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Test: Performancefressern auf der Spur

Fortsetzung des Artikels von Teil 2.

Aktives End-to-End-Performancetesting

Die von „GeNiEnd2End“ erzeugten Performancegrafiken sind leicht zu deuten und zeigen, welcher Anteil auf den Client, den Server und das Netzwerk entfällt. Bildquelle: © Netcor

Die von „GeNiEnd2End“ erzeugten Performancegrafiken sind leicht zu deuten und zeigen, welcher Anteil auf den Client, den Server und das Netzwerk entfällt.

Beim aktiven Performancetesting mit „GeNiEnd2End“ arbeiten im Netzwerk verteilte Agenten wie virtuelle Anwender und setzen wiederholbare Testsequenzen ab. Die Agenten tauschen Netzwerktransaktionen untereinander auf der Applikationsschicht aus. Wie oben schon erwähnt, sind bereits mehr als 150 Anwendungsscripts integriert, die unter anderem SAP, Lotus-Notes, Oracle oder MS-SQL abdecken. Steht für einen Applikationen ausnahmsweise kein Test zur Verfügung, können eigene Testabläufe erstellt werden. Ein bevorzugtes Einsatzgebiet von „GeNiEnd-2End“ ist die Prüfung der Netzwerkqualität für VoIP- oder Videoübertragungen. Die Agenten simulieren dabei End-to-End-VoIP-Gespräche untereinander, wobei sie selbstverständlich die unterschiedlichsten ITU-T-Codecs unterstützen, beispielsweise G.711, G.723, G.729 oder G.726. Die Managementsoftware liefert Aussagen über verschiedene Netzwerkeigenschaften wie Jitter, Delay und Paketverlust, außerdem den MOS-Wert, der die Sprachqualität
beziffert.

Die im Netzwerk verteilten Agenten (oder Software-Endpunkte) können im Prinzip auf jedem beliebigen Rechner an geeigneter Stelle installiert werden. Wer ein Produktionssystem nicht zusätzlich damit belasten möchte, wird natürlich Rechner wählen, die gerade irgendwie „über“ sind – das können ja durchaus ältere Systeme sein, die eigentlich schon ausgemustert sind. Dabei ist natürlich darauf zu achten, Systeme zu wählen, die auch passen.

Damit will ich sagen, dass es kaum sinnvoll ist, einen Rechner, der lediglich eine Fast-Ethernet-Schnittstelle besitzt, in ein Gigabit-Ethernet zu hängen, wenn man testen möchte, welche Bandbreite das Gigabit-Ethernet tatsächlich  bietet.

Netcor bietet aber auch noch eine besondere Art Endpunkt, und den finde ich wirklich genial. Dabei handelt es sich um ein Gerät, das etwa die Größe einer 250-Gramm-Packung Kaffee hat. Interessanterweise wiegt es auch genauso viel, ist aber natürlich deutlich teurer als eine Halbpfundpackung „Krönung“. Diese „GeNiJack“ genannte Box ist ein integrierter Hardware-Endpunkt, der Linux ausführt und über eine 10/100/1000-MBit/s-Ethernet-Schnitttstelle verfügt. Der Endpunkt-TCP-Durchsatz (Simplex  Tx/Rx) ist allerdings auf etwa 600 MBit/s beschränkt. „GeNiJack“ ist wunderbar simpel im Netzwerk einsetzbar, um End-to-End-Überwachungen und Analysen von Triple-Play-Datenströmen zu liefern. Das Gerät wird einfach über „GeNiEnd2End“ initialisiert und führt dann aktiv Multi-Play-Leistungstests durch. Die Vorteile des Geräts: Es ist billiger als ein „echter“ Rechner, benötigt weniger Strom (typischerweise etwa 6 Watt) und das Setup, zum Beispiel über die integrierte USB-Schnittstelle, ist unkompliziert. Durch seine Größe lässt es sich unauffällig und leicht an jedem strategischen Standort installieren. Und die Größe und einfache Handhabung des „GeNiJacks“ macht „GeNiEnd2End“ vermutlich auch zu einem interessanten Angebot für Serviceunternehmen, die Performancemessungen und Troubleshooting für die Netzwerke ihrer Kunden anbieten.