Start-up-Porträt Aurora Labs

Diagnose und Heilung für die "Software auf Rädern"


Fortsetzung des Artikels von Teil 2

Hintergrund: Aurora Labs

Aurora Labs Office
Aurora Labs Office in Israel
© Aurora Labs

Elektrisch, automatisiert, vernetzt – in einem modernen Neuwagen sind bereits bis zu 100 Computer verbaut. Sie sorgen unter anderem für die Kommunikation mit dem Fahrer, mit anderen Fahrzeugen oder mit Verkehrsleitstellen und Notrufzentralen. In der Folge haben moderne Connected Cars immer mehr vernetzte, interaktive und softwarebasierte Funktionen – sind also „Software auf Rädern“. In diese Unmenge von Code können sich aber auch Fehler einschleichen, die zum Einfallstor für Softwareprobleme und Malware werden können. Diese Fehler müssen behoben werden, bevor sie zum Problem werden, um die Sicherheit von Auto und Fahrer zu gewährleisten. Denn Rückrufaktionen und Werkstattbesuche sind nicht nur teuer, sondern auch zeitaufwendig und rufschädigend.

Vor diesem Hintergrund wurde Aurora Labs 2016 von den Mitbegründern Zohar Fox und Ori Lederman mit Büros in Tel Aviv und München ins Leben gerufen. Das Start-up ebnet nach eigener Aussage „den Weg für das Zeitalter des selbstheilenden Autos“. Die „Self-Healing Software“ von Aurora Labs nutzt dazu Machine-Learning-Algorithmen, die alle vier Stadien der Fehlerbehebung übernehmen, um Softwareprobleme zunächst zu erkennen und zu reparieren. Anschließend werden Over-the-Air-Updates (OTA-Updates) implementiert und validiert, was den Typgenehmigungsprozess beschleunigt. Die Lösung kommt ohne Installation auf dem Steuergerät und ohne dessen Reboot aus. Mittels einer Backend-Lösung können Softwarefehler und das Risiko eines möglichen Steuergerät-Ausfalls vorhergesagt werden. Schließlich „heilt“ sich die Software selbst durch ein Rollback auf die letzte sichere Version. Client-lose OTA-Updates sorgen dann weiterhin dafür, dass alle Steuergeräte im Fahrzeug stets auf dem aktuellen Stand bleiben – nach Aussage von Aurora Labs ohne Fehler oder Downtime.

Kundenseitig ist das Start-up vorrangig mit Automobilherstellern und OEMs (Original Equipment Manufacturer, zu Deutsch Erstausrüster) zugange. „Wir arbeiten hauptsächlich mit OEMs in deren Fachabteilungen zusammen, wie Autonomes Fahren, Connected Car oder Netzwerkabteilungen, die für die Vernetzung der einzelnen Steuergeräte auf den diversen Bus-Systemen zuständig sind“, führt Rudolf von Stokar aus. Darüber hinaus hat es das Start-up mit Tier-1-Lieferanten zu tun. Indem Aurora Labs sowohl mit Automobilherstellern als auch mit Zulieferern zusammenarbeitet, stellt das Unternehmen nach eigener Aussage sicher, dass alle Software-Komponenten von jedem beliebigen Hersteller während des gesamten Lebenszyklus eines Fahrzeugs nahtlos zusammenarbeiten.


  1. Diagnose und Heilung für die "Software auf Rädern"
  2. Testen nach dem Sandkastenprinzip
  3. Hintergrund: Aurora Labs

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