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Seniorenhandys 3.0

12. April 2012, 14:08 Uhr   |  Claudia Rayling, Redakteurin funkschau handel | Kommentar(e)

Seniorenhandys 3.0
© funkschau/Motorola

Der Markt hat eine neue Nische mit rasant wachsender Zielgruppe entdeckt: Der demographische Wandel bringt Handynutzer hervor, die, trotz Einschränkungen in Bezug auf Sehkraft, Motorik oder Hörvermögen, nicht auf die Vorzüge der mobilen Konnektivität verzichten möchten. Und auch in punkto Eleganz können die „einfachen Mobiltelefone“ punkten – wer da noch an klobige Ladenhüter denkt, irrt gewaltig.

Nach Erhebungen des Branchenverbandes Bitkom besitzen heute 72 Prozent der deutschen Senioren ein Mobiltelefon – vor einem Jahr waren es noch 61 Prozent. Gründe dafür sind sowohl Flexibilität als auch gleichermaßen Sicherheit im Alltag. Der Markt hat inzwischen nachgezogen und bietet eine breite Palette an Mobilfunktelefonen für die Generationen 50+ und 65+. Wie gewaltig sich solch ein Nischensegment entwickeln kann, zeigt allein der Hinweis auf den demographischen Wandel. Doch welche Bedürfnisse hat diese Generation? Wie müssen seniorengerechte Handys dementsprechend gestaltet sein und – noch wichtiger – wie lässt sich solch ein Nischenprodukt vermarkten?

Große Tasten, ein gut ablesbares Display und einfache Bedienung – darüber definierten sich bislang Mobiltelefone für die ältere Nutzergeneration. Doch reichen diese Funktionalitäten aus, um bei den Best-Agers zu punkten? „Nein“, meint François Jacob, Regional-Manager Dach bei Doro. Grund dafür ist ein Blick auf die Zielgruppe: „Die Zielgruppe ist facettenreich, sie reicht von 60-Jährigen, die aktiv sind, reisen und Wert auf Design legen, bis hin zu älteren Menschen, die unter den Gebrechen des Alters leiden.“ Um den diversen Ansprüchen und Bedürfnissen gerecht zu werden, startet Doro in regelmäßigen Abständen Umfragen und Marktstudien – die Ergebnisse fließen dann in die Produktentwicklung ein. Beim Wettbewerber Emporia ist man sich der Tatsache bewusst, dass mit Blick auf seniorengerechte Mobiltelefone vor allem die Bedienbarkeit im Vordergrund stehen muss, bei der Zielgruppe aber nicht selten Berührungsängste in Bezug auf die Technik eine große Rolle spielen. Die Österreicher setzen daher auf Schulungen, um ältere Menschen an die Geräte heranzuführen. Derweil belegt eine Forsa-Umfrage, dass rund 70 Prozent der Senioren nicht mehr auf ihr Mobiltelefon verzichten möchten, weil es ihnen das Leben erleichtert.

Die Angebotsvielfalt ist mittlerweile weitaus ausgeprägter und auf die Bedürfnisse der heterogenen Zielgruppe abgestimmt: So gibt es „Handys fürs Wesentliche“, die bei Swissvoice beispielsweise über Funktionen wie Direktwahltasten, eine Notruftaste, SMS-Funktion, Freisprechen und Alarmfunktionen verfügen. Ebenfalls im Angebot von Swissvoice ist ein Klapphandy, das Kunden adressiert, die zwar „einfach“ telefonieren wollen, dennoch auf gewissen Funktionen, wie Kamera, MMS und Bluetooth nicht verzichten wollen.

Den Spagat zwischen Einfachheit, technischem Fortschritt und modernem Design, den es heute zu meistern gilt, kennt auch Emporia. Schließlich sollten im Angebotsportfolio sowohl die „neue“, facebook- und I-Phone-affine 50+-Gesellschaft, als auch die nach hohem Sicherheitsbedürfnis und nach Einfachheit suchenden gebrechlichen Senioren unter einen Hut gebracht werden. So findet der Kunde bei Emporia mit dem „SOLIDplus“ ein robustes Outdoor-Handy mit GPS-Ortung und Notrufsystem – ein Begleiter für besonders aktive Menschen. Mit dem „SAFETYpremium“ geht der Hersteller einen weiteren Schritt in Richtung Ambient-Assistet-Living: neben der Notruffunktion ist das Handy zusätzlich mit einem Fallsensor ausgestattet – mittels Beschleunigungssensor erkennt das Gerät, ob der Nutzer gestürzt ist und startet die Notrufkette. Zu den Innovationen zählt das „emporiaCONNECT“, das erste Kamerahandy im Portfolio der Österreicher mit 3G-Konnektivität und praktischen Services wie der Wettervorhersage, Erinnerungsfunktionen und Orientierungshilfe.

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1. Seniorenhandys 3.0
2. Die Kluft der Generationen überwinden
3. Der Distributor rät…
4. Worauf bei der Auswahl von Handy und Mobilfunktarif zu achten ist

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