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Wiederaufbereitung von IT: Refurbished neu definieren

Der Trend der Wiederaufbereitung und -verwendung verbreitet sich momentan im ganzen IT-Sektor. So hat nun beispielsweise Google öffentlich bekannt gegeben, dass refurbished Server, Storage und Netzwerkgeräte in den Rechenzentren verwendet werden. Dennoch sind viele Unternehmen skeptisch.

Datacenter Bildquelle: © RAJESH RAJENDRAN NAIR - 123RF

Cisco hat ein eigenes Geschäftsmodell in Bezug auf Refurbishment mit dem Namen Cisco Refresh ins Leben gerufen. Apple arbeitet an einem geschlossenen Regelsystem für alte Mobiltelefone, durch welches momentan etwa 25 Millionen Kilogramm Materialien aus all ihren Betrieben recycelt werden können. Nichtsdestotrotz ist es weiterhin eine Herausforderung das Thema Wiederaufarbeitung weiter öffentlich bekannt zu machen und hier neue Wege zu beschreiten. Viele Unternehmen denken weiterhin, dass ihre Kernsysteme durch die Verwendung von refurbished Hardware einem hohen Risiko ausgeliefert sind. Dieses Denken basiert meist auf Voreingenommenheit, Angst, Ungewissheit und Zweifel.

Herkunft und Bedeutung

Das englische Wort “refurbish” oder auf Deutsch „aufarbeiten“ ist mittlerweile gang und gäbe, aber was ist eigentlich die genaue Definition? Der Duden sagt hier Folgendes: „aufarbeiten – schwaches Verb. Alt und unansehnlich Gewordenes erneuern, überholen, auffrischen.“ Ein weiteres Wort, welches oft in Verbindung mit aufarbeiten auftritt, ist das Wort „gebraucht“. Hier sagt der Duden, dass „gebraucht – Adjektiv. Nicht mehr frisch, nicht mehr unbenutzt“ bedeutet.

Beide Wörter bilden den Grundsatz für den sogenannten Wiederaufbereitungsprozess = Altes wird wiederaufgearbeitet, damit es wie neu funktioniert.

Der Wiederaufbereitungsprozess

Bevor wir erklären, wie man den ersten Schritt in Richtung Nachhaltigkeit im Datacenter tätigt und wie man Teil des refurbished Hardware Trends werden kann, fassen wir die Schritte die zum Wiederaufbereitungsprozess gehören kurz zusammen:

  • Prüfung: Die gebrauchte Hardware wird einer detaillierten physischen und visuellen Prüfung in jedem Schritt der Wiederaufarbeitung unterzogen, dies reicht bis hin zum Verpacken für den Versand.
  • Präzise Reinigung: Server werden in ihre einzelnen Komponenten zerlegt und in antistatischer Umgebung mit Luft gereinigt.
  • Leistungsprüfung: Jeder Server wird umfangreichen Diagnosetests in Bezug auf Stromverbrauch, Speicher, Netzwerkverbindung und Datenspeicherung unterzogen. Jegliche Komponenten, die die Leistungsprüfung nicht bestehen, werden entfernt und durch voll funktionstüchtige Komponenten ersetzt.
  • Reparatur: Fehlerhafte Komponente werden, von qualifizierten Technikern, wenn möglich repariert oder an ausgewählte Partner zum Recycling gegeben.
  • Datenlöschung und Werkseinstellung: Durch Verwendung von führender Sicherheitssoftware werden alle Daten gelöscht und können nicht wiederhergestellt werden. Jegliches Equipment wird auf Werkseinstellung zurückgesetzt.
  • Betriebsbereit: Aufgearbeitete Produkte sind nach dem Prüfprozess sofort betriebsbereit. Bei bestimmten Komponenten wird die Firmware geupdated und nach Bedarf kann Systemsoftware installiert werden.
  • Garantie: Refurbished Hardware sollte mit kompletter Garantie geliefert werden. Die Firma Techbuyer zum Beispiel bietet eine drei jährige Garantie als Standard auf alle Produkte.

Refurbished Hardware bringt die gleiche Leistung, wie neue Hardware, war aber schon einmal im Einsatz und wurde auf Funktionalität geprüft, unterstützt des Weiteren die nachhaltige Entwicklung und schont somit die Umwelt. Nicht zu vergessen, beim Kauf von aufgearbeiteter Hardware sind Kosteneinsparungen von bis zu 80 Prozent im Vergleich zum originalen Verkaufspreis möglich.