Verknüpft man diese erhobenen Daten mit den GPS-Positionen, ist eine gezieltere Saat, Düngung und Bewässerung der Pflanzen möglich. Das spart Energie sowie Arbeitszeit und schont die Natur, die dann beispielsweise weniger mit Herbiziden belastet wird. Die Herausforderung besteht hierbei allerdings darin, die Unmengen der anfallenden Daten zu erfassen, auszuwerten und für die Technik nutzbar zu machen.

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