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Gastkommentar

Corona, Greta und das Homeoffice als Chance

02. Juli 2020, 14:00 Uhr   |  Autor: Jan Böttcher / Redaktion: Diana Künstler | Kommentar(e)

Corona, Greta und das Homeoffice als Chance
© Xelion

Jan Böttcher ist Country Director DACH bei Xelion.

Der Covid-19-Virus beeinflusst Deutschland nun schon über mehrere Monate hinweg, doch die Krise hat nicht nur ihre Schattenseiten. Gerade für den Fachhandel eröffnen sich neue Möglichkeiten.

Die Nachrichten überschlagen sich seit Wochen mit Corona-News. Nur was ist eigentlich aus Greta geworden? Still ist es geworden um die Klima-Debatte. Keine Frage, aktuell erleben wir Dinge, die wir vor einigen Monaten nicht im Traum für möglich hielten. Für die Natur ist die aktuelle Lage doch sehr positiv. Die Luftverschmutzung hat sich jeweils in den ersten beiden Wochen des Lockdowns im Mittel um etwa 20 Prozent verringert. Alleine in Deutschland zeigte eine Auswertung von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der Universität Bremen, dass die Stickstoffdioxid-Belastung in den vergangenen Wochen um mehr als 30 Prozent gesunken ist. Auch die Tierwelt passt sich schnell an, sodass plötzlich seltene Lederschildkröten an den Stränden von Phuket auftauchen.

Und was ist mit uns Menschen? Auf der einen Seite bedeutet die aktuelle Lage für viele Familien eine hohe Doppelbelastung. Eltern werden zu Teilzeitlehrern oder kämpfen mit Exis-tenzängsten aufgrund von Kurzarbeit oder angeordneten Schließungen. Aber eines ist sicher: Homeoffice bringt die Familie enger zusammen, Stauzeit wird zu Arbeitszeit und Unternehmer und Manager, die sich bisher gegen Homeoffice ausgesprochen haben, müssen nun erkennen, dass ihre Mitarbeiter produktiv zu Hause arbeiten, viele sogar produktiver. Das belegt auch eine Studie der Universität Stanford, die zusammengefasst weniger Krankheitstage, mehr Leistung und weniger Kündigungen ermittelt hat. Warum also nicht Homeoffice gesetzlich verankern? Vieles spricht dafür.

Wirtschaftliche Auswirkungen
Doch was wären die Auswirkungen für die Wirtschaft, wenn so wie aktuell 25 Prozent der Beschäftigten plötzlich im Homeoffice arbeiten? Brauchen wir noch Firmenwagen? Bereits seit Jahren geht man von einem allgemeinen Rückgang von Besitztümern hin zu Mietmodellen aus. Car-Sharing ist die Zukunft. Die aktuelle Krise zeigt zudem, dass persönliche Treffen nicht immer zwingend notwendig sind. Somit wird die nun akzeptierte Videokommunikation den Absatz von Firmenwagen zusätzlich negativ beeinflussen. Auch hat dies einen Einfluss auf den Wirtschaftszweig des gesamten Personenverkehrs. Benötigen Unternehmen noch große Büros mit ausgebuchten Meeting-Räumen, in denen viel Energie verbraucht wird, mit häufig zweifelhafter Effizienz? Somit können Büroflächen verkleinert werden. „Flex-Arbeitsplätze“ sind dann gefragt, Mitarbeiter haben keinen festen Arbeitsplatz mehr. Unternehmen wie Microsoft praktizieren dies schon seit Jahren. Menschen, die mehr von zu Hause arbeiten, konsumieren weniger Kleidung, wie man an den aktuellen Umsätzen der Online-Bekleidungsbranche sehen kann. Auch verringert sich die Anzahl der auswärts eingenommen Mahlzeiten. Im Gegenzug steigt der Lebensmittelkonsum in den Wohngebieten.

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2. Die Gelegenheit auch nutzen

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