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5G zwischen Hype und Realität

09. Dezember 2019, 11:56 Uhr   |  Autor: Brendan Gill / Redaktion: Diana Künstler

5G zwischen Hype und Realität
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Mobilfunkanbieter konzentrieren sich derzeit darauf, mithilfe von Daten die Verbesserung, die 5G auf die mobilen Nutzererlebnisse hat, zu verdeutlichen. Doch oft müssen Verbraucher dabei das Kleingedruckte lesen. Sieben Fragen, die helfen, um den Unterschied zwischen Hype und Realität zu erkennen.

Die Auktionen der 5G-Frequenzen waren erst der Anfang. Jetzt ist der 5G-Hype im vollen Gange. Parameter wie Reichweite und Netzwerkleistung werden in Zukunft durch die höheren Geschwindigkeiten und niedrigeren Latenzzeiten, die mit 5G einhergehen, eine neue Bedeutung erhalten. Verbraucher erwarten, dass Apps der neusten Generation dank 5G der reibungslos laufen. So ist es nicht verwunderlich, dass auch die Erwartungen an die Netzwerkleistung steigen.

In letzter Zeit hat die Branche begonnen, sich von der herkömmlichen Drive-Test-Methode wegzubewegen. Neue Ansätze messen die tatsächliche Netzwerkerfahrung, anstatt sie nur zu simulieren. Diese neueren Methoden berücksichtigen alles, was sich auf die tatsächliche Erfahrung des Netzwerks auswirkt, einschließlich der Auswahl des Handys und des Standorts, an dem auf das Netzwerk zugegriffen wird. Sie messen das mobile Erlebnis, wo immer der Verbraucher sich gerade befindet: am Arbeitsplatz, zu Hause, drinnen und draußen, in städtischen sowie im ländlichen Raum. Die Verlagerung des Fokus von der Messung der Netzwerkleistung hin zur tatsächlichen Erfahrung bedeutet ein Umdenken und legt den Fokus klar auf das, was für den Verbraucher am wichtigsten ist.

Um den Unterschied zwischen Hype und Realität zu erkennen, wurden im Folgenden sieben Fragen zusammengestellt, die sich Netzbetreiber, Medien, Analysten und Verbraucher stellen sollten, wenn sie Daten zu 5G-Netzwerken sehen.

1. Entspricht die Datenanalyse einer typischen Benutzererfahrung oder einem Best Case Scenario? 
Tests, die die typische Erfahrung eines Nutzers messen, anstatt zu testen, wozu ein Netzwerk unter bestimmten kontrollierten Bedingungen in der Lage ist, geben einen realistischeren Einblick in das durchschnittliche Verbrauchererlebnis. Zu den kontrollierten Bedingungen könnte die Verwendung optimierter Testserver gehören, statt die vollständigen End-to-End-Verbindung zu untersuchen, oder die Beschränkung der Ergebnisse auf neuere beziehungsweise Top-End-Geräte.
 
2. Basieren die Daten auf dem Einfluss Dritter oder auf einer unabhängigen Analyse?
Der Betreiber kann Einfluss auf die Daten haben, wenn er ein Unternehmen beauftragt, Tests durchzuführen und Ergebnisse zu veröffentlichen. Es sollte immer überprüft werden, ob Daten auf Pay-for-Play-Basis erstellt wurden.

3. Wie wirkt sich die Mischung aus benutzerinitiierten und automatisierten Tests auf die Analyse aus?
Tests sind benutzerinitiiert, wenn die Benutzer selbst wählen, wann sie den Test durchführen möchten, während automatisierte Tests ohne Aufforderung oder Benutzereingriff durchgeführt werden. Automatische Tests werden oft als die Best-Practice-Methode zur Messung typischer Alltagsbedingungen von Nutzern anerkannt. Bei benutzerinitiierten Messungen besteht das Problem darin, dass Verbraucher ihre eigenen Geschwindigkeitstests oft nur dann durchführen, wenn sie eine sehr gute oder wirklich schlechte Erfahrung machen oder wenn sie zum Beispiel durch das 5G-Symbol in der Statusleiste ihres Smartphones dazu veranlasst werden. In diesen Fällen sind die Daten je nach Launen der Verbraucher verzerrt, obwohl sich das zugrunde liegende Netzwerk überhaupt nicht verändert hat.

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1. 5G zwischen Hype und Realität
2. Die Herausforderung bei der Messung der Daten

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