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Restrukturierung des Software-Konzerns: SAP baut um und bis zu 4.400 Stellen ab

SAP hat ein unternehmensweites Restrukturierungsprogramm angekündigt, das Deutschlands größten Softwarehersteller besonders in den Geschäftsfeldern Künstliche Intelligenz sowie Internet der Dinge stärken soll. In anderen Bereichen will das Unternehmen hingegen mehrere Tausend Stellen streichen.

Der Hauptsitz von SAP in Walldorf Bildquelle: © SAP

In Deutschland sollen bis zu 1.200 Beschäftigte vom Umbau betroffen sein

Bei SAP steht eine Restrukturierung an, die mit einem massiven Stellenabbau einhergeht. Wie Bill McDermott, Chef des Walldorfer Softwareherstellers, gegenüber dpa erklärte, plane das Unternehmen, Mitarbeiter umzuschulen, zu versetzen, in einigen Fällen aber auch mit Abfindungen in den Vorruhestand zu schicken. Während laut Finanzvorstand Luka Mucic weltweit bis zu 4.400 Stellen von den Streichungen betroffen sein könnten, was etwa 4,5 Prozent der SAP-Beschäftigen entspricht, soll die Mitarbeiterzahl zukünftig aber wachsen – von 96.500 auf 105.000 Beschäftigte. Denn andere Bereiche werden ausgebaut. Konkret plant SAP, stärker in Künstliche Intelligenz und das Internet der Dinge zu investieren.

Bereits 2015 hatte der Konzern eine unternehmensweite Restrukturierung umgesetzt und rund 3.000 Stellen abgebaut, um an anderer Stelle das Cloud-Geschäft zu stärken. Anschließend arbeiteten mehr Mitarbeiter bei SAP als zuvor.

Starker Umsatz, “niedrige Profitabilität”

Von dem aktuell angekündigten Umbau sollen hierzulande rund 1.000 bis 1.200 Beschäftigte betroffen sein, die Kosten für das gesamte Programm schätzt das Unternehmen auf 800 bis 950 Millionen Euro. Für diese Investitionen ist SAP gut aufgestellt. Der Umsatz lag 2018 bei 24,71 Milliarden Euro und damit fünf Prozent über dem Vorjahr. Dazu haben unter anderem die starken Lizenzverkäufe beigetragen, aber auch das Cloud-Geschäft legt stetig zu. Bis 2023 will der Konzern seine Cloud-Umsätze verdreifachen. „Durch diese ausgezeichnete Geschäftsentwicklung sind wir bestens für weiterhin starkes profitables Wachstum im Jahr 2019 und darüber hinaus aufgestellt“, erklärt Mucic gegenüber dpa.

Der Gewinn des DAX-Konzerns ist 2018 im Gegensatz zum Umsatz jedoch nur um ein Prozent auf 4,09 Milliarden Euro gestiegen. Die laut Händlern und Analysten „unerwartet niedrige Profitabilität“ hat an der Börse zu einem Verlust von 2,7 Prozent geführt.