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Rechenzentrum as a Service: Standardisierung bringt Tempo und Flexibilität

Unternehmen sind derzeit dabei, ihre Digitalisierungsstrategien umzusetzen. Dabei kämpfen viele mit einer veralteten IT-Landschaft. Neue Lösungskonzepte wie ein modulares Rechenzentrum-Ökosystem mit direktem Draht in die Cloud können Abhilfe schaffen.

Computer Internet Server Rechenzentrum Bildquelle: © Fotolia / jijomathai

Im Oktober dieses Jahres hat eine Studie der Markanalysten von IDC vor einem „digitalen Stillstand“ gewarnt. Demnach ist es für rund drei Viertel der befragten europäischen Unternehmen aus der Finanz- und HR-Branche schwierig, ihre digitalen Transformationsstrategien in die operative Realität zu überführen. Zu den genannten Hauptkritikpunkten gehört einerseits ein hoher Aufwand bei der Integration neuer digitalen Lösungen in bestehende Systeme und andererseits der Aufwand für das Generieren von Echtzeitprognosen und Dashboards. Auch die fehlende Fähigkeit, ihre bestehenden Systeme an neue Anforderungen anzupassen, bremst die Unternehmen aus. Über die Hälfte der Befragten (54 Prozent) gibt daher an, dass eine Erneuerung wichtiger Business-Systeme erforderlich sei. Um diesen Herausforderungen zu begegnen, hat sich in den letzten Jahren die Cloud als ein wichtiger Baustein für eine agilere, schnellere IT-Landschaft bewährt. Heute nutzen laut aktuellem Cloud-Monitor des Branchenverbandes Bitkom über 66 Prozent aller Unternehmen in Deutschland entsprechende Dienste. Mit der Cloud und der Einführung neuer Technologien hat sich ein Anspruchsdenken an Bereitstellung, Kosten und Flexibilität von IT-Infrastruktur etabliert, das sich auch auf die physischen Ressourcen erstreckt. Ausgehend von einer höheren Taktung technischer Innovationen und sinkender Preise durch eine fortschreitende Standardisierung erwarten Unternehmen einen schnellen, unkomplizierten und bedarfsorientierten Zugriff auf Infrastrukturkomponenten. Ergänzend haben technologische Entwicklungen wie die Echtzeitdatenverarbeitung sowie gestiegene Sicherheitsanforderungen vor allem im Kontext von Internet of Things oder Industrie 4.0 dazu geführt, dass physische IT-Ressourcen aktuell wieder stärker in den Fokus rücken und für den Erfolg digitaler Strategien und Geschäftsmodelle relevant sind.

Bessere Datenverfügbarkeit für Echtzeitanalysen
Diese Strategien und Geschäftsmodelle basieren  vor allem auf der zunehmenden Vernetzung. Sie profitieren von einer durchgängigen, standortunabhängigen Datenverfügbarkeit und einer lokalen Datenverarbeitung in Echtzeit. Es gibt bereits intelligente Systeme in Fahrzeugen, die nicht nur Verkehrsdaten übermitteln, sondern auch assistierend in die Fahrt eingreifen – oder das Auto komplett autonom steuern. Ein weiteres Szenario sind Smart Cities, in denen beispielsweise Kommunen in Echtzeit die Luftqualität in Wohnvierteln mit hohem Verkehrsaufkommen überwachen. Werden Grenzwerte erreicht, erfolgt eine automatisierte Umleitung des Verkehrs. „Echtzeit“ bedeutet dabei konkret Latenzen von unter einer Millisekunde. IDC hat in der Studie „Data Age 2025“ ermittelt, dass bis 2025 über ein Viertel der erzeugten Daten aus Echtzeitdaten bestehen wird. Anwendungsfälle wie hier beschrieben erfordern allerdings physische Infrastrukturressourcen im näheren Umfeld der Systeme, um die Latenz so gering und die Datenverfügbarkeit so hoch wie möglich zu halten. In diesem Kontext gewinnt Edge Computing immer mehr an Relevanz. Gleichzeitig verarbeiten Unternehmen Daten, die wesentlich geringere Anforderungen stellen und sich theoretisch auch an weiter entfernten Standorten über die Cloud verarbeiten lassen. Für Unternehmen stellt sich die Frage, wie sie beide Ansätze in ihrer IT-Infrastruktur unter einen Hut bekommen.

Eine Antwort darauf sind moderne Rechenzentrum-Ökosysteme basierend auf modularen Lösungspaketen. Dazu gehören etwa Rechenzentrumscontainer. Die neueste Generation solcher RZ-Lösungen basiert auf einer stringenten Standardisierung der darin verbauten Hardware und Software. Sie bringen zudem von Haus aus sowohl die passende Operational Technology (OT) als auch die Information Technology (IT) als Basis für entsprechende Infrastrukturkonzepte mit. Dadurch können sie sich für eine Vielzahl unterschiedlicher Use Cases, die auf datengetriebenen Technologien innerhalb des Internet of Things und Industrie 4.0 beruhen, eignen. Modulare Rechenzentren, integrierbar in ISO- oder Non-ISO-genormte Container, werden vor der Auslieferung an den Kunden vom Anbieter nach dessen Anforderungen zusammengebaut und vorab getestet. Die Basis bilden Standardkomponenten, die der Anbieter entsprechend des Anforderungsprofils des Unternehmens im Rahmen eines ebenfalls standardisierten Prozesses zusammenstellt, bereits konfiguriert und vorlizensiert.

Die RZ-Lösung umfasst neben dem Container als Außenhülle IT-Racks, Stromversorgung, Klimatechnik sowie Server, Netzwerksysteme, Storage und eine passende Managementsoftware sowie gegebenenfalls vorkonfigurierte Cloud-Komponenten. Diese können die Basis für zusätzlich erhältliche cloud-basierte Dienste (XaaS) bilden.