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Test: Setup and Forget - Hybride Datensicherung

Carbonite – Der ideale Backupservice ist leicht einzurichten, läuft automatisch, ist zuverlässig und erlaubt spielend einfache Datenwiederherstellungen. Einmal aufsetzen und dann nie wieder darüber nachdenken müssen. All dies trifft auf die Backuplösung Carbonite zu.

Bildquelle: © Carbonite

„Einen Sicherungssatz zu erstellen, ist spielend leicht. Die voreingestellten Werte für Sicherungszeiten, Aufbewahrungsoptionen etc. sind sinnvoll und müssen von den wenigsten Anwendern geändert werden.“

Der eine oder andere Leser, der gelegentlich amerikanische Fachblätter konsumiert oder sich im Internet informiert, wird Carbonite bereits kennen. Besonders in den USA nutzen viele Heimanwender die Personal-Backup-Pläne von Carbonite und sichern die Daten ihrer Heimcomputer damit. Neben diesen Backup-Plänen für Konsumenten offeriert Carbonite aber auch Backuplösungen für Unternehmen, die in den USA zwar ebenso populär sind, in den Medien aber nur selten erscheinen. funkschau hat hingegen die Unternehmenslösung unter die Lupe genommen, unter anderem deshalb, weil Carbonite ihre Personal-Backup-Pläne in Deutschland beziehungsweise EMEA (noch) nicht anbietet.

Bei der Unternehmenslösung handelt es sich um eine hybride Datensicherung, was bedeutet, dass der Kunde seine Daten sowohl lokal auf eigener Storage-Hardware als auch online in einem externen Rechenzentrum (mit Standort in Deutschland) sichert. Diese Vorgehensweise erlaubt eine schnelle Wiederherstellung der Daten von der lokalen Kopie, während die Daten online geschützt bleiben, falls am lokalen Standort sowohl der originäre Datenträger als auch die Storage-Hardware zerstört werden.

Simples Preismodell

Die Menge der Daten, die der Kunde sichern kann, richtet sich einerseits nach der Größe der lokalen Storage-Hardware, andererseits nach dem bestellten Carbonite-Paket: Das Einstiegspaket, Server-Basic, enthält für rund 800 Euro pro Jahr 250 GByte Onlinespeicher, das Server-Prime-Paket für rund 900 Euro pro Jahr 500 GByte. Hinzubuchen lässt sich dann noch zusätzlicher Onlinespeicher für rund 100 Euro pro 100 GByte und Jahr.

Das Preismodell von Carbonite ist also sehr einfach, die Pakete unterscheiden sich lediglich in der Größe des enthaltenen Onlinespeichers. Die Anzahl der zu sichernden Maschinen, Datenbanken und Live-Anwendungen spielt nicht die geringste Rolle. Das ist ein wichtiger Punkt: Carbonite verkauft keine Lizenzen pro Server oder Anwendung, sondern berechnet einfach einen fes-ten jährlichen Preis auf Basis des benötigten Speicherplatzes. Der ideale und von Carbonite angesprochene Kunde ist unter Berücksichtigung des in den Basic- oder Prime-Pakets enthaltenen Onlinespeichers ein KMU mit 3 bis 5 Servern beziehungsweise PCs – physische Maschinen oder VMs.

Die spannende Frage ist nun, welche Plattformen und Anwendungen Carbonite eigentlich unterstützt. Nun, das Unternehmen hat sich auf die Windows-Plattform spezialisiert und unterstützt zunächst einmal Windows-Dateisysteme (NTFS- und ReFS-Dateien und -Ordner) sowie den Systemstatus von Clients und Servern einschließlich Registry und Active-Directory. Neben den Windows-Betriebssystemen
arbeitet Carbonite mit folgenden Live-Anwendungen und Datenbanken zusammen: MS-SQL-Server 2014, 2012, 2008, 2005 und 2000, MS-Small-Business-Server 2011, 2008 und 2003, MS-Exchange-Server 2013, 2010, 2007 und 2003, MS-Sharepoint 2013, 2010, MOSS-2007 und WSS 3.0, MS-Office-365-Exchange-Online, MS-SQL-Server 5.x, Oracle-Server 11i und 11g sowie Hyper-V (Windows-Server2012-R2, 2012 und 2008-R2).

Zur Unterstützung von Hyper-V ist anzumerken, dass Carbonite Hyper-V-Hosts und gehostete virtuelle Maschinen sichert und an ihrem ursprünglichen Speicherort oder einem anderen Speicherort und außerdem Dateien und Ordner innerhalb gesicherter virtueller Maschinen wiederherstellt. Die Wiederherstellung von Dateien und Ordnern aus einer Hyper-V-Datensicherung schließt die Bereitstellung einer virtuellen Festplattendatei (VHD-Datei) für das Dateisystem ein. Zur Erstellung einer Sicherung nutzt Carbonite den Windows-Volume-Shadowcopy-Service (VSS), um auch aktuell verwendete oder nicht zugängliche Dateien sichern zu können. Im Fall von Hyper-V unterstützt Carbonite nur vollständige und inkrementelle Backups, obwohl für andere Plattformen auch differenzielle Datensicherungen durchführbar sind.

Durch die umfangreiche Unterstützung von Exchange einschließlich der Office-365-Version eröffnet sich für Carbonite noch das für einige Unternehmen vielleicht nicht uninteressante Einsatzgebiet als Tool für die Migration von Exchange-Postfächern zwischen Cloud- und lokalen Exchange-Installationen. Das funktioniert, da sich Mailboxen beziehungsweise Mailbox-Inhalte auf dem ursprünglichen Server, einem anderen Server, einem lokalen Exchange-Server oder einfach auf einer Festplatte wiederherstellen lassen.