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5G statt Galaxy

13. April 2017, 15:34 Uhr   |  Autor: Tillmann Braun, Redaktion: Markus Kien | Kommentar(e)


Fortsetzung des Artikels von Teil 1 .

Partnerschaften im 5G Rollout-Wettlauf

Die europäischen Provider wünschen sich für das 5G-Netzwerk wieder deutlich mehr Einfluss und Autonomie als beim aktuellen 4G/LTE-Netzwerk. Die heutigen Mobilfunknetze – aber auch viele Glasfasernetze – sind fest in der Hand von Huawei und ZTE, die mit extrem günstigen Preisen viele Kunden in Europa für sich gewinnen konnten. Zudem halten die beiden Unternehmen mittlerweile viele Patente in der Mobilfunk- und Glasfaser-Technik.

Europäische oder auch amerikanische Netzwerkausrüster werden es beim Aufbau des neuen 5G-Netzes sehr schwer haben, sich gegen diese Konkurrenz und Vormachtstellung behaupten zu können. Die Provider befinden sich dabei in einer Zwickmühle: Einerseits wollen sie sich von den asiatischen Anbietern unabhängiger machen und wünschen sie sich mehr Wettbewerb zwischen den Ausrüstern. Andererseits führt an Huawei und ZTE so gut wie kein Weg vorbei.  

Was prinzipiell möglich sein soll, sobald 5G eines Tages zur Verfügung steht, konnte man unter anderem am Stand von ZTE erkunden. Der chinesische Smartphone-Hersteller hatte einen Prototyp des eigenen Gigabit-Phones in Barcelona dabei, das in der Lage sein soll, bis zu einem Gigabit an Daten pro Sekunde aus einem 5G-Netz herunterzuladen. Das wäre mehr als das Zweifache dessen, was derzeit in Deutschland bei perfekten Bedingungen theoretisch möglich ist; sowohl, was die aktuellen Netze betrifft, als auch die verfügbaren Smartphones.

Cisco gab derweil bekannt, dass es Verizon mit der notwendigen 5G-Architektur versorgen wird, die das Unternehmen für seine vorkommerziellen Mobilfunknetz-Tests benötigt. Auch Samsungs neuer Router für Verizons 5G-Dienste war in Barcelona zu sehen, ist aber noch ebenso wenig marktreif wie die anderen 5G-Innovationen des Herstellers. Voreilige Aktionen sind von Samsung nach den Pannen der letzten Zeit eher nicht zu erwarten. Dies konnte man unschwer zwischen den Zeilen lesen, als David Lowes, Samsung Electronics Europe Chief Marketing Officer, in Barcelona eingestand, dass „die letzten sechs Monate zweifellos eine der schwierigsten Zeiten in unserer Geschichte waren. Wir haben die hohen Standards von Qualität und Exzellenz, die wir an uns selbst stellen und die Verbraucher von uns erwarten, nicht erfüllt“, gab Lowes offen zu.

LG Electronics und Qualcomm wiederum verkündeten auf dem MWC eine Partnerschaft, die 5G ins Auto und andere Fahrzeuge bringen soll. Die ersten Tests sind für 2018 geplant. Qualcomm wird zudem mit Ericsson kooperieren, um die Kommerzialisierung von 5G voranzutreiben, wie es auf dem MWC hieß.

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1. 5G statt Galaxy
2. Partnerschaften im 5G Rollout-Wettlauf
3. Reale und digitale Welt vermischen sich

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