Schwerpunkte

Arbeit 2021

Die Zukunft heißt Flexibilität

18. Januar 2021, 09:30 Uhr   |  Autor: Tim Minahan / Redaktion: Diana Künstler | Kommentar(e)

Die Zukunft heißt Flexibilität
© sanches1980-123rf

Flexible Arbeitsmodelle werden das Engagement der Mitarbeiter, die Produktivität und die wirtschaftlichen Auswirkungen in einem Maße steigern, wie es die Welt seit der ersten industriellen Revolution nicht mehr gesehen hat, ist der Autor, Tim Manahan, überzeugt.

Die Corona-Pandemie hat der Digitalisierung allgemein und der Remote-Arbeit im Speziellen einen enormen Schub verliehen. Dieses Jahr werden flexible Arbeitsmodelle zur neuen Norm. Im Folgenden vier Schlüsseltrends, die dazu beitragen.

Ressentiments verschwinden

Das universelle Experiment des Arbeitens von zu Hause aus, das durch die Pandemie ausgelöst wurde, hat lang gehegte Ressentiments gegenüber der Remote-Arbeit widerlegt. Früher wurde oft bezweifelt, dass „echte Arbeit“ außerhalb des Büros erledigt werden kann. Inzwischen haben Führungskräfte und Manager die positiven Auswirkungen erkannt, die die Arbeit von zu Hause aus auf die Produktivität ihrer Mitarbeiter, die Work-Life-Balance, die psychische Gesundheit, die Kosten und die Umwelt haben kann. Laut einer von Citrix und OnePoll durchgeführten Studie sind 70 Prozent der darin befragten 10.000 Beschäftigten in sechs Ländern der Meinung, dass sie remote genauso produktiv oder sogar produktiver arbeiten als im Büro. Und 83 Prozent haben den Eindruck, dass ihre Work-Life-Balance bei der Arbeit außerhalb des Büros besser ist. Viele Unternehmen haben dies erkannt und werden im kommenden Jahr technologiegestützte Remote-Arbeitsmodelle einführen. So können sie auf neue Fähigkeiten und Talentpools zugreifen, die sich außerhalb der Pendeldistanz zu ihren traditionellen Arbeitszentren (Büros, Call-Center usw.) befinden und von diesen profitieren.

Mitarbeiter meiden das Büro

Auf absehbare Zeit werden wir mit Schutz- und Hygienemaßnahmen sowie beschränkter Personenanzahl in Büros leben müssen. Viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wollen sich nicht mit dem damit verbundenen Ärger und den Ängsten auseinandersetzen. So sagten 64 Prozent von 2.000 US-Arbeitnehmern, die an einer weiteren Citrix-OnePoll-Umfrage teilnahmen, dass sie sich mindestens einen Monat lang nicht wohl dabei fühlen würden, ins Büro zurückzukehren. Und drei Prozent sagten, dass sie lieber niemals in Vollzeit zurückkehren wollten. Unternehmen, die diese Bedenken ernstnehmen, werden die Rolle des Büros neu definieren. In Zukunft wird es nicht mehr um reale Standorte, sondern um zweckmäßige Räume gehen, in denen Mitarbeiter unabhängig von ihrem Arbeitsort effizient und effektiv mit Kollegen, Partnern und Kunden zusammenarbeiten können, um Innovationen und Werte zu schaffen.

Die Stadtflucht nimmt zu

Früher musste man in eine Großstadt ziehen, um einen erstklassigen Job zu finden und zu behalten. Doch angesichts zunehmender virtueller Arbeit ist der Standort heute weniger entscheidend für den beruflichen Erfolg und die Karrierechancen als je zuvor. Einer von vier Befragten einer  Citrix-Umfrage unter 2.000 US-Knowledge Worker gab an, dass sie ihre Stadtwohnung aufgegeben haben oder dies planen, weil

  • ihr Job jetzt zu 100 Prozent remote erfolgt und das dauerhaft so bleiben wird (37 Prozent).
  • sie nur noch einmal pro Woche im Büro erwartet werden (25 Prozent).
  • die Pandemie bewiesen hat, dass sie ihre Arbeit von überall aus erledigen können (22 Prozent).

Unternehmen folgen Talenten

Der Kampf um Talente hat auch angesichts der Pandemie nicht aufgehört. In vielerlei Hinsicht hat er sich sogar noch verschärft, da Unternehmen ihr Geschäft weiterentwickeln, um der sich ändernden Marktdynamik und den Kundenbedürfnissen gerecht zu werden. Auch wenn die Talente rar sind, gibt es sie. Laut einer Studie des Centre of Economics and Business Research (Cebr) würden 95 Prozent der 2.500 befragten Knowledge Worker, die derzeit in einem Arbeitsverhältnis stehen, im Schnitt 2,4 Tage pro Woche von zu Hause aus arbeiten, wenn sie die Möglichkeit dazu hätten. Und zwischen 60 und 70 Prozent gaben an, dass sie mindestens einen Tag pro Woche lieber von lokalen Cafés, Gemeinschaftsarbeitsplätzen und anderen entfernten Orten aus arbeiten würden. Durch den Einsatz flexibler Arbeitsmodelle und digitaler Arbeitsplatztechnologien können Unternehmen auch den Teil der Arbeitnehmerschaft ansprechen, der bislang aus dem Raster fiel. Diese Menschen verfügen zwar über gefragte Qualifikationen, hatten sich aber aufgrund der traditionellen Arbeitsplatzmodelle, die nicht zu ihrem Lebensstil oder ihren Verpflichtungen passen, gegen einen Arbeitsplatz entschieden. Jetzt können Unternehmen ihnen den Freiraum bieten, den sie benötigen, um erfolgreich dort zu arbeiten, wo sie sich gerade befinden.

Unternehmen werden auch im kommenden Jahr vor Herausforderungen stehen, die ihre Arbeitsabläufe stören. Diejenigen, die auf flexible Modelle und digitale Technologien setzen, werden ihren Mitarbeitern bessere Arbeitsbedingungen bieten, damit diese ihr Bestes geben und ihr Unternehmen voranbringen können.

Tim Minahan, Executive Vice President bei Citrix

Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenAuf Linkedin teilenVia Mail teilen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Homeoffice ist kein digitaler Zwilling des Büros
Heimarbeit: Gekommen, um zu bleiben
Corona macht Homeoffice massentauglich
Fünf Trends des Digitalen Wandels
Zusammenarbeit auf den Kopf gestellt
Bitkom: IT-Branche wieder auf Wachstumskurs

Verwandte Artikel

Citrix Systems GmbH