Netzwerkinnovationen

Was Unternehmen von der Formel 1 lernen können

11. Juli 2022, 8:00 Uhr | Autor: Gos Hein van de Wouw / Redaktion: Diana Künstler | Kommentar(e)
Formel 1
© Juniper Networks

Ein Formel 1-Team ist eingespielt, schnell und effizient. Um noch besser zu sein, setzt man auch hier auf Technologie und Netzwerkneuerungen. Warum Innovationen in der Formel 1 auch eine Blaupause für Unternehmen sein sollten.

Die Formel 1 (F1) ist eine der anspruchsvollsten und wettbewerbsintensivsten Sportarten der Welt, in der Millisekunden über den Erfolg entscheiden. Daher suchen Teams zunehmend nach Möglichkeiten, noch mehr Geschwindigkeit und Leistung zu erzielen – und sind dabei in hohem Maße auf Technologie angewiesen.

Was auf der Rennstrecke passiert, ist das Resultat aus dem Zusammenspiel von Teams und komplexer Technik, sowohl auf der Strecke als auch hinter den Kulissen. Technologien wie Cloud-Datenmanagement und Hochgeschwindigkeitsnetzwerke sind entscheidend für die Verbesserung der Gesamtleistung. Ein Beispiel für die Geschwindigkeit der erfassten Daten: Laut AWS1 enthält jedes Formel 1-Auto 300 Sensoren, die 1,1 Millionen Telemetriedatenpunkte pro Sekunde erzeugen, die wiederum in Echtzeit analysiert werden.

Die Datennutzung sowie skalierbare und intelligente Netzwerke sind heutzutage entscheidend, um sicherzustellen, dass die Informationen stets zur richtigen Zeit an die richtigen Personen gelangen. Im Lebenszyklus eines Rennwagens werden Daten sowohl in virtuellen als auch in realen Umgebungen gesammelt, zum Beispiel in Windkanälen – einer gängigen Testumgebung, in der überprüft wird, ob Ideen, die in Computersimulationen erfolgreich sind, auch in der Praxis funktionieren – und natürlich auf der Rennstrecke selbst. Solch große Datenmengen aus verschiedenen Anwendungen und Quellen erfordern eine maximal sichere Netzwerkinfrastruktur.

Netzwerktechnologie und Daten in der Formel 1

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Zum technischen Team eines Formel-1-Teams gehören Renn-, Leistungs-, Kontroll- und Strategieingenieure sowie Fahrzeugtechniker, die sowohl miteinander als auch mit den Fahrern kommunizieren müssen, um eine optimale Rennleistung zu gewährleisten. Effiziente Rückkopplungsschleifen zwischen diesen virtuellen und realen Datenpunkten sind dabei von entscheidender Bedeutung.

Eine sichere und dynamische Netzwerkinfrastruktur ist dafür unerlässlich und sollte eine schnelle, akkurate Reaktion bieten. Netzwerkanbieter arbeiten mit F1-Teams zusammen, um skalierbare, anpassungsfähige und vereinfachte Netzwerkinnovationen für diese datenempfindlichen Anforderungen bereitzustellen. Ein Beispiel hierfür ist das Aston Martin Aramco Cognizant F1 Team, das in seinem neuen Technologiecampus eine  extremflexible und KI-gestützte Netzwerkplattform einsetzt, um eine reaktionsschnelle Endbenutzererfahrung zu ermöglichen.

Skalierbare, selbststeuernde Netzwerke von Aston Martin F1

Das AMF1-Team benötigt maximal reaktionsfähige und zugängliche Netzwerke. Während des gesamten Produktionszyklus eines Fahrzeugs werden für jede einzelne Aufgabe detaillierte Informationen in Echtzeit erfasst. So muss beispielsweise eine Radmutter mit einem bestimmten Drehmoment angezogen werden, und zwar von einem bestimmten Techniker, an einem bestimmten Ort, mit einem bestimmten Werkzeug, zu einem bestimmten Datum und zu einer bestimmten Uhrzeit. All diese kleinen Informationen werden zeitnah in das Netzwerk eingespeist, um die Produktion voranzutreiben. Schnelle Reaktionszeiten und zuverlässige Netzwerke sind dafür essentiell.

Skalierbarkeit ist auch der Schlüssel zur Formel 1. Projekte kommen und gehen, ihr Umfang schwankt. Ein skalierbares Netzwerk, das einfach zu implementieren und zu verwalten ist, sorgt dafür, dass die Infrastruktur auch kurzfristigen Nachfragesteigerungen standhält. Dank skalierbarer und zuverlässiger Netzwerke kann das Aston Martin F1-Team die richtigen Daten und Anwendungen zur richtigen Zeit, am richtigen Ort und mit den richtigen Funktionen bereitstellen – und verschafft sich so  einen Wettbewerbsvorteil.

Das AMF1-Netz ist außerdem so konzipiert, dass es „selbststeuernd“ arbeitet: Es ist in der Lage, seine eigene Leistung in Echtzeit zu verstehen, zu interpretieren, zu melden und zu regulieren. Es nutzt Künstliche Intelligenz und Automatisierung, um sowohl das kabelgebundene als auch das drahtlose Netzwerk zu steuern und eine zuverlässige, vorhersehbare und messbare digitale Infrastruktur bereitzustellen.

Was Unternehmen lernen können

Es gibt deutliche Parallelen zwischen Unternehmen und der Formel 1, welche bereits seit einiger Zeit erforscht werden. So haben das Massachusetts Institute of Technology – kurz MIT – und die Formel 1 2019 eine Reihe von Veranstaltungen zu dem Thema durchgeführt, warum Innovationen in der Formel 1 eine Blaupause für Unternehmen sein sollten. Auch das Weltwirtschaftsforum hat bereits Erkenntnisse dazu geteilt, wie Krankenhäuser, Supermärkte und das Verkehrswesen von der Formel 1-Technologie profitieren2.

Unternehmen können insbesondere in Bezug auf die Netzwerknutzung von der Formel 1 lernen. In der Automobilbranche wird das Self-Driving-Konzept vielfach verwendet und wurde bereits getestet. Genau wie automatisierte Fahrzeuge erfordern auch F1-Netzwerke ein hohes Maß an Autonomie, Zuverlässigkeit und Vorhersehbarkeit – und KI spielt eine wichtige Rolle dabei.

Unternehmen benötigen flexible und zuverlässige Netzwerke, aber es ist der unermüdliche Fokus der Formel 1 darauf, jeden Aspekt in der datenintensiven Umgebung richtig umzusetzen, von der Unternehmen lernen können. Das Netzwerk ist für die Entscheidungsfindung in der Formel 1 von grundlegender Bedeutung: Es ermöglicht Tests in virtuellen sowie realen Umgebungen und die Nutzung von Daten, um Unterschiede oder Nuancen zu finden, die den Unterschied zwischen verlorenen und gewonnenen Sekunden auf der Rennstrecke ausmachen können. In dem digitalisierten Umfeld, in dem sich Unternehmen heute bewegen und in dem Innovationen den Unterschied zwischen Gewinn und Verlust ausmachen können, sollten sie mehr von einem Netzwerk verlangen.

Gos Hein van de Wouw, Vice President Enterprise, EMEA bei Juniper Networks

1 https://aws.amazon.com/de/f1/
2 https://www.weforum.org/agenda/2020/11/formula-one-f1-innovation-ventilators-fridges/


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