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„Kulturwandel“ gefordert

Behördenchefs sehen viel Handlungsbedarf bei Digitalisierung

17. August 2021, 15:40 Uhr   |  dpa/Redaktion: Lars Bube | Kommentar(e)

Behördenchefs sehen viel Handlungsbedarf bei Digitalisierung
© stirnlappenbasilisk/123rf

Nicht nur die Bürger, auch die Führungskräfte und Angestellten in deutschen Behörden attestieren ihren Arbeitgebern erheblichen Nachholbedarf bei der Digitalisierung.

Führungskräfte deutscher Behörden sehen nach einer aktuellen Untersuchung großen Handlungsbedarf bei der Verwaltungsdigitalisierung. Das geht aus dem „Zukunftspanel Staat & Verwaltung 2021l“ des Centre for Digital Governance der Hertie School und des „Wegweiserl“-Forschungsinstituts hervor, für das 276 Behördenvertreter in Kommunen und Landkreisen sowie auf Landes- und Bundesebene online befragt wurden. Die Ergebnisse liegen der Deutschen Presse-Agentur vor.

Rund 48 Prozent der Teilnehmer sahen bei verwaltungsinternen Digitalisierungsmaßnahmen wie der Einführung elektronischer Akten den größten Handlungsbedarf für ihre Behörde in den kommenden fünf Jahren - Mehrfachnennungen waren möglich. „Demografieorientierte Personalpolitikl“ - also der Umgang mit dem Ausscheiden alternder Mitarbeiter - nannten knapp 34 Prozent der Befragten, gefolgt von „Attraktivität als Arbeitgeberl“ (knapp 32 Prozent).

Auch die Frage nach den zweckmäßigsten Verbesserungsansätzen beantworteten viele Befragte mit Verweis auf Digitalisierung und Personalgewinnung. Immerhin 91 Prozent bezeichneten die Digitalisierung interner Verfahren und Entscheidungsprozesse als wichtig oder sehr wichtig. 84 Prozent stuften die Stärkung der Attraktivität der Behörde als Arbeitgeber als sehr wichtig oder wichtig ein. 86 Prozent ordneten die Digitalisierung der Leistungen für Bürgerinnen und Bürger sowie Unternehmen ähnlich ein - etwas weniger Befragte als beim vorigen Punkt fanden dieses Themenfeld „sehr wichtigl“.

Als wichtigste Kompetenz für künftige Verwaltungsmitarbeiter und -mitarbeiterinnen nannten 67 Prozent der Teilnehmer digitale Kompetenz, deutlich vor Fach- oder Problemlösungskompetenz sowie Kommunikationsfähigkeit.

Auffällig: Nur knapp 14 Prozent der Befragten sahen großen Handlungsbedarf bei Verbesserung oder Ausbau der Verwaltungsangebote insgesamt für Bürger und Wirtschaft. Das Thema Bürger- und Kundenorientierung auch gegenüber der Wirtschaft sei völlig unterentwickelt, beklagte der Geschäftsführer der Wegweiser-Gruppe, Oliver Lorenz. „Die Verwaltung ist geschichtlich spürbar immer noch vom "Obrigkeitsstaat" und zu stark juristisch geprägt. Es bedarf eines wirklichen Kulturwandels.“

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dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH