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Virtualisierung: Container ergänzen Virtualisierung

Im Zuge der verstärkt auftretenden Container-Technologie von einer Post-Virtualisierungsära zu sprechen, wäre etwas verfrüht. Beide Technologien haben nach wie vor ihre Berechtigung, denn trotz aller Gemeinsamkeiten gibt es Unterschiede hinsichtlich der jeweiligen Einsatzszenarien und Vorteile.

Container Bildquelle: © fs Quelle: 123rf

Die IT-Prioritäten haben sich in vielen Unternehmen verschoben. Früher standen Themen wie Stabilität, Konsolidierung, Standardisierung und Kostenreduzierung im Vordergrund. Heute treten zunehmend Aspekte wie Agilität, Flexibilität und Geschwindigkeit an die Spitze der Prioritätenliste. Ein neuer IT-Ansatz ist dabei notwendig: Die schnelle Bereitstellung von Innovationen erfordert die Fähigkeit, Software-Release-Änderungen viel häufiger durchzuführen. Und die gestiegenen Performance- und Skalierbarkeits-Anforderungen machen ein höheres Maß an Flexibilität und Automatisierung nötig.

Im Zuge dessen gewinnen neue IT-Modelle, Technologien, Entwicklungs- und Betriebsprozesse wie Container-Lösungen, Microservices, DevOps oder „X-as-a-Service“ zunehmend an Bedeutung. Eine entscheidende Rolle nehmen dabei in technologischer Hinsicht vor allem Container ein, da sie eine komfortable und effiziente Möglichkeit bieten, um neue Applikationen zu entwickeln und bereitzustellen.

Im Prinzip geht es bei Containern um die Kapselung und Isolierung von Anwendungen mit allen benötigten Komponenten und Konfigurationsangaben in einem oder mehreren Paketen. Dadurch lassen sich Anwendungen schnell, einfach und vollständig konfiguriert bereitstellen. IT-Prozesse werden so erheblich beschleunigt.

Container bieten großes Innovationspotenzial

Konkret bieten Linux-Container zum einen die Möglichkeit der Softwarepaketierung, mit der Entwickler Applikationen zusammen mit ihren Laufzeitabhängigkeiten bündeln und auf kompatiblen Container-Hosts ausführen können. Solche Container sind schnell betriebsbereit und portabel, da sie die komplette Applikationsumgebung enthalten. Zum anderen unterstützen Linux-Container auch die isolierte und performante Bereitstellung von mehreren Applikationen auf einem Host-Betriebssystem. In beiden Fällen werden den Containern die Systemressourcen fest zugeordnet. Der Linux-Kernel wird dabei von allen auf einem System laufenden Instanzen geteilt; dadurch ist der Verwaltungsaufwand sehr gering.

Zu den wichtigsten Vorteilen von Containern, die sich sowohl für herkömmliche als auch für Cloud-native Applikationen anbieten, gehören:

  •  Eingebaute Portabilität: Entwickler können die Applikations-Container flexibel auf dafür zertifizierten gehosteten Systemen installieren
  •  Geringer Platzbedarf: Applikations-Container vermeiden den Overhead von Virtual Machine Images, die ein vollständiges Betriebssystem benötigen
  •  Hohe Effizienz und Agilität: Standardisierung und Automatisierung steigern die Effizienz und Geschwindigkeit und Continuous-Delivery-Workflows erhöhen die Agilität
  •  Vereinfachte Verwaltung: Applikations-Container reduzieren den Aufwand und das Fehlerrisiko, da sie komplett mit all ihren Abhängigkeiten gepatcht werden
  •  Reduzierte Entwicklungskosten: Die Entwicklung, der Test und die Zertifizierung von Applikationen erfolgen mit nur einer Runtime-Umgebung

Im Zuge der stärkeren Nutzung der Container-Technologie wird verschiedentlich auch die Frage aufgeworfen, ob damit das Ende der Virtualisierung eingeleitet wird. Ein Blick auf die Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen Virtualisierungs- und Container-Lösungen verdeutlicht aber, dass keinesfalls von einer Post-Virtualisierungsära gesprochen werden kann.