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Managed Private Cloud: Service-Modell für die Private Cloud

Warum etwas kaufen, das sich auch als Dienstleistung buchen lässt? Service-basierte Geschäftsmodelle sind in – das zeigen Unternehmen wie Uber und Airbnb. Auch in der IT gewinnen solche Konzepte an Bedeutung. Etwa bei Managed Private Clouds: So gewinnen Unternehmen Zeit für die Digitalisierung.

Cloud Bildquelle: © fotolia

Zunehmend kommt es zu einer Verschiebung vom Produkt hin zum Service. Erfolgreiche Start-ups machen vor, wie das funktioniert, und lehren etablierten Unternehmen das Fürchten. So gilt Airbnb als größter Unterkunftsanbieter der Welt und besitzt dabei selbst kein einziges Hotel. Auch dem größten Taxiunternehmen Uber gehören keinerlei Fahrzeuge. Im Privatleben sind wir längst an solche Services gewöhnt und schätzen ihre Vorteile. Schließlich kaufen wir uns auch kein Flugzeug, wenn wir in die USA reisen möchten, sondern buchen einfach einen Flug. Strom beziehen wir vom Energieanbieter und bauen nicht etwa ein eigenes Kraftwerk. Warum also sollte man für die IT noch eigene Hardware betreiben?

Die Digitalisierung verändert Geschäftsmodelle

Nach und nach kommt dieser Service-Gedanke in deutschen Unternehmen an. Bis zum Jahr 2020 wollen nur noch 50 Prozent ein eigenes Rechenzentrum nutzen. Das ergab eine aktuelle Studie der Marktforscher von IDC. Aktuell sind es 62 Prozent. Zunehmend lagern Unternehmen ihre Infrastruktur an Colocation-Anbieter aus oder beziehen sie gleich aus der Cloud. Im Trend liegt dabei die Hybrid-Cloud – eine Kombination aus Public Cloud und Private Cloud.

Die Idee, Services zu buchen, statt selbst Infrastruktur zu kaufen, hat großen Charme. Schließlich lassen sich damit Anschaffungskosten sparen sowie Flexibilität und Skalierbarkeit gewinnen. Dieser Gedanke lässt sich noch weiterführen – indem man auch den Betrieb der Infrastruktur als Dienstleistung bezieht, also „Service as a Service“. Bei Public-Cloud-Angeboten ist das selbstverständlich. Sie haben aber den Nachteil, dass Unternehmen sensible Daten aus der Hand geben. Das wirft Sicherheitsbedenken auf. Gerade für geschäftskritische Anwendungen bevorzugen die meisten deutschen IT-Entscheider daher die Private Cloud, bei der die Datenhoheit im eigenen Haus bleibt. Doch es gibt ein vergleichbar neues Modell, das den Service-Gedanken der Public Cloud auf die Private Cloud überträgt und damit die Vorteile beider Welten verbinden soll: die Managed Private Cloud.

So funktioniert die Managed Private Cloud

Mit einer Managed Private Cloud erhalten Unternehmen eine Private Cloud als Service. Ein Dienstleister stellt die Infrastruktur für den Aufbau der Cloud bereit und kümmert sich um ihren Betrieb. Entsprechende Lösungen können beispielsweise aus einem Micro-Datacenter mit vorkonfiguriertem Server, Storage und Netzwerkequipment in Kombination mit Managed Services bestehen. Sind die Komponenten aufeinander abgestimmt, müssen sich IT-Verantwortliche nicht selbst um die Auswahl kümmern. Es sind jedoch bei der Bestellung drei Werte festzulegen: Wie viele virtuelle Prozessoren (vCPU), wie viel virtueller Hauptspeicher (vRAM) und wie viel virtueller Plattenspeicherplatz (vDisk) werden benötigt? Damit ist der Rahmen abgesteckt. Die gebuchten vCPU, vRAM und vDisk skalieren zwischen einem Minimal- und Maximalwert. Bei Bedarf lassen sich solche Pakete aufstocken.

Der Dienstleister baut die Cloud-Infrastruktur beim Unternehmen im Haus auf und sorgt dafür, dass sie mit einer Verfügbarkeit von mindestens 99,99 Prozent stabil läuft. Damit gewährleistet er eine Betriebssicherheit vergleichbar der von großen Public-Cloud-Anbietern. Der Dienstleister überwacht das System über eine Management-Konsole 24 Stunden am Tag. Sind Komponenten mindestens doppelt verbaut, kann das Hardware-Ausfälle beziehungsweise Störungen abfangen. Muss einmal etwas ausgetauscht werden, kümmert sich der Service-Anbieter darum.

IT-Verantwortliche müssen das Micro-Datacenter nicht kaufen, sondern zahlen eine monatliche Gebühr für die Ressourcen, die sie tatsächlich gebraucht haben. So wandeln sie CAPEX in OPEX um. Dadurch, dass der Dienstleister auch den Betrieb der Private Cloud managt, muss sich die IT-Abteilung nicht mehr selbst mit Verwaltungsaufgaben beschäftigen. Stattdessen wird sie zum Konsumenten im eigenen Rechenzentrum.