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Nachfrage nach SD-WAN steigt: Die Zeit für Appliances ist abgelaufen

Anwendungen verlagern sich zunehmend in die Cloud und auch die Mobilität der Mitarbeiter nimmt zu. Diese Dynamik in Richtung Digitalisierung bedeutet jedoch, dass sich Unternehmen mit der Bewältigung von unzähligen Herausforderungen an die Netzwerkinfrastruktur und -sicherheit konfrontiert sehen.

Sanduhr Digitalisierung Bildquelle: © funkschau

Gartner prognostizierte für 2018 ein Wachstum des weltweiten Marktes für Public Cloud Services um 21,4 Prozent. Diese rasante Zunahme von Cloud-Services und Software-as-a-Service (SaaS)-Anwendungen führt dazu, dass die Mehrheit der Unternehmen den traditionellen Ansatz für Netzwerk- und Sicherheitsinfrastrukturen überdenkt. Viele von ihnen werden dazu ermutigt, veraltete Hardware zu entfernen. Heute ist es für Unternehmen unerlässlich, ihre Anwendungen von den Kompromissen und Einschränkungen bestehender WAN-Ansätze zu befreien, indem sie zu einem Cloud-first-Netzwerkmodell übergehen, das mehr Wert auf softwaredefiniertes Wide Area Networking (SD-WAN) legt.

Laut einer Studie von Frost & Sullivan gaben 85 Prozent der weltweit befragten Unternehmensvertreter an, dass sie SD-WAN als zukünftigen Treiber ihrer Geschäftsentwicklung und für die Verbesserung der Kundenerfahrung ansehen. 33 Prozent haben bereits eine SD-WAN-Lösung eingeführt oder sind dabei dies zu tun. Mehr als 61 Prozent haben die Absicht in den nächsten 12-24 Monaten so eine Lösung auszurollen. Mit SD-WAN verbunden, planen auch viele der Befragten ihre Cloud-basierten Sicherheitslösungen auszubauen und zu verstärken.

Der Umstieg auf SD-WAN

SD-WAN bietet die Flexibilität, jede beliebige Kombination von Transportkonnektivität zu nutzen, sei es MPLS, Breitband oder 4G - und bald sogar 5G - und verknüpft mehrere Verbindungen logisch zu virtuellen Overlays. Durch diese Verknüpfung erhält jede Anwendung die Netzwerkressourcen, die sie benötigt, um ein qualitativ hochwertiges Endnutzerlebnis zu bieten. Die Technologie ermöglicht Unternehmen den reibungslosen Übergang von einer Hub-and-Spoke- zu einer Direct-to-Internet-Architektur. Es vereinfacht die Weiterleitung des Datenverkehrs in der Filiale und stellt eine verbesserte Konnektivität mit dem Internet, Cloud-Anwendungen und dem Rechenzentrum sicher. Diese Verbesserungen werden immer wichtiger, da die Netzwerke neu konfiguriert werden, um eine größere Flexibilität und Mobilität als Reaktion auf die Benutzeranforderungen zu ermöglichen.

Die gute Nachricht ist, dass SD-WAN diesen Übergang sicher und kostengünstig ermöglicht. Das Konzept der Rückleitung des Datenverkehrs zu einem zentralen Rechenzentrum funktionierte solange, wie sich Anwendungen und Benutzer im Unternehmensnetzwerk befanden. Da Benutzer heute zunehmend in Niederlassungen angesiedelt sind oder als Road Warrior von unterwegs aus arbeiten und Anwendungen in die Cloud verlagert wurden, bietet die Rückführung des Datenverkehrs über ein Hub-and-Spoke-Netzwerk eine schlechte Benutzererfahrung. Zudem ist der Anstieg des MPLS-Traffics mit deutlich höheren WAN-Kosten verbunden und ein solches Modell geht mit einem erhöhten Sicherheitsrisiko einher, wenn Anwender beispielsweise Remote Access VPN umgehen. Unternehmen zahlen für das Traffic Backhauling, um Remote-Benutzer in ein Netzwerk zu bringen, auf das sie gar nicht mehr zugreifen müssen, da mehr und mehr Applikationen in der Cloud liegen, wie etwa Office 365 und Azure. Um diese Herausforderungen zu bewältigen und eine bessere User Experience zu gewährleisten, muss der Datenverkehr an jeder Niederlassung direkt ins Internet geleitet werden.