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Die elementare Bedeutung der IT in der Krise

05. Mai 2020, 15:00 Uhr   |  Autor: Stefan Adelmann | Kommentar(e)

Die elementare Bedeutung der IT in der Krise
© Duncan Andison - 123RF

IT-Abteilungen sind in einer Krise besonders gefordert. Sie müssen Mitarbeiter beim Umzug ins Homeoffice unterstützen und mit Hardware versorgen. Gleichzeitig müssen Datenschutz und Cybersicherheit gewährleistet werden. Hier zeigt sich, wie geschäftskritisch IT-Abteilungen sind.

Ein schwarzer Schwan ist über die Welt gekommen. In seinem 2007 veröffentlichten Buch "The Black Swan" beschreibt Nassim Nicholas Taleb, ein ehemaliger Walstreet-Banker und jetziger Essayist, unter dieser Bezeichnung ein seltenes, sehr unwahrscheinliches Ereignis, das kaum vorherzusehen ist, das aber drastische Auswirkungen auf die Gesellschaft hat und ein enormes Risiko für die Finanzmärkte birgt – bis hin zu einem möglichen Kollaps.

Als wichtigste Beispiele für schwarze Schwäne der jüngsten Vergangenheit werden meist die Terroranschläge vom 11. September sowie die Nuklearkatastrophe von Fukushima angeführt. Und nunmehr auch die Corona-Pandemie. Dabei hatte Taleb das Eintreffen dieses schwarzen Schwans bereits recht treffsicher prognostiziert, als er schrieb: "Je mehr wir auf diesem Planeten reisen, umso akuter werden Epidemien." Die zunehmende Globalisierung hat das jetzige Szenario vorstellbar gemacht, seine tatsächlichen Effekte waren jedoch bis zum jetzigen Zeitpunkt kaum vorherzusehen.

Der schwarze Schwan stellt die globalisierte Welt vor gewaltige Herausforderungen, vor allem die Gesundheitssysteme, die vielen Ärzte und Pfleger, das Gastgewerbe, den Einzelhandel – aber auch die IT-Abteilungen in den Unternehmen. Denn kaum eine deutsche Firma wird sich dieser Tage nicht die Frage stellen, wie sich im Falle eines Falles effizient Homeoffice abbilden lässt und ob die eigene IT-Infrastruktur bereits für die Anforderungen komplett mobiler und in vielen Belangen dezentraler Prozesse gerüstet ist. Dass teils in einer rasanten Geschwindigkeit nachgerüstet wird, zeigen die Nutzerzahlen vieler Collaboration-Anwendungen, die in den vergangenen Wochen sprunghaft angestiegen sind. So soll beispielsweise Microsoft Teams je nach Quelle mittlerweile fünf- bis sechsmal so häufig zum Einsatz kommen – was zuletzt aufgrund der hohen Last bereits zu Ausfällen und Störungen des Dienstes führte. Eine ähnlich hohe Nachfrage erfahren Ciscos WebEx und Slack. Insgesamt sei der Datenverkehr von Videokonferenzen am Internet-Knotenpunkt DE-CIX laut den Betreibern binnen einer Woche um 50 Prozent gestiegen.

Ebenso zügig mussten viele Unternehmen und Behörden neue Hardware anschaffen und diese für den Einsatz vorbereiten, sind doch längst nicht alle Mitarbeiter aktuell mit mobilen Endgeräten ausgerüstet. Zahlreiche Händler verzeichneten eine deutlich gestiegene Nachfrage nach Notebooks. Gleichzeitig sehen viele Angestellte ihre Arbeitgeber in der Pflicht, in Anbetracht der jetzigen Situation für die nötige Ausstattung zu sorgen. Laut einer aktuellen Umfrage des Bundesverbandes Digitale Wirtschaft erwarten rund zwei Drittel der über 1.000 Befragten entsprechende digitale Lösungen, jedoch nur bei etwas mehr als der Hälfte der Teilnehmer können die Unternehmen dies aktuell auch leisten.

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2. Datenschutz und Cybersicherheit

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