Sie sind hier: HomeDatacenter

Fehlerkultur in der IT: IT-Abteilungen brauchen ein gesundes Maß im Umgang mit Fehlern

Fehler gehören in der IT zum Daily Business. Ein System fällt aus, der Server hängt oder ist zu langsam – eine Menge an Fehlern ist selbstgemacht und entsteht durch Stress. Das bestätigen über die Hälfte der IT-Mitarbeiter. Allerdings schweigen einige lieber, anstatt offen darüber zu reden.

Bildquelle: © alphaspirit - fotolia

Nicht einmal jeder zweite IT-Mitarbeiter geht entspannt mit Fehlern um. Laut einer aktuellen Befragung von Ontrack tun das nur 45 Prozent. Ein Risiko, das nicht unterschätzt werden sollte. Schließlich führen Fehler zu wirtschaftlich relevanten Ausfällen: 65 Prozent der IT-Mitarbeiter haben bei sich selbst oder bei Kollegen schon mal eine Störung durch Fehlverhalten erlebt. Und in sehr vielen Fällen führen Fehler zu Datenverlust (84 Prozent).

Fehlerkultur ist Lernkultur

Ein offener Umgang mit Fehlern kann im Einzelfall den wirtschaftlichen Schaden durch Datenverlust zumindest minimieren. Datenretter erhalten beinahe täglich Fälle, in denen Daten aufgrund menschlicher Fehler verloren gegangen sind. Das ist normal. Problematisch wird es erst, wenn die IT-Abteilung Fehler verschlimmbessert, indem sie alles versucht, sie selbst auszubügeln.

Doch durch zu viele Experimente gefährden viele IT-Mitarbeiter die Datenwiederherstellung in den Laboren oder machen diese gar unmöglich. Natürlich meinen es die Mitarbeiter gut, sie wollen ihre Fehler wieder geradebiegen. Aber überschreiben sie etwa in diesem Zuge Festplatten mit neuen Daten, ist es oft unmöglich, die alten wiederherzustellen. Es braucht also ein gesundes Maß im Umgang mit Fehlern und das Wissen, wann es besser ist, sich Hilfe zu suchen.

Fehler in der IT: Es drohen Konsequenzen

Der stärkste Treiber für Aktionismus ist Angst. Diese scheint teilweise in Unternehmen vorzuherrschen, denn jeder zehnte spricht am liebsten gar nicht über Fehler und weitere 11 Prozent nur, wenn es sein muss. Die Angst vor Konsequenzen erzeugt Druck auf die Mitarbeiter. Wenn dieser zu groß ist, ist es klar, dass nicht jeder einen kühlen Kopf behält, wenn etwas schief geht. Aber gerade das ist in dem Fall wichtig. Erfahrungswerte, Bauchgefühl und Wissen spielen dann zusammen. Wenn Mitarbeiter in Aktionismus verfallen, nur um einen Fehler zu vertuschen, geht das nicht gut aus. Jeweils 9 Prozent der Mitarbeiter geben an, dass Fehler bei ihnen Konsequenzen haben und sie im Team diskreditiert werden. 17 Prozent der IT-Mitarbeiter sagen, ihr Chef sehe Fehler nicht gerne. Das ist das falsche Signal an das Team.

Mit zunehmender Relevanz von Daten wird dieses Thema immer brisanter. Ein Datenverlust kostet hierzulande etwa 558.000 Euro im Durchschnitt laut einer Studie des Marktforschungsunternehmens Vanson Bourne im Auftrag von EMC – und einem Unternehmen mit einem digitalen Geschäftsmodell im Zweifel Kopf und Kragen. So ist ein Unternehmen, das auf Basis von Algorithmen und Datenauswertungen sein Geld verdient, gut beraten, wenn kleinste Schwierigkeiten mit den Daten sofort kommuniziert und gelöst werden. Je wertvoller also die Daten (und je schlimmer ein potenzieller Datenverlust wäre), desto mehr sollte die IT-Abteilung eine offene Fehlerkultur etablieren. Wer Fehler hingegen vertuschen will, handelt fahrlässig und riskiert einen wirtschaftlichen Schaden.

Fehlerkultur leben

Zu einer guten Fehlerkultur gehört natürlich, über Fehler zu sprechen und sie im Team zu reflektieren. Das muss praktiziert werden, bis es in Fleisch und Blut übergeht. Regelmäßige Meetings, in denen Fehler thematisiert, oder sogar gefeiert werden, sind nur ein Baustein, eine gute Fehlerkultur zu pflegen. Des Weiteren sind Offenheit gegenüber neuen Themen ohne eingetretene Trampelpfade, ein agiles Projektmanagement und eine gesunde Lern- und Feedbackkultur, in der Fehler positiv formuliert werden, wichtig.