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Trend zum Homeoffice

Büronachfrage bricht ein

22. März 2021, 17:30 Uhr   |  dpa/Redaktion: Martin Fryba | Kommentar(e)

Büronachfrage bricht ein
© Cathy Yeulet/123r

Noch halten sich die Leerstände in Grenzen, doch die aktuelle Nachfrage inach Bürotaum ist in bundesdeutschen Metropolen regelrecht eingebrochen. Ob jedoch ein Preisrutsch bei Mieten folgt, ist ungewiss.

Die Nachfrage nach Büros in deutschen Großstädten ist in der Corona-Krise und im Trend zu mehr Homeoffice eingebrochen. Die Nachfrage gemessen an der Fläche ging 2020 in den sieben größten Städten um mehr als 30 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zurück, berichtete der Immobilienspezialist Jones Lang LaSalle (JLL) am Montag in Frankfurt. Auch die ersten Wochen des neuen Jahres zeigten allenfalls eine verhaltene Entwicklung. Im Jahresverlauf dürfte sich die Nachfrage zwar um zehn bis 15 Prozent erholen, aber das Minus nicht mehr ausgleichen.


Die Rückgänge 2020 gingen demnach quer durch die Bank. Besonders stark sei der Büromarkt in Stuttgart mit einem Nachfragerückgang von 56 Prozent getroffen worden. Berlin und München (minus 25 Prozent) kamen etwas glimpflicher davon. Nach Jahren des Aufschwungs am Büromarkt hielten sich Unternehmen angesichts des Wirtschaftseinbruchs in der Pandemie zurück, erklärte JLL.


"Fakt ist, dass wir an einem Wendepunkt stehen mit steigenden Leerständen", schrieb Helge Scheunemann, Head of Research JLL Deutschland. Wichtig sei nun, was auf der Angebotsseite passiere. "Ein zu hohes Bauvolumen könnte bei einer schwachen Nachfrage einen Mietpreisruck nach unten auslösen."  Vermieter kämen Unternehmen bereits mit Nachlässen entgegen.


Es sei davon auszugehen, dass der Leerstand im Schnitt der sieben größten deutschen Städte von zuletzt 3,7 Prozent auf 4,5 Prozent in diesem Jahr steigen werden. Der Leerstand sei im historischen Vergleich aber niedrig und stütze den Markt. Bei vielen Unternehmen liefen nun Mietverträge aus den Boomjahren aus, was sie zum Handeln zwinge. Bei Firmen gebe es eine gewisse Homeoffice-Müdigkeit. "Die Euphorie zu Beginn der Pandemie hat sich gelegt", sagte Heunemann.

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