M1 Ultra Prozessor

Apple will die x86-Welt das Fürchten lehren

9. März 2022, 7:07 Uhr | Quelle: dpa / Redaktion: Lars Bube, ICT Channel | Kommentar(e)
Apple M1 Max Chip
Der M1 Ultra soll Apple an die Performance-Spitze katapultieren.
© Apple

Bei seinem Hardware-Event hat Apple wie erwartet einen Mac Studio samt passendem Display sowie verbesserte Versionen des iPhone SE und iPad Air vorgestellt. Für viel mehr Furore soll jedoch die neue Zwillings-CPU M1 Ultra sorgen, mit der Apple Intel endgültig abservieren will.

Rein äußerlich betrachtet, gab es bei Apples Frühjahrsevent wenig Überraschendes zu sehen. Ganz gemäß den bereits im Vorfeld durchgesickerten Informationen wurden neben einem Chip-Tuning für das iPhone SE und das iPad Air auch zwei neue, an sich ebenfalls wenig revolutionäre Produkte, vorgestellt: Ein aufgemotzter Mac Mini für Profi-Anwender, der sich zur klaren Abgrenzung Mac Studio nennt, sowie ein passendes Studio Display, dessen Preis immerhin nicht in ähnliche Mondsphären abdriftet wie beim Pro XDR. Das Erzittern bei den etablierten Display-Herstellern ob der da heranwachsenden Konkurrenz wird sich dennoch sicher in Grenzen halten.

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M1 Ultra

Die tatsächliche Sprengkraft lauert jedoch im Inneren des Mac Studio. Als Herz hat Apple dem Mini mit dem M1 Ultra eine weitere Ausbaustufe, oder vielmehr Verdopplung,  seines aktuellen Prozessors spendiert, der sowohl in Sachen Performance als auch psychologisch einen Trumpf darstellen soll, um Intel und die x86-Welt hinter sich zu lassen. Er soll laut Apple sogar den aktuellen Mac Pro in Intel-Vollausstattung deutlich in die Schranken weisen können und die leistungsstärkste jemals für Personal Computer entwickelte CPU sein. Inwieweit er dieses Versprechen auch tatsächlich halten kann, vor allem im Vergleich zu anderen Multi-CPU-Systemen, wird sich noch zeigen müssen.

Sicher ist aber schon jetzt, dass der M1 Ultra zeigt, dass Apple nicht nur beim Chipdesign selbst einige Schritte vorangekommen ist. Für den M1 Ultra werden zwei kleinere M1-Max-Chips zusammengeschaltet – mit einer ebenfalls bei Apple entwickelten Verbindungstechnologie. Auch das ist ein Schlag gegen Intel: Der Chip-Primus ist besonders stolz auf seine sogenannten Packaging-Techniken, mit denen Teile von Prozessoren verbunden werden. Zudem wirft der M1 Ultra bereits einen Schatten an die Wand, welches Leistungspotenzial die schon in den Startlöchern stehende zweite Generation M2 und ihre künftigen Ausbaustufen erreichen könnten. Und der macht eines deutlich: Apple geht das bisher vorgelegte Tempo ungebremst weiter und erhöht damit den Druck auf Intel und AMD sowie ihre Begleiter im Bereich der x86-CPUs.

Mac Studio

Apple Mac Studio
Der Apple Mac Studio soll mit der M1-Ultra-Performance jeden ausgewachsenen Profi-PC alt aussehen lassen.
© Apple

Als erster Mac mit dem M1 Ultra wurde der kompakte Mac-Studio-Computer vorgestellt, der bei dem Event in einer für Apple etwas untypischen Wortwahl als „absolutes Monster“ bezeichnet wurde. Er sei 80 Prozent schneller als das bisherige Top-Modell Mac Pro in der Spitzen-Konfiguration. Der Mac Pro ist der einzige Apple-Computer, der noch in der Intel-Welt steckt. Auch er werde umgestellt, sagte Hardware-Chef John Ternus – „aber das ist für einen anderen Tag“.

Apple stellt seine Mac-Computer nach und nach von Intel-Prozessoren auf Chips aus eigener Entwicklung um. Damit kann der Konzern von einer gemeinsamen technischen Basis bei seinen Geräten von iPhone über iPad bis hin zum Mac profitieren. Alle Apple-Prozessoren laufen auf Architekturen des britischen Chip-Designers Arm und sind damit nicht direkt mit der Intel-Welt kompatibel. Der Chip-Konzern Qualcomm will inzwischen verstärkt Arm-Prozessoren auch in Windows-Computer anderer Hersteller bringen.

Studio Display

Apple Mac Studio mit Studio Display
Passend zum Mac Studio kommt das neue Studio Display.  
© Apple

Zum Mac Studio bietet Apple erstmals seit Jahren auch wieder einen etwas günstigeren eigenen Computermonitor an. Das Studio Display mit einer Bildschirmdiagonalen von 27 Zoll wird in Deutschland ab 1.749 Euro verkauft. Bisher hatte der Konzern nur ein auf professionelle Nutzer ausgerichtetes Display zu Preisen ab rund 5.500 Euro im Angebot.

Seit der Corona-Pandemie verkaufen sich die Mac-Computer besser denn je zuvor. Weil verstärkt von Zuhause aus gearbeitet und gelernt wird, schaffen mehr Unternehmen und Haushalte Notebooks an.


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