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Europäisches Zentrum für Chip-Design

Apple investiert mehr als eine Milliarde Euro in Deutschland

10. März 2021, 11:07 Uhr   |  Lukas Steiglechner | Kommentar(e)

Apple investiert mehr als eine Milliarde Euro in Deutschland
© Apple

So soll der neue Standort in München später aussehen. Das neue Gebäude soll das größte Entwicklungszentrum für Chip-Design in Europa werden.

Der Tech-Gigant Apple will sein langjähriges Engagement im Großraum München ausbauen. Ein neuer Standort soll sich 5G und den drahtlosen Technologien der Zukunft widmen. Dafür will der iPhone-Hersteller mehr als eine Milliarde Euro investieren.

Apple hat beschlossen, München zu seinem europäischen Zentrum für Chip-Design auszubauen. Der neue Standort soll seinen Fokus auf Konnektivität und drahtlose Technologien richten. Dafür sollen auch hunderte neue MitarbeiterInnen eingestellt werden. München ist bereits Apples größtes Entwicklungszentrum in Europa. Die 1.500 Ingenieure aus 40 Ländern arbeiten in verschiedenen Bereichen wie Power Management Design, Anwendungsprozessen und drahtlose Technologien.

Die bisherige Arbeit des Standorts hat auch zu Apples selbst designten Chip beigetragen. Die Erweiterung am Standort München, zusammen mit zusätzlichen Investitionen in Forschung und Entwicklung, wird sich in den nächsten drei Jahren auf über ein Milliarde Euro belaufen. Apples CEO Tim Cook sagte dazu: "Ich könnte nicht gespannter sein auf das, was unsere Ingenieurteams in München noch alles entdecken werden – von der Erforschung neuer Möglichkeiten in der 5G-Technologie bis hin zu einer neuen Generation von Technologien, die noch mehr Leistung, Geschwindigkeit und Konnektivität ermöglichen werden."

Ausbau von Ingenieurteams

Bereits 2015 hat Apple das Bavarian Design Center gegründet, das mittlerweile auf 350 Ingenieure angewachsen ist. Die Teams dort haben sich auf das Design von Power Management Units fokussiert. Dabei haben sie Chips entwickelt, die eine höhere Leistung und bessere Effizienz für iPhone, iPad, Apple Watch und Mac mit M1 Chip liefern.

Im Jahr 2019 hat das Unternehmen die Chip-Entwicklungsstandorte in Nabern bei Kirchheim unter Teck hinzugefügt. Heute befindet sich etwa die Hälfte von Apples globalem Power Management Design-Team in Deutschland.

Neues Gebäude für mobile Technologien

Der neue Standort in München soll die Heimat des Cellular-Teams werden und zudem auch Europas größter Entwicklungsstandort für mobile drahtlose Halbleiter und Software. Dabei soll das Ingenieurteam an der Entwicklung von 5G und zukünftigen Technologien arbeiten. Außerdem werden die Teams auch an der Entwicklung, Integration und Optimierung von Funkmodems für Apple-Produkte arbeiten.

Der 30.000 Quadratmeter große Standort befindet sich in der Münchner Innenstadt. Die Architektur und Grünanlagen sind durch lokale Materialien geprägt und sollen München widerspiegeln. Apple plant das neue Gebäude Ende 2022 zu beziehen. Wie alle Apple Büros weltweit, wird es komplett mit 100 Prozent erneuerbarer Energie betrieben.

Partnerschaften für CO2-Reduzierung

In den vergangenen fünf Jahren hat Apple über 15 Milliarden Euro bei seiner Arbeit mit mehr als 700 Unternehmen aller Größenordnungen in Deutschland ausgegeben. Dazu gehören der Chiphersteller Infineon, der Batteriehersteller Varta und das eigentümergeführte Chemieunternehmen Delo, das Klebstoff für die "Face ID"-Technologie liefert. Delo arbeitet mit Apples Umweltteam in der Region zusammen, um die Verwendung von schädlichen Chemikalien und den CO2-Fußabdruck zu reduzieren. Es hat sich auch Apples Verpflichtung angeschlossen, bis 2030 im gesamten Unternehmen, in der Produktionslieferkette und im Produktlebenszyklus CO2-neutral zu sein.

2015 hat Apple das "Supplier Clean Energy Program" ins Leben gerufen. In ganz Deutschland arbeiten Zulieferer an neuen Lösungen, um ihre Produktion mit 100 Prozent erneuerbarer Energie zu betreiben. Auch Unternehmen wie Henkel, Tesa und Varta haben sich angeschlossen. Wenn alle Projekte der Zulieferer von Apple abgeschlossen sind, werden durch diese Verpflichtungen jährlich mehr als 14,3 Millionen Tonnen CO2e vermieden – das entspricht einer jährlichen Kohlendioxid-Emission von mehr als drei Millionen Autos.

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