Arbeitskultur

Der lange Weg von Frauen in die IT

1. Dezember 2020, 15:16 Uhr | Autorin: Samantha Humphries / Redaktion: Sabine Narloch | Kommentar(e)
Road to Nowhere
© bowie15 - 123rf

Die Pandemie hat in vielen Unternehmen eine neue Arbeitskultur geschaffen. Auch in der IT-Branche könnten die jüngsten Veränderungen dazu beitragen, den Fachkräftemangel und speziell den Mangel an Frauen zu überwinden, erläutert Samantha Humphries von Exabeam.

Der Mangel an Fachkräften im IT-Bereich ist seit Jahren ein ernstes Problem. Insbesondere kleinere Unternehmen in eher ländlichen Regionen haben oft Schwierigkeiten qualifizierte Mitarbeiter für die Besetzung offener Stellen zu finden. Dies beeinträchtigt nicht nur das Tagesgeschäft, sondern hindert Unternehmen auch daran, wichtige Projekte für die digitale Transformation umzusetzen. Mehr Frauen in der IT-Branche könnten die Lösung des Problems für eine Branche sein, die nach neuen Talenten lechzt. Die aktuelle Pandemie könnte eine Gelegenheit bieten, einen Wandel einzuleiten.

Pandemie bietet Chancen für einen Wandel
Nationale Lockdowns und Social Distancing haben viele Arbeitskräfte in das Home-Office getrieben und berufstätige Eltern zu Teilzeitlehrern gemacht. Was einst im professionellen Umfeld als undenkbar galt, wird heute als menschlich akzeptiert: Der Postbote klingelt während des Zoom-Meetings an der Tür, Kinder tauchen am Schreibtisch auf und fordern Aufmerksamkeit, und Katzen finden den Weg vor die Web-Kamera.

Es ist sehr wahrscheinlich, dass das Home-Office auch nach der Coronakrise deutlich häufiger genutzt werden wird als vorher. Dies könnte nicht nur die Work-Life-Balance der Mitarbeiter verbessern, sondern auch dazu beitragen, zwei wichtige Probleme in der IT zu beseitigen: den Mangel an Fachkräften und die Erhöhung des Frauenanteils in der Branche.

Ein spezifischer Blick auf die Cybersicherheit - eine der wichtigsten Wachstumsbranchen der IT - unterstreicht die Tiefe des Problems, aber auch die potenziellen Chancen für alle Beteiligten. Zwar liegt nach neuen Untersuchungen von ISC2 (The International Information System Security Certification Consortium) der weltweite Arbeitskräftemangel im Bereich der Cybersicherheit im Jahr 2020 bei 3,12 Millionen Beschäftigten - ein Rückgang von über vier Millionen Beschäftigten gegenüber dem Vorjahr. Trotzdem ist das noch eine riesige Anzahl und eine anhaltende Quelle von Schwierigkeiten für Organisationen, die händeringend nach Mitarbeitenden suchen.

Der Wert unterschiedlicher Talente
Wie viele andere Industriezweige, müsste auch die Cybersicherheit mehr Frauen auf allen Ebenen einstellen. Angefangen bei den Frauen, die ganz am Anfang ihrer Karriere stehen, bis hin zu etablierteren, erfahrenen Fachkräften. Ein Haupthindernis für viele Frauen, Karriere zu machen ist es jedoch, nach einer längeren Pause in den Beruf zurückzukehren. Grund dafür ist meist die fehlende Flexibilität der Arbeitgeber: Nach dem Mutterschaftsurlaub haben Mütter faktisch zwei Vollzeitarbeitsplätze – einen im Job und einen Zuhause. Teilzeitarbeit ist jedoch in der IT- und Sicherheitsbranche eher eine Seltenheit, und bisher war es in vielen Betrieben verpönt, von zu Hause aus zu arbeiten. Und während der Mutterschaftsurlaub nicht der einzige Grund für eine berufliche Auszeit ist, hat die Industrie heute sehr wohl die Möglichkeit, Technologie und gezielte Programme zu nutzen, um Fachkräften zu helfen, wieder ins Berufsleben zurückzukehren oder sich neu zu integrieren.


  1. Der lange Weg von Frauen in die IT
  2. Programme zur Rückkehr an den Arbeitsplatz sind selten

Verwandte Artikel

funkschau

Anbieterkompass