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Back-up und Recovery: Virtualisierte Server-Landschaften umfassend schützen

Mit dem Einzug der Servervirtualisierung änderten sich die an Back-up- und Recovery-Lösungen gestellten Anforderungen. Zwar stellen virtuelle IT-Infrastrukturen viele neue Sicherungs- und Wiederherstellungsoptionen bereit, doch dadurch gestalten sich die Prozesse komplexer als zuvor.

Schach Bildquelle: © fs-Iakobchuk-123rf

Im Gegensatz zu physikalischen Servern, die sich aus Hard- und Software zusammensetzen, stellt bei virtualisierten Systemen ein Virtualisierungs-Stack alle für die Bereitstellung und Steuerung der virtuellen Maschinen auf dem Host erforderlichen Komponenten, Dienste und Treiber bereit. Dadurch ändern sich die für Back-ups geltenden Regeln.

Zwar können Anwender inzwischen aus einer breiten Palette an Software-Lösungen wählen. So finden sich neben ursprünglich ausschließlich für die Sicherung physischer Umgebungen entwickelter und später für das Back-up virtualisierter Server „nachgerüsteter“ Produkte inzwischen auch vielerlei speziell für die Sicherung virtueller Umgebungen konzipierter Anwendungen am Markt, von denen einige weiterhin auch das Backup physischer Systeme unterstützen. Allerdings unterscheiden sich die erhältlichen Produkte sowohl hinsichtlich ihrer Architektur als auch ihres Funktionsumfangs.

Back-ups auf Host-, Gast- oder Speicherebene

Welches Schutzniveau sich mit dem Einsatz der Lösungen erreichen lässt, hängt maßgeblich davon ab, wie sie mit dem Virtualisierungs-Stack zusammenspielen und ob Backups auf Host-, Gast- oder Speicherebene durchgeführt werden können.

Back-ups auf Hostebene bieten den Vorteil, dass der gesamte Virtualisierungs-Host einschließlich aller darauf betriebenen VMs auf einen Schlag gesichert wird. Neu erstellte oder auf das System migrierte virtuelle Maschinen werden automatisch in den Prozess miteinbezogen. Nachteilig ist, dass der Server nach einem Datenverlust komplett wiederhergestellt werden muss, da die VMs in der Regel nur in Gänze, nicht jedoch einzelne Dateien, Ordner oder Anwendungen rekonstruiert werden können.  

Ist eine feingliedrigere Sicherung gefragt, bietet sich ein Back-up auf Gastebene an. Die Kehrseite dabei ist, dass hierfür in der Regel auf jeder virtuellen Maschine ein Agent installiert werden muss und sich dadurch das Management komplexer und aufwendiger gestaltet. Hinzu kommt, dass weder die Konfigurationsdateien der VM noch möglicherweise mit der virtuellen Maschine verknüpfte Snapshots mitgesichert werden.

Alternativ lassen sich VMs auf Speicher-ebene sichern. Bei diesem Ansatz werden die einzelnen Blöcke von einem Speicher-Array auf eine Back-up-Appliance kopiert. Auch hier gilt, dass möglicherweise fehlende Informationen über die virtuellen Maschinen oder Anwendungen eine granulare Wiederherstellung erschweren.