Trends 2022

Zukunftsmusik, begleitet von Gegenwartstönen

21. Februar 2022, 7:00 Uhr | Autoren: Redaktion funkschau | Kommentar(e)
Roboter spielt Klavier
© maxuser / 123rf

Vom Haus aus dem 3D-Drucker über Brain-Computer-Interfaces und Data Fabric bis zum Citizen Developer: Technologische Trends und digitale Highlights, die das Jahr 2022 prägen werden.

3D-Druck: Innovatives Bauen und Nachhaltigkeit

3D-Haus
© Peri

Das Thema 3D-Druck taugt immer wieder zum „Bauklötzchen staunen“ – wie auch diese zwei Beispiele zeigen: So wurde vor einigen Monaten das erste Wohnhaus in Deutschland aus dem 3D-Betondrucker fertiggestellt. Das vom Gerüstsystem-Anbieter Peri hergestellte Haus entstand innerhalb von acht Monaten. Beim Druckvorgang wurden auch die später zu verlegenden Leitungen und Anschlüsse berücksichtigt. Zum Einsatz kam ein von Heidelberg Cement entwickelter Spezialbeton beziehungsweise Druckmörtel namens „i.tech 3D“.

Auch im Hinblick auf 3D-Druckmaterialien ist einiges in Gange. So schlägt sich in diesem Markt das Thema Nachhaltigkeit immer mehr nieder. Mittlerweile gibt es Polymere für den 3D-Druck mit umweltfreundlichen Eigenschaften wie Recyclingfähigkeit und Wiederverwendbarkeit. Und im Mai 2021 hat das amerikanische Chemie-Unternehmen Braskem ein Polypropylen-Filament für den 3D-Druck entwickelt, das zu 100 Prozent aus recycelten Kohlenstofffasern bestehen soll. Auf diese Weise könnten künftig viele Tonnen an entsprechenden Abfällen auf Mülldeponieren vermieden werden. (SN)

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Es rappelt im Container

Container haben ihren festen Platz in modernen IT-Infrastrukturen – und werden sich auch künftig behaupten. So ist Eric Waltert, VP DACH bei Veritas Technologies, überzeugt, dass sich 2022 Kubernetes und die Orchestrierung von Containern verstärkt in Produktionsumgebungen durchsetzen werden. Nach dem Umstieg auf virtuelle Umgebungen und Cloud-Anwendungen erwartet er, dass für viele Unternehmen 2022 die verstärkte Implementierung von Microservices und Containern anstehe.

Und so sieht auch Markus Eisele, Developer Adoption Program Lead WMEA bei Red Hat, das größte Entwicklungspotenzial im Zusammenhang mit Edge Computing sowie Artificial Intelligence und Machine Learning. AI und ML würden zunehmend in Kombination mit Containern auf dem Radar von Unternehmen auftauchen. Dabei sei es eine der großen Herausforderungen, einen kohärenten Werkzeugkasten zu erstellen, der sowohl die Bedürfnisse von Analytikern als auch Software-Entwicklern berücksichtigt, so Eisele. (SN)

Strahlkraft des Digital Workplace

Arbeiten am Laptop
© kiterin / 123rf

Die digitale Arbeitsweise hat insbesondere in Pandemie-Zeiten gezeigt, welche bislang unvorstellbaren Arbeitsmodelle erstaunlich gut funktionieren. Selbst wenn die Mitarbeiterschaft über Monate im Homeoffice sitzt, läuft vieles weiter nach Plan. Bei teuren Mieten in Ballungszentren überlegt der ein oder andere sogar, in den günstigeren ländlichen Raum umzuziehen. Dort kann sich manch einer mehr Wohnraum inklusive eigenem Arbeitszimmer leisten. Zudem ist die viel besprochene Vereinbarkeit von Familie und Beruf mit einem mobilen und digital gut ausgestatteten Arbeitsplatz besser machbar als im Falle eines Arbeitens im Firmengebäude.

Auch beim Thema Geschäftsreisen zeigte sich: Es geht vieles auch ohne persönliches Treffen, wenn stattdessen ein Video-Meeting einberaumt wird. Nach überstandener Pandemie wird sicherlich das ein oder andere persönliche Zusammentreffen auf seine Notwendigkeit hinterfragt werden. Das spart nicht nur Reisekosten für Flüge, Bahnfahrten oder Sprit. Entfällt die Anreise, geht damit auch ein reduzierter CO2-Verbrauch einher. Zwar haben den auch Videokonferenzen, verglichen mit Dienstreisen liegt er jedoch sehr viel niedriger. Wie in einer aktuellen Studie zu Klimaschutzpotenzialen von Videokonferenzen und Homeoffice des Borderstep-Instituts dargelegt, ist „der ökologische ‚Break-Even‘ für die Vorteilhaftigkeit einer vierstündigen Videokonferenz mit vier Beteiligten mit Notebooks“ schnell erreicht: Demnach reiche es, wenn zwei Personen zirka zwölf Kilometer mit den öffentlichen Verkehrsmitteln anreisen würden. Eine solche Distanz ist noch weit entfernt von einer „richtigen“ Dienstreise. Der digitale Arbeitsplatz strahlt somit über seinen Einsatz bei einem Arbeitgeber weit hinaus und kann zur Initialzündung von gesellschaftlich weitreichenderen – und überfälligen – Entwicklungen werden. (SN)


  1. Zukunftsmusik, begleitet von Gegenwartstönen
  2. Metaverse-Möglichkeiten, Green by Design, Data Fabric
  3. Geschäftsmodelle, Maschinen-Ethik, Cloud-Flickenteppich bändigen
  4. Citizen Development, Datenhygiene, Brain-Computer-Interfaces

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