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Interview mit MariaDB: Open Source für kritische Anwendungen

MariaDB will als Open-Source-Datenbank eine ernsthaften Konkurrenz für Oracle und Co. darstellen. funkschau hatte die Gelegenheit, mit dem Chief Evangelist Kaj Arnö über aktuelle Entwicklungen und die nächsten Schritte von MariaDB zu sprechen.

Kritische Infrastrukturen Bildquelle: © fs - 123RF

funkschau: Warum und in welchen Bereichen nutzen Unternehmen ganz generell Open-Source-Software?

Kaj Arnö: Open-Source-Software wird vor allem bei IT-Infrastrukturen eingesetzt. Je allgemeiner der Bedarf ist, um so wahrscheinlicher ist der Einsatz von Open-Source-Software. An erster Stelle stehen dabei Betriebssysteme wie Linux, vor allem für Server, und an zweiter Stelle kommen dann schon Datenbanken wie MariaDB, MySQL und PostgreSQL. Je spezieller der Bedarf ist, desto unwahrscheinlicher wird der Einsatz von Open Source.

funkschau: Kommt Open Source heute auch bei kritischen Workloads zum Einsatz oder ist das nach wie vor eine Domäne proprietärer Datenbanksysteme?

Arnö: Auf jeden Fall. Cloud-Anwendungen beruhen mittlerweile ja fast ausschließlich auf Open Source und diese Anwendungen sind oft unternehmenskritisch. Es ist mittlerweile sogar so, dass kritische Workloads unter Open Source besser und sicherer laufen, weil die Anwendungen intensiv erprobt und getestet worden sind.

funkschau: Tragen viele Unternehmen zur Code-Basis bei oder wollen die meisten Open-Source-Lösungen einfach nur nutzen?

Arnö: Die allermeisten sind nur Anwender von Open Source, die wenigsten sind Entwickler. Die meisten Mitwirkenden für MariaDB sind oftmals große Unternehmen wie Google, Alibaba, Facebook und Tencent. Also Firmen, die nicht als Einzelkämpfer unterwegs sind. Die Einzelkämpfer gibt es auch, aber immer wichtiger werden die Beiträge von Firmen wie IBM und Microsoft, die ebenfalls zur Entwicklung von MariaDB beitragen.

funkschau: Liegt das vor allem an den dafür notwendigen Ressourcen, dass sich das gerade größere Firmen leisten können?
 
Arnö: Ja sicher. Aber auch diese Unternehmen tun das nicht nur der Welt zuliebe, sondern aus eigenem Interesse. Sie wollen ja, dass MariaDB gut unter deren Betriebssystemen läuft und deren Kundenprobleme löst. Das ist die Motivation hinter dem Engagement bei MariaDB.