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Elastic Hybrid Multi Cloud: Wird die Cloud-Nutzung für Unternehmen zu kompliziert?

Multi-Cloud-Strategien und hybride Cloud-Formen überfordern viele Firmen – ganz zu schweigen von Kombinationen wie der Elastic Hybrid Multi Cloud. Für die meisten klingen die Begriffe per se schon kompliziert und nach viel Aufwand. Es gilt also erstmal zu klären, was das alles überhaupt bedeutet.

Grafik Multi-Cloud Bildquelle: © Liu Zishan/fotolia/funkschau

Das Thema Multi-Cloud ist auch 2018 noch im Aufwärtstrend. Denn Unternehmen wollen nicht mehr nur auf einen Cloud-Anbieter setzen, sondern verschiedene Cloud-Angebote nutzen, um perfekt aufgestellt zu sein. Dabei kann es vorkommen, dass manche davon dem Hybrid-Modell folgen. Das wiederum ist eine Mischung aus Private und Public Cloud, bei der bestimmte Services über das öffentliche Internet laufen, während andere datenschutzkritische Angelegenheiten im Unternehmen betrieben und verarbeitet werden. Eine Umfrage von Crisp Research zeigt, dass drei Viertel der befragten Unternehmen bis 2020 ein Hybrid- oder Multi-Cloud-Modell eingeführt haben wollen. Nun kommt noch der Begriff „elastisch“ ins Spiel. Unternehmen wollen ihre Ressourcen so wirtschaftlich wie möglich nutzen. Das bedeutet, dass sie auch ihre ausgewählten Cloud-Dienste je nach Bedarf einsetzen möchten. Dazu stellen Cloud-Anbieter ihre Dienste mit skalierbaren Rechenkapazitäten zur Verfügung. Das ist zum Beispiel sehr praktisch für kleinere Online-Shops, die ihr System über eine Cloud betreiben. Wenn sie mit erhöhtem Ansturm auf den Online-Shop rechnen, beispielsweise in der Weihnachtszeit, können sie kurzfristig und temporär mehr Leistung hinzubuchen. Die Kosten dafür können dann anschließend eingespart werden, wenn der Traffic auf der Seite wieder abgenommen hat.

Die Strategie hinter der Elastic Hybrid Multi Cloud klingt also komplizierter als sie in Wirklichkeit ist. Trotzdem fragen sich viele Verantwortliche, wie sie dieses Modell am besten zentral aufbauen. Rechenzentrumsanbieter verfügen über die notwendige Infrastruktur, um ihren Kunden die Basis dafür sofort bereitstellen zu können. Dazu gehört auch eine sichere und stabile Internetverbindung, denn diese ist das A und O für eine erfolgreiche Cloud-Nutzung. Das öffentliche Internet ist zu instabil, um das volle Potenzial solcher Cloud-Modelle auszuschöpfen. Denn zusätzlich zu den Sicherheitsbedenken ist das öffentliche Internet oft überlastet, was zu schlechter Performance und schwankender Reaktionszeit führt. Für Unternehmen, die Public-Cloud-Services nutzen wollen, ist diese Verbindung nicht effizient und sicher. Behoben werden kann dieses Problem, indem eine einzige private Verbindung für Public- und Hybrid-Cloud-Anwendungen genutzt wird, um auf mehrere Cloud-Provider, Netzwerke und Partner zuzugreifen.

Den Start beschleunigen
Über eine einzige private Verbindung, die der Kunde bei seinem Rechenzentrumsanbieter mietet, kann er Zugang zu allen gewünschten Cloud-Anbietern oder sogar anderen Rechenzentren bekommen. Ein sogenannter Port mit einem Gigabit Größe kann dann in verschiedene Verbindungen aufgeteilt werden. Beispielsweise können 400 Megabit für eine Verbindung zu AWS genutzt werden, 200 Megabit für SAP, 100 Megabit für Microsoft Azure und so weiter. Der Vorteil ist dabei vor allem, dass Unternehmen diese Aufteilung flexibel ändern können. Mindestlaufzeiten von teilweise zwölf Monaten bei Verträgen direkt mit den Anbietern können auf diese Weise umgangen und die Anbieter können so einfacher, oft innerhalb von vier Wochen, gewechselt werden. Vor allem für kleine und mittelständische Unternehmen ist diese Variante kostengünstiger, da ihnen kleinere Bandbreiten völlig ausreichen und sie so verschiedene Services ausprobieren können. Außerdem sparen sie sich die Mühe, skalierbare IT-Infrastrukturen und mehrere Cloud-Zugänge selbst aufzubauen. Die automatisierte Netzwerkbereitstellung durch das externe Rechenzentrum reduziert den manuellen Aufwand und beschleunigt den Start.

Für eine transparente Verwaltung der genutzten Cloud-Angebote bieten manche Colocation-Anbieter auch Service-Portale an. Hier werden die physischen und virtuellen Verbindungen angezeigt und lassen sich durch Reportings auswerten. Das bietet viel Optimierungspotenzial für mehr Wirtschaftlichkeit an. Ebenso können hier die einzelnen privaten Zugangskosten effektiv verwaltet werden. So haben Unternehmen die volle Kontrolle und eine zentrale Anlaufstelle bei minimalem Aufwand.