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Rechenzentren in Smart Cities: Wie die Digitalisierung unsere Städte verändert

Fortsetzung des Artikels von Teil 1.

Auf dem Weg zur intelligenten Stadt

Schon heute gibt es zahlreiche Beispiele von ersten Smart-City-Initiativen, die deutsche Städte geplant oder sogar schon umgesetzt haben. Als Vorreiter in dieser Hinsicht gelten in Deutschland beispielsweise Hamburg, München, Berlin oder Darmstadt. In verschiedenen Pilotprojekten wird dort bereits das Konzept der intelligenten Stadt erprobt. In Darmstadt liegt der Fokus vor allem darauf, den seit langem stark wachsenden Stadtverkehr am Laufen zu halten und Verkehrsstaus innerhalb der Stadt zu vermeiden. Mithilfe von Kameras, Bewegungssensoren und intelligenten Ampeln können Ampelschaltungen zielgerichtet an die Warteschlangen vor der Kreuzung angepasst werden. 2014 hat Hamburg seine digitale Agenda für den Weg zur Smart City veröffentlicht. Teil der geplanten Initiative sind zum Beispiel einzelne Pilotprojekte in den Bereichen intelligente Ampelschaltung und Straßenbeleuchtung oder auch die Umwandlung des Hafens hin zum „Smart Port“, in dem eine intelligente Stellplatzsteuerung dabei helfen soll, die Verkehrs- und Parksituation für Lkw und Auflader zu verbessern. Und doch: Eine echte Smart City, in der weite Teile der städtischen Koordination und die konstante Verbesserung von bestehenden Prozessen selbstständig vom Gesamtsystem abgewickelt und reguliert werden, gibt es in dieser Form noch nicht.

Denn obwohl deutsche Städte individuell und vielseitig nach smarten Lösungen für ihr Städtekonzept suchen, stehen sie alle vor derselben großen Herausforderung: eine digitale Infrastruktur aufzubauen und Pilotprojekte erfolgreich in diese Infrastruktur einzugliedern, um schließlich die Übertragung der Projekte auf die gesamte Stadt zu gewährleisten. Entscheidend sind dabei vor allem drei Punkte. Erstens: der breit angelegte Ausbau von Glasfasernetzen zur flächendeckend schnellen Datenübertragung. Zweitens: das Zusammenführen möglichst vieler beteiligter Akteure – Unternehmen, städtische Verwaltungsapparate und städtische Institutionen – auf neutralen Plattformen im Rechenzentrum oder der Cloud. Und „last but not least“: der ganzheitliche Austausch von Ideen und Erfahrungen zwischen deutschen Städten und der Wille dazu, voneinander zu lernen und miteinander an der gemeinsamen Vision der Smart City zu arbeiten.

Auch wenn die “interconnected“, mitdenkende Stadt noch in ferner Zukunft scheint, wird sie für die Generationen, die nach uns kommen, zum Alltag gehören und die Art und Weise, wie Menschen in Städten zusammenleben, radikal verändern. Bis dieser Tag schließlich gekommen ist, arbeiten unzählige Digital-Pioniere jeden Tag daran, die Grundlage für diese Vision zu schaffen und das Fundament, das andere vor uns gelegt haben, weiter voranzutreiben.

Donald Badoux ist Managing Director bei Equinix