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Public und Private Cloud: Gegenwart und Zukunft der Cloud

Praktisch kein Unternehmen kommt heute mehr an der Wolke vorbei. Doch eigentlich gibt es "die Cloud" gar nicht. Public, Private, Multi oder Hybrid Cloud, es ist kompliziert geworden. Deshalb stellt sich die Frage: Wo liegt die Zukunft der Cloud?

Cloud Bildquelle: © fs

Alle Formen der Cloud sind flexible, dank moderner Software-Architektur leicht skalierbare Cluster einer hohen Zahl an Servern in einem oder mehreren Rechenzentren, und den damit verbundenen Dienstleistungen einschließlich Management. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen Public Clouds als über das Internet für jedermann zugängliches Angebot eines Providers, wie beispielsweise Google oder Amazon, und Private Clouds. Oft lässt sich beobachten, wie die eigene Cloud-Architektur mit viel Herzblut verteidigt und gekonnt von anderen Bereitstellungsformen abgegrenzt wird. Zahlreiche Artikel kontrastieren Public und Private Clouds. Doch heutzutage ist es schlicht nicht mehr sinnvoll, Cloud Computing in diesen Begriffen zu denken und zu diskutieren. Seitdem der Markt in den vergangenen Jahren gereift ist und immer mehr Anwender Cloud Computing in verschiedensten Formaten erleben, ist klar, dass es für beide Formen Platz gibt, jedoch in unterschiedlichen Anwendungen und Ausmaßen.

Die Wahl der passenden Cloud muss keine Grundsatzentscheidung für oder gegen ein bestimmtes Modell sein. Es geht auch nicht darum, welche Cloud „besser“ ist, sondern eher um die Frage nach dem Anwendungsszenario. Was für ein Start-up geeignet ist, ist nicht zwingend für ein etabliertes Unternehmen angebracht und umgekehrt. Auch wenn das gleiche Unternehmen diversifiziert, muss möglicherweise die Cloud angepasst werden.

Die Strategie ist entscheidend

Im Grunde geht es also nicht um die richtige Cloud, sondern um die richtige Cloud-Strategie. Eine solche berücksichtigt auch betriebswirtschaftliche und rechtlich-regulatorische Faktoren. Mit zunehmendem Fokus auf Privatsphäre und Datenschutz muss beispielsweise ein Höchstmaß an Compliance gewährleistet werden, insbesondere in sensiblen Branchen wie Banken und Gesundheitswesen, in denen Datenschutz obligatorisch ist. Laut dem KPMG Cloud Monitor 2018 ist die EU-DSGVO-Konformität, also das Einhalten der neuen EU-Datenschutzgrundverordnung, neues Top-Auswahlkriterium bei der Wahl des passenden Cloud-Anbieters. Klassischerweise ist dieser Punkt die Domäne der Private Clouds, da deren Anbieter in der Regel viel detaillierter auf Sicherheitsforderungen eingehen können als Anbieter von Public Clouds. Sofern die Private Cloud auf firmeneigener IT gehostet wird, bietet sie zudem ein hohes Maß an Kontrolle und Sicherheit. Ein Knackpunkt bei Public Clouds ist der Speicherort der Daten. Obwohl auch Public Clouds nicht per se unsicher sind, schätzen viele Unternehmen bislang die Möglichkeit der Private Cloud, weil sie zum Beispiel die Daten innerhalb Deutschlands gespeichert wissen. Public-Cloud-Lösungen werden vor allem für unkritische Anwendungen genutzt. Für weniger sensible Daten ist die Public Cloud meist die günstigere und zugänglichere Plattform. Gerade wenn es um einen reinen Speicherservice, also das Ablegen von Daten, geht, ist diese Form oftmals günstiger. Entscheider sollten jedoch bedenken, dass stets die Gesamtkosten zu betrachten sind und Public-Cloud-Dienste oft nur zu Beginn kostengünstiger erscheinen. Zudem sind die Kosten nur eine Seite der Medaille. Konstante Verfügbarkeit, Geschwindigkeit beim Datenzugriff oder spezifische Compliance-Anforderungen können Kostenvorteile schnell aufwiegen. Neuerdings lässt sich jedoch beobachten, dass Großunternehmen damit beginnen, auch kritische Anwendungen und Applikationen in die Public Cloud auszulagern.

Wenn Daten und Workflows so sensibel sind, dass eine private Bereitstellung unabdingbar ist, müssen diese in der Private Cloud verbleiben. Um die Grenzen von Public und Private Clouds zu überwinden, kombinieren heute viele Unternehmen diese beiden Bereitstellungsformen. Hybride Cloud-Lösungen versprechen Flexibilität ganz nach Maß. Manche beginnen zunächst mit einer privaten Cloud im eigenen Rechenzentrum, andere entscheiden sich gleich für ein maßgeschneidertes Hybridpaket eines Drittanbieters. Diese gemischten Umgebungen haben den Vorteil, dass Sicherheits- und Compliance-Anforderungen je nach Branche oder Standort individuell erfüllt werden können und das Unternehmen gleichzeitig die Kosten-, Flexibilitäts- und Zugänglichkeitsvorteile der Public Cloud nutzen kann.