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Datenhoheit versus Cloud-Komfort: Datenhoheit – das Spiel um den Besitz der Daten

Fortsetzung des Artikels von Teil 1.

Die fünf größten Risiken der Cloud-Dienste

  1. Datensicherheit und Datenschutz: Insbesondere bei kostenlosen Anwendungen zur Datenspeicherung und -verwaltung ist Vorsicht geboten. Vor der Verwendung sollten Unternehmen die Nutzungsbedingungen genau prüfen. Insbesondere darauf, ob die Anbeiter Daten an Dritte weitergegeben, in welchem Land das Rechenzentrum steht und wer der Eigentümer ist. Denn innerhalb der EU gelten weit höhere Datenschutzniveaus als beispielsweise in den USA. In diesem Zuge müssen Unternehmen prüfen, ob die Daten verschlüsselt und vor unberechtigtem Zugriff geschützt werden. Sollte das nicht der Fall sein, kann die Nutzung rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen.
  2. Datenverlust und Hackerangriffe: Das Risiko für den Datenverlust hängt von den Sicherheitsmaßnahmen des Cloud-Dienstes ab. Grundsätzlich bietet kein System 100 Prozent Schutz vor Hackerangriffen oder Datenverlust, aber die Hürde sollte so hoch wie möglich sein. Tritt der Fall ein und es sind personenbezogene Daten betroffen, müssen Unternehmen nachweisen, dass die Sorgfaltspflicht beim Umgang mit den Daten eingehalten wurde. Hat der Cloud-Anbieter das Datenleck zu verschulden, beispielsweise durch Nichteinhalten der Sicherheitsstandards, trägt er die Verantwortung und muss die damit verbundenen Schadensersatzansprüche erfüllen.
  3. Unzureichende Datensicherung: Unternehmen sollten sich nicht darauf verlassen, dass die Daten automatisch und in regelmäßigen Abständen vom Cloud-Anbieter gesichert werden. Für die Wiederherstellung von gelöschten Daten ist es wichtig, dass die Art und der Speicherort des Back-ups sowie die Häufigkeit der Datenspiegelung klar ersichtlich sind. Auch der Zugriff auf die Daten bei Kündigung des Vertrags oder bei Insolvenz des Cloud-Dienstes muss sichergestellt werden.
  4. Fehlende Berechtigungsmodelle: Je nachdem, welche Daten Unternehmen in der Cloud speichern, ergeben sich unterschiedlich hohe Anforderungen an Berechtigungsmodelle. Das bedeutet, dass pro Team oder Mitarbeiter andere Zugriffsberechtigungen zu den Ordnern und Dateien eingerichtet werden können. Um produktiv und sicher zu arbeiten, sollte eine Cloud-Lösung verschiedene Berechtigungsstufen anbieten.
  5. Schlechte Internetanbindung: Bei der Nutzung von Cloud-Anwendungen werden große Datenmengen über das Internet übertragen. Um effizient und produktiv arbeiten zu können, sollten Unternehmen auf eine schnelle Internetverbindung achten und sich zur Sicherheit eine Ausfallleitung einrichten lassen. Denn wenn die Internetverbindung ausfällt, ist kein Zugriff auf die Daten in der Cloud mehr möglich.

Vorteile der Cloud trotz Datenhoheit
Es macht keinen Sinn, die Nutzung der Cloud aus Sorge vor Cyberattacken und Datenlecks kategorisch auszuschließen. Viel mehr müssen Unternehmen die Vorteile der Cloud mit effektiven Maßnahmen zum Schutz der Datenhoheit kombinieren. Eine immer beliebter werdende Variante sind sogenannte „Private Cloud Server“. Über einen eigens gehosteten Server, der auch tatsächlich im Unternehmen steht, wird eine eigene Cloud-Umgebung geschaffen. Darüber lässt sich die gesamte Büro-Infrastruktur virtuell erstellen. Einige Anbieter von Private Cloud Servern bieten dabei bereits vorinstallierte Anwendungen an oder ermöglichen es, auch Cloud-Dienste über den eigenen Server zu nutzen. Je nach Software-Partner können alle Anwendungen vom Projektmanagement-Tool über die ERP-Software bis hin zur Webseite über die Private Cloud betrieben werden. Bei der Auswahl des Herstellers sollten Unternehmen auf die Höhe der Verschlüsselungsstandards sowie die Schnittstellen und Anbindungsmöglichkeiten zu benötigten Anwendungen achten.

Roman Leuprecht ist Gründer und technischer Leiter von Uniki