Harte Einschnitte durch Sanktionen

Deutsche Wirtschaft leidet unter Ukraine-Krieg

4. März 2022, 11:16 Uhr | dpa/Redaktion: Lars Bube | Kommentar(e)
Umsatzeinbruch
© onypix - 123RF

Wirtschaftsminister Habeck entschuldigt sich regelrecht, dass er angesichts des Leids in der Ukraine über die Sorgen deutscher Firmen spricht. Doch die Auswirkungen des russischen Angriffskriegs werden auch hier immer sichtbarer.

Die Folgen des Ukraine-Kriegs treffen auch die deutsche Wirtschaft immer härter. In der Autoindustrie gibt es bereits Produktionsstopps, weil wichtige Teile aus der Ukraine fehlen. Wirtschaftsverbände erwarten, dass Lieferketten immer weiter bröckeln. Deutsche Hersteller stoppen ihre Fertigung in Russland. Und unaufhörlich steigende Energiepreise belasten fast alle Branchen.

Wirtschaftsminister Robert Habeck sieht deshalb „eine so komplexe Lage wie vielleicht seit vielen Jahren nicht in der deutschen Wirtschaftsgeschichte“. So gut wie alle Branchen seien betroffen. Und dennoch, so betonte der Grünen-Politiker am Donnerstag anerkennend, sei die Solidarität der deutschen Wirtschaft mit der Ukraine ungebrochen. Trotz ihrer erheblichen Belastung trügen alle Unternehmen die Sanktionen gegen Russland mit.

Damit die Kosten dafür nicht zu hoch werden, legt die Bundesregierung ein Kreditprogramm für betroffene Firmen auf. Sie sollen von den guten Zinsbedingungen des Staates profitieren und sich mit dem Geld neue Geschäftsfelder aufbauen. Außerdem springt der Staat mit Bürgschaften und Investitionsgarantien in die Bresche. Habeck sprach von einem Ausfallrisiko von knapp 20 Milliarden Euro, „die natürlich tragbar sind und getragen werden“.

Trotzdem zeichnen sich enorme Folgen ab: Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) kappte seine Exportprognose für dieses Jahr. Eine Rezession in Deutschland sehen allerdings weder Habeck noch der DIHK. Sie sei dann zu befürchten, wenn die deutsche Wirtschaft nicht mehr produzieren könne, sagte Habeck. Man arbeite aber daran, genau das zu verhindern.

DIHK-Außenwirtschaftschef Volker Treier machte deutlich, die wirtschaftlichen Folgen seien noch gar nicht richtig abzusehen. Das bisher prognostizierte deutsche Exportwachstum von sechs Prozent für 2022 aber sei nicht mehr zu schaffen. Bereits vor dem Krieg habe es weltweite Lieferprobleme und Engpässe gegeben, die durch die jetzigen Ereignisse noch einmal verstärkt worden seien.


  1. Deutsche Wirtschaft leidet unter Ukraine-Krieg
  2. Lieferketten gestört
  3. Produktionsbänder stehen still

Verwandte Artikel

funkschau

Anbieterkompass