Schwerpunkte

Die Angst vor der digitalen Transformation

Die Revolution steht und fällt mit der Sicherheit

04. Dezember 2015, 09:11 Uhr   |  Timo Scheibe | Kommentar(e)


Fortsetzung des Artikels von Teil 2 .

Alte Systeme – neuzeitliche Bedrohungen

Lisa Wölk ist Business Development Manager IoT/Industrie 4.0/Cloud bei Transtec
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Lisa Wölk ist Business Development Manager IoT/Industrie 4.0/Cloud bei Transtec

Ein wesentlicher Faktor für den Erfolg von Industrie 4.0 ist die Sicherheit. Denn neben der wachsenden Zahl an Geräten im Netzwerk erweisen sich vor allem die Produktionsanlagen als Einfallstor für Hacker. Diese Systeme waren in der Vergangenheit nahezu abgeschnitten von der Außenwelt und sehen sich nun neuzeitlichen Bedrohungen ausgesetzt, auf die sie völlig unvorbereitet sind. Schon heute ist die Anzahl von Sicherheitsvorfällen in Unternehmen alarmierend hoch. So verzeichneten laut IDC 54 Prozent der befragten Unternehmen in den letzten zwölf Monaten einen Fremdzugriff. Hierbei gilt: Je größer das Unternehmen, desto eher rückt es in das Fadenkreuz von Cyberkriminellen.

Dabei unterscheidet sich die Art der Angriffe auf Industrieanlagen oftmals von denen auf die Unternehmens-IT. Diese erfolgen nicht nur durch Hacker, sondern werden auch durch Regierungen, Behörden und Geheimdienste begangen. Die Motivation dahinter kann durchaus unterschiedlich sein. »Angreifer können nicht nur Produktionsdaten wie beispielsweise Kundendaten stehlen, sondern haben auch die Möglichkeit, die Qualität der Produkte durch das Manipulieren der Rezeptur zu verändern oder gar ganze Anlagen zu zerstören«, warnt Rolf Haas, Enterprise Technology Specialist EMEA bei Intel Security.

Die Folgen eines solchen Vorfalls sind enorm. Neben dem finanziellen Schaden stehen hier oftmals die Reputation und das Image des Unternehmens auf dem Spiel. Für Entscheider gilt es, diese Sicherheitsrisiken zu beseitigen, da sonst die Gefahr besteht, dass sich die mangelnde Sicherheit als Bremsklotz für die digitale Revolution in der Industrie erweist.

Um vernetzte Fertigungsanlagen zu schützen, reicht es nicht unbedingt aus, die bekannten Mechanismen aus der IT anzuwenden. Während es dort in erster Linie darauf ankommt, die Vertraulichkeit der Daten zu wahren, liegt der Fokus bei Industrie 4.0 auf die Integrität der Produkte und der Verfügbarkeit der Systeme. Manipulierte Produkte oder gestoppte Fertigungsanlagen wirken sich oft verhängnisvoller aus, als ein Serverausfall von wenigen Minuten in der IT. »Die reibungslose Produktion hat immer Vorrang gegenüber Security-Anforderungen«, stellt Scaltel-CTO Jahn fest. Im Zweifel werde auf Sicherheit verzichtet, woraus ein Spannungsfeld zwischen Produktion und IT-Security entstünde. Auch Haas sieht die Gefahr, dass die Industrie 4.0 angreifbar bleibt, »da Sicherheit oftmals keinen direkten Nutzen bringt und wirtschaftliche Faktoren der Produktion im Vordergrund stehen.«

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1. Die Revolution steht und fällt mit der Sicherheit
2. Kostenreduzierung durch Digitalisierung
3. Alte Systeme – neuzeitliche Bedrohungen
4. Bewusstsein für Sicherheit schaffen
5. Vorteil für kleinere ­Systemhäuser
6. Segmentierte Netze sind wichtig

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