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Cybersicherheit 2021

Die Welt (der Kommunikation) von morgen

10. Dezember 2020, 12:00 Uhr   |  Autor: Rasmus Holst / Redaktion: Diana Künstler | Kommentar(e)

Die Welt (der Kommunikation) von morgen
© fotolia.com

Ein ereignisreiches Jahr geht in die letzte Runde. Was uns 2021 in der Welt der Kommunikation erwarten wird – Rasmus Holst von Wire wagt eine Prognose.

Die Kosten für Cyber-Kriminalität werden schneller wachsen als die Wirtschaft. Aufgrund von starken Einschränkungen, die viele Länder zur Eindämmung von Covid-19 angeordnet haben, ist für das Jahr 2021 lediglich ein einstelliges Weltwitschaftswachstum zu erwarten. Im Gegensatz dazu, werden die Kosten für Cyber-Angriffe in allen Branchen voraussichtlich zweistellig wachsen, da Remote Work und unsichere Datenpraktiken fortbestehen. Wenn Unternehmen, Regierungsbehörden und die öffentliche Hand nicht herausfinden, wie diese Cyber-Risiken gemindert werden können, wird die globale Gemeinschaft katastrophale wirtschaftliche Verluste erleiden, deren Behebung Jahre dauern wird.

Die Regierungen werden Lösungen für die Datenhoheit fordern und aus der „globalen“ Wolke ausbrechen. Die Flut von Datenschutzbedenken hat zur Entstehung der GDPR-Verordnung und der Entscheidung geführt, den EU-US-Privatsphärenschutzschild abzuschaffen. In diesem unsicheren politischen Umfeld werden die Nationalstaaten der Datenhoheit Vorrang einräumen und alle Systeme, die Daten austauschen oder hosten, in die heimische Cloud oder vor Ort verlagern.

Groß angelegte Videoanrufe werden durch kleinere, effizientere Videogruppen und Breakout-Räume ersetzt. Der Ausbruch der Pandemie führte dazu, dass viele Unternehmen Videoanrufe mit Dutzenden, wenn nicht gar Hunderten von Teilnehmern durchführten. Doch da Mitarbeiter Flexibilität und Produktivität in den Vordergrund stellen und ein höheres Maß an „Online-Müdigkeit“ erleben, wird die Funktionalität dieser All-Hands-Anrufe abnehmen. Stattdessen werden die Leute hochkonzentrierte Videogruppen und Breakout-Räume bevorzugen, in denen Effizienz, spezifische Ziele und kollaborative Interaktionen im Mittelpunkt stehen.

Organisationen werden zukunftssicher sein, indem sie sich diversifizieren und über die traditionellen Tools und Strategien der Cybersicherheit hinausgehen. Immer mehr Mitarbeiter arbeiten von zu Hause aus, was einerseits zu steigenden Cyber-Bedrohungen und andererseits zu neuen Prioritäten wie Komfort, Sicherheit, hoher Integration und Datenschutz führt. Um dieses Problem zu lösen, müssen Unternehmen ihre Arbeitsarchitekturen in großem Maße überarbeiten und in zukunftssichere Technologien investieren.

Es wird eine neue Architektur für eine sichere Zusammenarbeit entstehen. Als Reaktion auf den Anstieg des ortsunabhängigen Arbeitens und die Nachfrage von Kunden nach mehr Privatsphäre und Sicherheit, haben einige Technologieanbieter nachgerüstet und eine Form der Ende-zu-Ende-Verschlüsselung in ihre Lösungen integriert. So ist es Nutzern möglich, mit Mitarbeitern und Kollegen, Interessenten, Kunden und allen externen Interessensgruppen auf sicherem Wege zu kommunizieren. Der Anstoß gerade diese Tools zu nutzen, wird direkt von CEOs und Führungskräften kommen, die nicht im Sicherheitsbereich tätig sind, da die persönliche Haftung für Vorfälle im Bereich der Cybersicherheit einen historischen Höchststand erreicht.

Rasmus Holst, CRO von Wire

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