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SD-WAN im Handel

Analoges Einkaufen, digitaler Check-out

14. April 2021, 09:00 Uhr   |  Autor: Simon Pamplin / Redaktion: Sabine Narloch | Kommentar(e)

Analoges Einkaufen, digitaler Check-out
© Supparsorn Wantarnagon/123rf

Digitale Konzepte sollen dem stationären Handel wieder zu höheren Umsatzzahlen verhelfen. Mobile Services wie der sogenannte smarte Check-out, also das Bezahlen per Smartphone, gehen beispielsweise ohne das leidige Anstellen an einer Kasse vonstatten. Grundlage dafür sind flexible Netzwerke.

Onlineshops wie Amazon, Zalando und Otto machen dem stationären Einzelhandel in Deutschland das Leben schwer. Sie verzeichnen ein zweistelliges Umsatzwachstum, während viele traditionelle Händler ums Überleben kämpfen. Verschärft hat sich die Lage durch die Covid-19-Pandemie. Sie hat den Boom im Onlinehandel noch verstärkt.

Doch das heißt nicht, dass der stationäre Händler ein Auslaufmodell ist. Wichtig wird für ihn allerdings, dass er Kunden ein zeitgemäßes Einkaufserlebnis bietet. Eine Schlüsselrolle können dabei neue Formen des Bezahlens beim Check-out spielen. So sind im Einzelhandel Modelle in der Diskussion wie etwa Bildverarbeitungssysteme, die mit Unterstützung von Künstlicher Intelligenz den Warenkorb des Kunden prüfen und den Einkauf automatisch in Rechnung stellen. Das heißt: kein Anstellen an der Kasse, keine Wartezeiten, vielmehr ein komfortables und zeitsparendes Einkaufserlebnis. Laut der Studie „Die Zukunft des Check-out. Mehr Freiheit am stationären Point of Sale“, die VR Payment zusammen mit dem EHI Retail Institute erstellte, wünschen sich 55 Prozent der Kunden in Deutschland, dass ein Einzelhandelsgeschäft ein automatisches Bezahlen ermöglicht, etwa über das Smartphone. 49 Prozent bevorzugen Geschäfte mit Kassen, an denen der Kunde nicht anstehen muss. Dieser Trend spiegelt sich auch in den Prognosen von amerikanischen Marktforschern wider. So erwartet Juniper, dass der globale Umsatz mit Lösungen für einen „smarten“ Check-out von rund zwei Milliarden Dollar im Jahr 2020 bis 2025 auf rund 390 Milliarden Dollar steigen wird.

Solch neue Technologien können dazu beitragen, die Position von klassischen Einzelhändlern gegenüber Onlineshops deutlich zu verbessern. Kunden können dann zum Beispiel von einem Geschäft zum nächsten gehen, ohne dass sie Zeit in der Kassenschlange verlieren. Doch auch für die Einzelhändler hat ein digitales Einkaufs- und Check-out-Erlebnis Vorteile. Laut der zuvor genannten Studie ist es für fast 80 Prozent der Händler wichtig, dass sie Daten über ihre Kunden erhalten. Das lässt sich unter anderem mithilfe von Apps auf dem Smartphone des Nutzers erreichen. Die Daten geben beispielsweise Aufschluss über die bevorzugten Waren, die der Kunde kauft. Der Händler kann diese Informationen nutzen, um sein Sortiment zu optimieren. Außerdem kann ein Einzelhändler neuartige Serviceangebote bereitstellen. So wünschen sich fast 30 Prozent der Verbraucher einen Service, der ihnen Sonderangebote auf das Mobilgerät übermittelt. Fast ein Viertel von ihnen würde einen Dienst nutzen, der sie beim Einkauf wie ein Navigationssystem durch das Ladengeschäft führt. Solche Services erhöhen die Kundenbindung und stellen dem Händler einen weiteren Kunden-Touchpoint zur Verfügung.

Zentrale Rolle des Netzwerks

Doch damit sich solche digitalen Konzepte umsetzen lassen, ist ein leistungsfähiges Netzwerk erforderlich. Das gilt insbesondere für das Wide Area Network (WAN). Der Hintergrund ist, dass ein „smartes“ Check-out-System mehrere Technologien umfasst. Dazu gehören beispielsweise Beacons, also kompakte Bluetooth-Systeme, die einen Kunden im Laden auf bestimmte Waren und Sonderangebote hinweisen. Hinzu kommen RFID-Komponenten (Radio Frequency Identification) und Robotersysteme. Um ein reibungsloses Kundenerlebnis zu ermöglichen, werden all diese IoT-Komponenten in einem Ladengeschäft, inklusive der Lagerräume, implementiert. Das heißt, sie befinden sich am Rand beziehungsweise Edge der Netzwerkinfrastruktur.

Aus Sicht des Netzes besteht die „Edge“ somit aus zwei Bestandteilen: Den Geräten, mit denen User (Kunden) auf das Netzwerk zugreifen, und den Netzwerk- und Edge-Komponenten, die das ermöglichen. Eine Edge-Umgebung in einem Einzelhandelsgeschäft kann daher Rechner, mobile Endgeräte und Verkaufssysteme (Points of Sale) umfassen. Hinzu kommen das Ladengeschäft, außerdem die Zentrale und die Niederlassungen eines Handelshauses und gegebenenfalls noch die IT-Umgebungen von Lieferanten und Logistik-Dienstleistern. Sie alle müssen reibungslos miteinander und mit dem Netzwerk zusammenarbeiten, damit sich ein solch  „smarter“ Check-out einrichten lässt.

Einzelhandelsgeschäfte, die ihren Kunden ein optimales digitales Einkaufserlebnis und einen komfortablen Check-out bieten möchten, sollten daher bei der Auswahl der WAN-Technologie auf folgende Faktoren achten:

  • Die Lösung sollte Unterbrechungen der Verbindung kompensieren können.
  • Die Lösung sollte in der Lage sein, mit Überlastsituationen des Netzwerks zurechtzukommen und gegebenenfalls auf alternative Netzwerkpfade umstellen.
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1. Analoges Einkaufen, digitaler Check-out
2. Den Flaschenhals entschärfen

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