Hochschulen nach Covid-19

Das immersive Lernerlebnis als Must-have

6. Oktober 2020, 9:17 Uhr | Autor: Philippe Remion / Redaktion: Diana Künstler | Kommentar(e)
Tablet, Hörsaal
© Nataliia Kotliar-123rf

Hochschulen sind Hort des Wissens, der Forschung und Treiber des Fortschritts. Doch sie sind auch der Ort, an dem seit Jahrhunderten nach einem nahezu unveränderten Konzept gelehrt wird. Doch im Krisenjahr 2020 bleiben die Hörsäle leer. Hochschulen müssen ihren Platz in der neuen Remote-Welt finden.

Dass Covid-19 ein „Beschleuniger“ für die Digitalisierung ist, konnte man in den letzten Monaten schon in vielen Schlagzeilen lesen und es hat sich definitiv in unzähligen Branchen bewahrheitet. Videokonferenzen, Cloud-Server und Webinare haben im Business-Alltag eine neue Bedeutung erfahren und Unternehmen, die schon vor der Krise in Technologien rund ums Homeoffice investierten, einen klaren Vorsprung gegeben, als es genau diese Technologien waren, die „den Laden am Laufen“ hielten. Selbst viele Technologiekritiker im Mittelstand lenkten ein, als die Maschinerie ins Stocken zu geraten und ihr Umsatz auszufallen drohte – ohne Aussicht auf ein baldiges Ende der misslichen Lage.

Und auch im Bildungsapparat erweist sich das Virus als Beschleuniger. Lehrer, die Zoom-Konferenzen mit ihren Schülern abhalten, und Dozenten, die ihre Vorlesungen livestreamen, sind plötzlich nicht mehr ungewöhnlich, sondern notwendig. Beschleunigt werden kann aber nur, was bereits in Bewegung ist. Seit Jahren wird über digitale Bildungsangebote diskutiert, Streaming-Equipment als Investition in die Zukunft der Bildung betrachtet und ein Nicht-Mithalten-Können mit den heranwachsenden Digital Natives gefürchtet. In konkreten Planungen oder gar Investitionen hat sich das jedoch nur selten niedergeschlagen. Die Möglichkeit, Seminaren remote zu folgen, galt noch zu Beginn dieses Jahres als Nice-to-have, nicht als Must-have.

Lehrende und Lernende zusammenbringen

Heute gelten jedoch andere Vorzeichen, wenn über die technologische Aufrüstung von Universitäten beraten wird. Überfüllte Hörsäle und lebendige Campus-Szenen sind einer Leere gewichen. In diesem Herbst wird das Bild nicht von Scharen an Erstsemestern bestimmt werden, die versuchen, sich zwischen Bibliothek, Fachschaft und Mensa zu orientieren. Sie bleiben daheim und verzichten möglicherweise sogar ganz darauf, sich in diesem Jahr einzuschreiben. Durch das Ausbleiben von Studiengebühren könnte manche Fakultät oder private Bildungseinrichtung langfristig in finanzielle Schieflage geraten. Das verdeutlicht den erhöhten Handlungsbedarf, der aktuell in ganz Europa und auch darüber hinaus die Hochschulwelt beschäftigt.

Für diese Herausforderung sind Lösungen gefragt, die Lehrende und Lernende zusammenbringen, ohne physische Präsenz zu erfordern. Dabei müssen Studenten ihre eigenen Geräte nutzen können, denn teure Anschaffungen spezieller Hardware kommt für die Mehrheit der studentischen Portemonnaies nicht in Frage. Und Dozenten müssen einfach und ohne umfassendes technisches Verständnis in ihren Seminaren und Vorlesungen den Überblick und die Kontrolle behalten können. Mit anderen Worten: Es sind ganzheitliche Angebote für eine ganz neue Art von Lernerlebnis gefragt.

Damit stellt der Hochschulbereich ganz besondere Herausforderungen an die Anbieter moderner Hörsaal-Technik wie Mikrofon- und Kamerasystemen, hochauflösenden Bildschirmen oder speziellen Videokonferenzlösungen für das Streaming von Sitzungen.


  1. Das immersive Lernerlebnis als Must-have
  2. Immersion statt Improvisation

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