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Back-up und Storage: Sicherer Speicherplatz in den Wolken

Die Angst vor einem Datenverlust ist ständiger Begleiter in Unternehmen. Nicht zuletzt deshalb spielt die Cloud eine wichtige Rolle als Speicherplatz für Sicherungen und Archive: Bei einem kompletten Verlust lokaler Daten lassen sich die Informationen über das Netzwerk problemlos wiederherstellen.

Cloud-Sicherheit Bildquelle: © fs

Services für die Online-Datensicherung treffen auf starke Akzeptanz in Organisationen. Laut einer aktuellen Veritas-Studie arbeiten deutsche Unternehmen durchschnittlich mit drei Anbietern gleich-zeitig zusammen, sind also Multi-Cloud-Nutzer. Von denen, die noch mit einem Cloud-Anbieter zusammenarbeiten, wollen 39 Prozent aufrüsten. Doch was genau sind die Vorteile der Multi-Cloud?

1. Wahlfreiheit: Das Angebot an Cloud-Service-Providern (CSPs) ist groß, ihre Dienste sind breit gefächert, die Preise oft niedrig. Kunden, die ihre Back-ups und Archive auf mehrere Cloud-Anbieter verteilen, profitieren von dieser Situation. Wird zum Beispiel der Langzeitspeicher bei einem CSP teurer, kann die IT-Abteilung Back-ups einfach zu einem günstigeren Anbieter migrieren. In Abhängig von Herkunft und Hintergrund haben die einzelnen Anbieter bestimmte Stärken oder Spezialisierungen entwickelt. Google ist historisch stark bei Analytics, Microsoft wiederum brilliert beim Hosting von Legacy-Applikationen, AWS punktet bei Cloud Storage. Natürlich wollen Firmen stets den besten Provider für die jeweilige Aufgabe – und schon befindet man sich in der Multi-Cloud-Realität. Ein weiterer Aspekt: CSPs entwickeln am laufenden Band Zusatzservices wie beispielsweise Big-Data-Analysen, die ebenfalls Mehrwerte liefern.

2. Unabhängigkeit: Ein Unternehmen, das mit nur einem Cloud Provider zusammenarbeitet und den Großteil seiner Daten dort hinterlegt, begibt sich in ein gewisses Abhängigkeitsverhältnis. Der Vendor-Lock-In birgt das Risiko, dass ab einer gewissen Datenmenge die Transaktionskosten einen Wechsel unwirtschaftlich machen, obwohl der Dienst anderer Anbieter passender, moderner oder einfach billiger wäre.

Jedoch macht die Menge der Daten den Wechsel komplex und langwierig. Wer beispielsweise ein Petabyte an Daten bewegen muss, bräuchte bei einer 100 MBit/s-Leitung etwa 1.095 Tage für den Upload. Selbst mit dezidierten Transfer-Appliances, die die großen Cloud Provider anbieten, dauert der Transfer immer noch 43 Tage.

In der Multi-Cloud verläuft dies anders: Hier werden die Workloads und Applikationen automatisch auf andere Anbieter gespiegelt. Ein Umzug fällt leichter, da die Daten schon auf andere Anbieter verteilt sind. Mit einer entsprechenden Verwaltungs-Software, die Schnittstellen mit relevanten CSPs aufweist, verschiebt die IT-Abteilung Daten mit einem Mausklick von einer Cloud in die andere. Das kann auch die Verfügbarkeit steigern.

3. Sicherheit: Wer auf Nummer sicher gehen will, hinterlegt seine Back-ups bei mehreren CSPs in verschiedenen Regionen. Das Risiko eines Datenverlusts ist damit deutlich geringer. Denn kein Dienst ist komplett ausfallsicher: Naturkatastrophen, Hackerangriffe oder menschliches Versagen können unverhofft eintreten.

Die Sicherheitsstandards der CSP sind in der Regel sehr hoch, da sie viele Sicherheitsexperten beschäftigen. Mittelständische Unternehmen könnten sich dieses Personal oft gar nicht leisten. Wer alle empfohlenen Sicherheits- und Verschlüsselungsmaßnahmen ergreift, dessen Daten sind genauso gut oder sogar besser geschützt als im eigenen Rechenzentrum.

Ein weiterer Pluspunkt: Disaster Recovery in der Cloud. Anstatt wie früher ein weiteres, teures Rechenzentrum für die Redundanz aufzubauen, können Unternehmen die nötigen Rechenressourcen in die Cloud verlagern. Das spart Investitionskosten und erhöht durch eine dezentrale Verteilung der wichtigsten Daten und Applikationen die Sicherheit. Im Falle eines Failovers verlagert sich die Arbeitslast der kritischen Anwendungen vom Rechenzentrum des Unternehmens einfach in die Cloud.

Zudem sollten Unternehmen bedenken, das auch CSPs nur Unternehmen sind, die jederzeit insolvent gehen oder übernommen werden können. Beide Szenarien wirken sich auf die verfügbare Rechenzentrumsinfrastruktur aus und beeinflussen, wo die Daten der Kunden liegen. Dies kann vor allem dann zu einem Problem werden, wenn Daten in einer bestimmten Region gelagert werden müssen, weil es die Datenschutzgrundverordnung so verlangt.

4. Skalierbarkeit: Der große Vorteil der Cloud ist die Abrechnung nach tatsächlich genutztem Speicherplatz und Rechenzyklen für die Workloads. Davon profitieren vor allem kleine und mittelständische Unternehmen, die sich keine lokale Back-up- oder Recheninfrastruktur leisten können oder wollen. Große Unternehmen mit eigenem Rechenzentrum sind in der Lage, flexibel zu entscheiden, wo sie ihre Daten aufbewahren. Ein übliches Modell ist, Langzeit-Back-ups in billigem Cloud-Speicher abzulegen und kritische Daten lokal aufzubewahren.  

Die Multi-Cloud kann Vorteile für Unternehmen jeder Größe bieten. Wer sie optimal nutzen möchte, sollte allerdings in eine leistungsfähige Verwaltungssoftware für seine Daten investieren und den Markt im Auge behalten.

Andreas Bechter ist Global Technical Account Manager bei Veritas