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Rechenzentrum as a Service: Standardisierung bringt Tempo und Flexibilität

Fortsetzung des Artikels von Teil 1.

RZ-Landschaft im Wandel

Die Dauer, bis das Rechenzentrum aufgebaut und einsatzbereit ist, verringert sich durch die Standardisierung auf wenige Wochen. Ebenso sind dadurch die einzelnen RZ-Container einfach miteinander kombinierbar – falls sich der Bedarf an Infrastruktur-Ressourcen erhöht. Die Anbindung an die bestehende IT-Landschaft erfolgt in der Regel über REST-Schnittstellen. Die durchgängige Standardisierung von Rechenzentren erlaubt es Unternehmen, auch physische IT-Infrastrukturen direkt bei sich vor Ort as a Service zu beziehen – sei es als Haupt- oder Back-up-Rechenzentrum oder Zwischenlösung etwa während einer Bauphase oder bei außergewöhnlichen Belastungsspitzen. Unternehmen erzielen so eine höhere Flexibilität und die Möglichkeit, ihr Rechenzentrum in kürzester Zeit horizontal zu skalieren.

Die RZ-Landschaft unterliegt derzeit einem Wandel und wächst aufgrund der steigenden Nachfrage. Zu diesem Schluss kommt die am Anfang des Jahres im Auftrag von Bitkom veröffentlichte Studie „Rechenzentren in Deutschland“ des Borderstep Instituts. So stellt sie unter anderem fest, dass der bisherige Trend des Rückgangs der Zahl der kleineren Rechenzentren gestoppt worden sei. Hinzu komme ein deutliches Wachstum der Rechenzentrumskapazitäten von mittelständischen Unternehmen wie etwa aus der Industrie. Dieser Trend werde sich in Zukunft voraussichtlich mit zunehmender Durchsetzung von Technologien der Industrie 4.0 noch verstärken. Darüber hinaus kommen derzeit viele bestehende Rechenzentren in ihrem Lebenszyklus an einen Punkt, an dem eine Ertüchtigung ansteht. Dabei spielt auch das Ziel von Unternehmen mit rein, durch eine moderne Hardware die Energieeffizienz zu verbessern und so die RZ-Betriebskosten zu reduzieren. Zudem laufen im Zuge der Digitalisierung immer mehr businesskritische Systeme und Anwendungen in den RZ, die entsprechend abgesichert und leistungsfähig sein müssen, um die Business Continuity zu gewährleisten. Gleichzeitig hat es in den letzten Jahren Veränderungen in relevanten Richtlinien, wie der seit 2016 geltenden DIN EN 50600, und RZ-Compliances etwa zu redundanten Kühlsystemen gegeben. Hier bietet sich für viele Unternehmen die Gelegenheit, ihre IT-Infrastruktur neu zu überdenken und modular aufzustellen.

Veränderte Anforderungen
Durch die Digitalisierung in Unternehmen entstehen neue Service- und Geschäftsmodelle, welche die Anforderungen an die IT-Infrastruktur verändern. Sie verlangen eine maximale Flexibilität und Skalierbarkeit, während Unternehmen vor allem nach effizienten, preisgünstigen Lösungen suchen. In diesem Kontext werden kombinierte Konzepte mit modularen RZ-Ökosystemen interessant, die die erforderliche Performance bei Bereitstellung der Infrastruktur und Verfügbarkeit von Daten gewährleisten.

Martin Kipping ist Vice President Global Datacenter bei Rittal