Ortsbezogene Daten für 5G

Wechselwirkung in High Speed

12. November 2021, 12:41 Uhr | Autor: Shobhit Jain / Redaktion: Diana Künstler | Kommentar(e)

Fortsetzung des Artikels von Teil 1

Schon bei der Entwicklung bedacht

In allen Branchen müssen Unternehmen ständig aktuelle Standorte lokalisieren, sei es von Geräten, Personal, Waren, Fahrzeugen oder Kunden. Hier helfen neue Netzwerktechnologien. Sie arbeiten mit präzisen Karten und ermöglichen eine Vielzahl weiterer Anwendungsfälle. In früheren Generationen von Mobilfunknetzen war die Positionierungstechnologie vor allem eine Zusatzfunktion. Der 4G-Standard wurde zum Beispiel hauptsächlich für Smartphones entwickelt und nur für geringe Anforderungen an die Standortbestimmung eingesetzt. Bei 5G ist die Positionierungstechnologie jedoch von Anfang an in die Entwicklung des Standards eingeflossen. Das ist kein Zufall: Die Entwickler des 5G-Standards wollten sicherstellen, dass künftige Netze in der Lage sind, die anspruchsvollen Positionierungsanforderungen von Industrieanwendungen in Außen- und Innenbereichen zu erfüllen.

Darüber hinaus wurde beschlossen, dass künftige Lösungen in der Lage sein müssen, mehrere Positionierungstechnologien nahtlos zu nutzen, um die bestmögliche Leistung in Bezug auf Genauigkeit, Stromverbrauch, Kosten und Skalierbarkeit zu liefern. Nicht jede Anwendung wird die gleichen Anforderungen haben. Der 5G-Standard integriert ein breites Spektrum an Positionierungstechnologien, darunter 4G, GNSS, WiFi und Bluetooth Low Eenergy (BLE). 5G NR (New Radio) ist dabei eine willkommene Ergänzung des Positionierungs-Toolset. Es bietet eine höhere Positionierungsgenauigkeit und Verfügbarkeit als 4G. Vieles hängt davon ab, wie dicht das Netz von Millimeterwellen-Kleinzellen sein wird. Branchenschätzungen zufolge könnten für eine ausreichende Abdeckung mit 5G-Signalen im Vergleich zu 4G-Netzen vier- bis zehnmal so viele Zellstandorten pro Quadratkilometer nötig sein. Das würde die Sichtbarkeit eines Geräts für mehrere Beacons erheblich erhöhen, während größere Bandbreiten bei hohen Frequenzen zusammen mit verbesserten Antennenlösungen theoretisch genauere Standortschätzungen ermöglichen würden. Die Positionierungsgenauigkeit kann dann durch Algorithmen, die auf MEC-Servern laufen, weiter verbessert werden.

Die meisten Ortungsdienste werden heute durch eine Kombination aus geräteinterner Verarbeitung von Positionsdaten und der Übertragung einiger Daten zur Verarbeitung durch einen Server in einer zentralen Cloud ermöglicht. Die Berechnung einer Position auf diese Weise benötigt Zeit. 5G-Geräte können zwar ihren eigenen Standort berechnen und dafür auch auf terrestrische Signale und Satellitensignale zugreifen, dieser Vorgang würde allerdings den Akku schnell entladen. 5G-MEC-Netze ermöglichen, den damit verbundenen Rechenaufwand vom Gerät auf nahegelegene Edge-Server zu verlagern. Dadurch können die Geräte kontinuierlich in Echtzeit vom Edge-Netzwerk lokalisiert werden. Indem das Netzwerk die Verarbeitung übernimmt, können auch rechenintensivere Positionierungstechniken und Algorithmen genutzt werden, um neuartige Anwendungen zu unterstützen, ohne die Batterien der 5G-Geräte übermäßig zu belasten.

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Wenn sich Technologien beflügeln

5G-MEC-Netze werden dringend benötigt und Location Intelligence wird dafür entscheidend sein. Es geht aber nicht nur um den Aufbau der Infrastruktur: Nach der flächendeckenden Einführung von 5G werden die Netze weiterhin von ortsbezogenen Diensten profitieren, da sie neue Anwendungen ermöglichen. Es hat ein Zyklus begonnen, bei dem bestehende ortsbezogene Daten den Einsatz von 5G-MEC ermöglichen, während das Edge Computing hilft, Standorte besser  zu bestimmen – das wiederum verbessert ortsbezogene Daten und Dienste.

Shobhit Jain, Senior Director Product Innovation bei Here Technologies


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