Energiemanagement

Wege zu einem reduzierten CO2-Fußabdruck

24. September 2019, 14:35 Uhr | Autor: Marc Fröse / Redaktion: Natalie Lauer | Kommentar(e)

Fortsetzung des Artikels von Teil 1

Die Mischung macht's

Zeitgemäß und förderlich in Sachen Energieeffizienz ist ein Mix aus verschiedenen Infrastrukturtypen. Dabei muss die damit verbundene applikationsbasierte Verteilung der Rechenleistung den Bedürfnissen des jeweiligen Unternehmens gerecht werden und es gilt bei der Zusammenstellung der einzelnen Infrastrukturen Faktoren wie Verfügbarkeit, Latenz, Kritikalität, gesetzliche Anforderungen und die Art der Datenverwaltung zu berücksichtigen.

So eignen sich Unternehmensrechenzentren, die häufig am Firmenstandort errichtet und betrieben werden, beispielsweise zur Verarbeitung von Personendaten, geheimen und kritischen Daten sowie für Intellectual Property.

Hyperscale-Rechenzentren verfügen über Tausende physische Server und Millionen von virtuellen Maschinen. Die dortigen in der Regel vermieteten Infrastrukturen kommen Anwendungen wie Web-Shops, ERP, Streaming oder Social Media entgegen.

Edge-Rechenzentren sind dezentrale, verteilte Infrastrukturen. Sie ermöglichen unmittelbare Verarbeitungsergebnisse und unterstützen Anwendungen, die eine beträchtliche Menge an Bandbreite benötigen, schnelle Reaktionszeiten erfordern, latenzempfindlich sind oder eine Kombination aus allen drei Anforderungen darstellen. Beispiele hierfür sind 5G,  IoT  oder autonomes Fahren.

Einrichtungen für High Performance Computing und/oder Blockchain-Verarbeitung sind die sogenannten HPC-Rechenzentren. Zwar besteht in solchen Rechenzentren eine größere Rechenleistungsdichte, aber in der Regel ist keine spezifische Latenzanforderung vorhanden. HPC-Rechenzentren eignen sich unter anderem für Simulationsrechnungen, Bitcoin-Mining oder Blockchain-Verarbeitung. Die intelligente Verteilung der Rechenleistung entspricht einem nachhaltigen Ansatz. Es ist nicht erforderlich, die gesamte Arbeitsbelastung des HPC-Computers im traditionellen Unternehmensrechenzentrum zu realisieren und alle Archivierungsdaten dort zu speichern. Im Zusammenhang mit IoT können Daten in einem Edge-Rechenzentrum in der Nähe der IoT-Geräte verarbeitet werden. Das verbessert die Latenz. Lediglich die transformierten Daten werden anschließend an das Hauptrechenzentrum gesendet.

Jeder Standort und jeder Rechenzentrumstyp wird so gewählt, dass er sein Ziel erfüllt und die Effizienz maximiert. Darüber hinaus bietet diese neue Organisation die Möglichkeit, von der geografischen Vielfalt und den damit verbundenen ökologischen Vorteilen zu profitieren. HPC und Speicherung können beispielsweise in den nordischen Ländern realisiert werden. Dort wird die kalte Umgebungsluft zur Kühlung eingesetzt. Hingegen können für Technologien wie IoT Edge-Rechenzentren eingesetzt werden, die mittels erneuerbarer Energiequellen betrieben werden. Durch die Verteilung der einzelnen Anwendungen auf unterschiedliche Infrastrukturen wird jeweils die maximale Energieeffizienz erreicht.

Marc Fröse ist Country Manager Germany bei Etix Everywhere

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