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Netzausbau

Was wir brauchen: Infrastruktur, Infrastruktur, Infrastruktur

29. November 2019, 09:56 Uhr   |  Diana Künstler


Fortsetzung des Artikels von Teil 1 .

Data Analytics als unterstützendes Element

funkschau: Welche Rolle nimmt Data Analytics beim 5G-Netzausbau hierzulande ein? Inwiefern können damit Netze für 5G fit gemacht werden?

Schwarz: Data Analytics wird den 5G-Netzausbau in Deutschland auf alle Fälle unterstützen und vorantreiben. Als Netzbetreiber fragt man sich beim Ausbau natürlich zuerst, in welchen Regionen, Städten und Wirtschafts- und Produktionsstandorten der Bedarf für 5G besonders hoch ist – und genau hier kommt Data Analytics ins Spiel. Durch umfangreiche Datenanalysen etwa unter Bezugnahme der anonymisierten Kundenbewegungsprofile aus 4G-Daten, Kundenwertprognosen, Gentrifizierungsprognosen und vielen weiteren Analysen erhalten Netzbetreiber ein genaues Bild darüber, wo und wie sie die Netze optimal aufsetzen und später mittels Künstlicher Intelligenz automatisiert steuern können. So braucht es beispielsweise für das „Network Slicing“ – verschiedene virtuelle Netzwerke auf einer gemeinsamen physischen Netzwerkinfrastruktur, die die Anforderungen verschiedener Anwendungsfälle genau erfüllen – eine Intelligenz, mit der sich SLAs vordefinieren lassen. Kontinuierlich maximal viele von diesen Slices in die multidimensionalen verfügbaren Kapazitäten, eventuell sogar unter Maßgaben eines Yield Managements, zu integrieren, ist eine komplexe analytische Optimierungs- und Prognoseaufgabe.

funkschau: Wie kann Teradata mit seinem Portfolio in diesem Kontext Unterstützung liefern?  

Schwarz: Telekommunikationsunternehmen können in vielen Anwendungsfällen von Data Analytics profitieren – von der Fernwartung des Netzwerkes hin zur Umsatz- und Nutzungsprognose bis zur Einführung eines neuen Mobilfunktarifes. Bei letzterem können mit Datenanalysen schon vorab mögliche Kannibalisierungseffekte ermittelt, Preise optimiert und Tarife angepasst werden. Für all diese und viele weiteren komplexen analytischen Szenarien haben wir die Plattform „Teradata Vantage“ entwickelt, die eine Vielzahl an Programmiersprachen und Tools für die Datenanalyse sowie Engines für Machine Learning und Künstliche Intelligenz integriert. Damit unsere Kunden verstehen, wie sie mit Data Analytics Mehrwerte für ihr Unternehmen schaffen können, stehen ihnen unsere Business Consultants und Data Scientists zur Seite. Diese haben einen enormen Erfahrungsschatz aus vielen Kundenprojekten aus verschiedenen Branchen und helfen Strategien zu entwickeln und vor allem umsetzbare Roadmaps zu entwickeln.

funkschau: Eine Frage außer der Reihe: Die vielversprechendsten Datensätze sind vollkommen unnütz, wenn man niemanden hat, der sie aufbereitet, zusammenführt und auswertet. Was meinen Sie: Braucht es Data Scientists, um den Daten Herr zu werden? Und welche Kompetenzen sollte ein guter Data Scientist mitbringen?

Schwarz: Es ist wie beim Kochen: Die besten Zutaten sind oft wenig hilfreich, wenn es nicht jemanden gibt, der sie gut zubereiten und arrangieren kann. Wenn man aktuellen Prognosen Glauben schenken darf, wonach das weltweite Datenvolumen bis 2025 auf 163 Zettabyte steigen wird, kann die Bedeutung von Data Scientists gar nicht hoch genug eingeschätzt werden. Data Scientists müssen nicht nur hervorragende Kenntnisse in Statisik, maschinellem Lernen oder Programmiersprachen wie „Python“ oder „R“ mitbringen, sondern über beste Branchenkenntnisse und Beratungskompetenzen verfügen. Schließlich müssen sie dazu beitragen, mittels Daten konkrete Fragen und Probleme im Unternehmen zu lösen – ein verantwortungsvoller Job.

funkschau: Deutsche Telekom und Vodafone haben bereits erste Tarife bekannt gegeben, auch erste 5G-Smartphones und mobile Router sind erhältlich. Wie lohnenswert ist es für Endverbraucher, bereits jetzt – am Anfang von 5G – auf entsprechende Tarife zu setzen?

Schwarz: Diese Frage muss jeder Privatnutzer für sich selbst beantworten. Da mit 5G bis zu 10 Gigabit pro Sekunde möglich sein sollen, ist die fünfte Mobilfunkgeneration zunächst für Profi- und Intensivnutzer attraktiv, die auf bandbreitenintensive Anwendungen und Services auch unterwegs nicht verzichten möchten. Man denke an HD-Streaming, Online-Videospiele oder Multiplayer-Spiele. Hinzukommt, dass Smartphones für 5G aufgelegt sein müssen, die es derzeit im höherklassigen Segment und mit monatlichen Tarifen von um die 80 Euro zu erwerben gibt. Zwar bieten Samsung und Huawei bereits die ersten 5G-Smartphones an. Apple-Nutzer müssen sich aber noch bis 2020 gedulden. Zusammenfassend lässt sich wohl urteilen: 5G ist zweifelsohne sinnvoll, aber derzeit für den Privatnutzer noch entbehrlich. Für Unternehmenskunden hingegen, die im IoT-Zeitalter langfristig erfolgreich sein möchten, ist 5G bereits jetzt eine absolut lohnenswerte Investition.  

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