Mobilfunk-Infrastruktur

Dem Datenverkehr Herr werden

19. Juni 2017, 11:24 Uhr | Autor: Luis Jorge Romero / Redaktion: Diana Künstler | Kommentar(e)
Rechenschieber
© abakus-123rf

Warum die mobile Kommunikation der nächsten Generation zum ultimativen Zahlenspiel wird.

Ein Großteil der weltweit 7,4 Milliarden Einwohner ist heute zumindest teilweise mit dem Mobilfunknetz verbunden, wobei nur noch sehr kleine Zuwächse möglich sind. Dies soll jedoch kein Hindernis für die 5G-Mobilfunktechnik sein, deren Umsetzung in weniger als zwei Jahren beginnen soll. Dieses Bestreben bringt eine Ausweitung der Netzwerkproportionen in einem im Telekommunikationsbereich bisher unbekannten Ausmaß mit sich. Die Verbesserungen werden nicht nur eine, sondern mehrere Größenordnungen betragen.

Die wachsende Mobilfunklandschaft
Blicken wir zehn Jahre zurück, als die 3G-Mobilfunktechnik gerade an Fahrt aufnahm: Der weltweite mobile Datenverkehr erreichte damals einen Gesamtwert von etwa einem Petabyte pro Monat. Seitdem ist dieser Wert fast exponenziell angestiegen. Im Jahr 2015 wurden drei Exabyte pro Monat erreicht und im Laufe des Jahres 2016 wurde laut Ciscos VNI Global Mobile Data Traffic Forecast Update die Schwelle von 5,5 Exabyte pro Monat überschritten. Zahlen von Ericsson gehen davon aus, dass der gesamte mobile Datenverkehr ein durchschnittliches jährliches Wachstum (CAGR) von 45 Prozent zwischen heute und 2021 verzeichnen wird. Es ist nicht davon auszugehen, dass danach eine Stagnation eintritt.

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Das Smartphone damals und heut
Das Smartphone damals und heute: Im Jahr 2020 werden diese mobilen Alleskönner 30 Prozent des gesamten IP-Traffics generieren, während der von PCs verursachte IP-Datenverkehr auf 29 Prozent fallen wird.
© Quelle: Cisco, 2015

Diese Dynamik, die das Mobilfunkgeschäft vorantreibt, zeigt nur in eine Richtung: aufwärts. Die Gründe sind eindeutig. Zum einen der zunehmende Datenverkehr, da immer mehr Nutzer Apps und Dienstleistungen verwenden, die eine Menge Daten benötigen wie Video Streaming oder Online-Spiele. Zum anderen werden Smartphones immer mehr zu einem alltäglichen Gebrauchsgegenstand. Neue Apps auf Basis erweiterter oder virtueller Realität (Augmented/Virtual Reality) tragen kräftig dazu bei. Die Situation wird noch weiter verstärkt, da jeder Nutzer über mehr als ein Gerät verfügt, das mit dem Mobilfunknetz verbunden sein soll. Dabei zählt nicht mehr allein das Smartphone. Auch Tablets, Smartwatches und verschiedene andere Wear-ables wollen vernetzt sein.

Auch die enorme Zunahme anderer vernetzter Geräte ist zu beachten. Dazu zählt der Ausbau des Internets der Dinge (IoT). Intelligente Verbrauchszähler (Smart Meter), Fitnessgeräte, Verkaufsautomaten, Drohnen, Haustechnik (Home Automation), die Überwachung von Umgebungen und Viehbeständen und zahlreiche andere Objekte wollen Daten über das 5G-Netzwerk übertragen. Im Laufe der Zeit werden noch die V2X-Kommunikation (Vehicle-to-Everything) und die intelligente Fertigung (Smart Manufacturing) hinzukommen.


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